Schweizer Börse geht auf Konsolidierungskurs

Nach Tagen steigender Kurse hat der SMI am Dienstagnachmittag eine Pause eingelegt, um dann doch noch knapp im Plus zu landen. Händler sprechen von einer erwünschten Konsolidierung.
15.11.2016 18:00
Etwas Ruhe nach den vergangenen hektischen Tagen: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Etwas Ruhe nach den vergangenen hektischen Tagen: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: cash

Eine Atempause tue nur gut. Die Stimmung der Anleger sei ungebrochen gut und der "Trump-Effekt" dürfte für weitere Kursgewinne sorgen. Der SMI liegt bei Handelsschluss um 0,2 Prozent höher bei 7909 Punkten. Am Montag war der Leitindex ebenfalls um 0,2 Prozent gestiegen.

Seit der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA hat der SMI gut 2 Prozent gewonnen, weil die Marktteilnehmer darauf spekulieren, dass die neue Regierung die weltgrösste Volkswirtschaft mit Staatsausgaben, Steuersenkungen und Deregulierungen ankurbeln wird.

Die gute Stimmung wird auch durch unerwartet positive Konjunkturzahlen aus Europa und den USA gestützt. Die Wirtschaft im Euro-Raum wuchs im dritten Quartal um 0,3 Prozent. Der deutsche ZEW-Index stieg stärker als erwartet. Die US-Detailhändler setzten mehr um und der Index für das verarbeitende Gewerbe im Grossraum New York stieg unerwartet. Damit nehme auch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember stark zu, heisst es am Markt.

Gewinnmitnahmen bei der UBS-Aktie

Bei den insgesamt 20 Standardwerten halten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Abschläge verbuchen mit minus 0,7 Prozent die Aktien der Grossbank UBS, die seit der Wahl Trumps auch stark angezogen hatten. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem Kursanstieg der vergangenen Tage. Der Titel von Rivalin Credit Suisse steigt um 0,3 Prozent. Die Aussicht auf höhere Zinsen durch die konjunkturstimulierenden Massnahmen der neuen US-Regierung hat den Finanzwerten Auftrieb verliehen.

Die Versicherungstitel schwächten sich mehrheitlich leicht ab. Die Bâloise-Aktien sind dagegen um 0,4 Prozent höher. Der Versicherer steigerte die Prämieneinnahmen in den ersten neun Monaten um 2,7 Prozent auf 7,23 Milliarden Franken. Zurich dagegen verlieren 0,4 Prozent.

Die als wenig konjunktursensibel geltenden Pharmaschwergewichte gaben nach: Die Novartis-Aktien büssen 0,6 Prozent ein und die Roche-Genusscheine schwächen sich um 0,4 Prozent ab.

Lebensmittel- und Immo-Aktien auf Erholungskurs

Die Titel von Nestlé, einem weiteren Index-Schwergewicht, steigen dagegen um 1,1 Prozent. Emmi und Barry Callebaut rücken ebenfalls vor. Lebensmittelwerte hatten zuletzt im Sog der anziehenden Zinsen an Wert eingebüsst. "Eine technische Erholung", sagt ein Händler.

Auch die Aktien von Immobilienfirmen und -fonds erholten sich von den jüngsten zinsbedingten Abschlägen. Die Anteile von SPS und PSP steigen 1,8 und 1,1 Prozent. Nahrungsmittel- und Immobilienwerte gelten laut Händlern als renditestarke Titel und "Ersatzobligationen".

Bei den Anteilen zyklischer Firmen überwogen tiefere Kurse: Geberit, Lafarge-Holcim, Adecco und Clariant geben nach. Die Maschinen- und Anlagenbauer Sulzer, Oerlikon und Autoneum legen zu. ABB sind gehalten.

Die Syngenta-Aktien steigen um 2 Prozent. Syngenta hatte am Montag nachgegeben. In China soll sich einem Bericht der "Sonntagszeitung" zufolge Widerstand gegen die 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Agrarchemiekonzerns durch Chem China regen. Eine staatliche Kommission soll das Vorhaben prüfen, heisst es. Zudem hob S&P die Empfehlung für die Syngenta-Aktien auf "Strong Buy" von "Buy" an.

Gottex mit mehr verwaltetem Vermögen gesucht

Ein Anstieg der verwalteten Vermögen lockte die Anleger in Gottex: Die Aktien des Assetmanagers rücken 9,7 Prozent vor. Dagegen fallen die Aktien des Hotel- und Baukonzerns Orascom nach Bekanntgabe eines Betriebsverlusts in den ersten neun Monaten um 5,9 Prozent.

Die Aktien von Schmolz+Bickenbach steigen um 1,4 Prozent. Der Stahlhersteller rechnet dieses Jahr zwar mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) am unteren Rand der in Aussicht gestellten Spanne von 150 bis 190 Millionen Euro. Aber die Verschuldung wurde reduziert und der Betriebsgewinn stieg im dritten Quartal stärker als erwartet, sagte ein Händler.

Börsenneuling KTM legen weitere 4,6 Prozent zu. Die Titel des österreichischen Motorradherstellers werden seit Montag an der Schweizer Börse gehandelt.

(Reuters/cash)