Schweizer Börse findet den Boden nicht

Nach Tagen fallender Kurse setzte die Schweizer Börse am Dienstag im frühen Handel zu einer leichten Erholung an. Der Aufwärtstrend erweist sich aber bisher als nicht nachhaltig.
01.11.2016 10:55
Ohne die Nestlé-Aktie stünde der SMI am Dienstagmorgen noch schlechter da.
Ohne die Nestlé-Aktie stünde der SMI am Dienstagmorgen noch schlechter da.
Bild: Bloomberg

Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,1 Prozent höher bei 7833 Zähler ab. Am Montag hatte der Leitindex 1 Prozent verloren. Die Vorgaben aus Fernost seien nach positiven Industrie-Daten aus China zwar gut, aber eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen in den USA und einen Tag vor den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed dürften die Anleger doch eher vorsichtig bleiben, heisst es am Markt. Von der am Dienstag beginnenden zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) werden keine Zinsänderungen erwartet.

Die Aktivitäten könnten zusätzlich dadurch gedämpft werden, dass in weiten Teilen der Schweiz und in vielen deutschen Bundesländern und in Österreich der Allerheiligen-Feiertag begangen wird. "Zürich wird voll sein, aber nicht von Anlegern sondern von Einkaufstouristen", sagt ein Händler. Im protestantischen Zürich ist der 1. November ein normaler Arbeitstag.

Kursbewegende Impulse könnten allenfalls am Nachmittag von dem US-ISM-Einkaufsmanagerindex (15.00 Uhr MEZ) ausgehen.

Schwergewicht Nestlé stützt den SMI

Gestützt wird der Leitindex vor allem von den schwergewichtigen Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé. Die legen um 0,8 Prozent zu und machen damit nur einen Teil der jüngsten Einbussen wett.

Die Titel der beiden ebenfalls schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche notieren nach dem Vortagesminus von 1 Prozent wieder um rune ein halbes Prozent leichter.

Die Anteile der Banken gehören bei den Bluechips zu den Gewinnern. Credit Suisse und UBS legen 0,7 und 0,6 Prozent zu.

Die Anteile von EFG International büssen 2,1 Prozent ein. Die Privatbank hat die Übernahme des Wettbewerbers BSI abgeschlossen und bezahlt 1,06 Milliarden Franken. Den Rabatt im Vergleich zu den ursprünglich vereinbarten rund 1,3 Milliarden Franken begründete die Privatbank mit den Geldabflüssen bei BSI. Weitere Preisanpassungen seien möglich.

Gehalten zeigen sich die meisten Assekuranzwerte. Swiss Re können um 0,6 Prozent zulegen.

Zykliker geben anfängliche Gewinne preis

Die Aktien zyklischer Firmen mussten die frühen Gewinne wieder abgeben. ABB, Lafarge-Holcim und Geberit stehen mittlerweilen wieder leicht im Minus.

Die Anteile von Syngenta ermässigen sich um 0,3 Prozent. Chem China verlängert das 43 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot für den Schweizer Pflanzenschutzkonzern zum vierten Mal. Die Kaufofferte gelte nun bis zum 5. Januar 2017, könne aber erneut verlängert werden. Alle anderen Bedingungen des Angebots seien unverändert.

Die Anteile von Calida setzen den Aufwärtstrend mit plus 3,1 Prozent fort. Die Aktie erfreue sich steigender Nachfrage, nachdem der als aktivistisch geltende Investor Veraison sich mit gut 16 Prozent an dem Wäschehersteller beteiligt habe, heisst es am Markt.

Evolva sacken um 7,1 Prozent auf 0,39 Franken ab. Berenberg stutzte das Kursziel auf 0,25 von 0,45 Franken und bestätigte die Empfehlung "Sell".

(Reuters/cash)