Schweizer Börse geht mit einem Plus ins lange Wochenende

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht fester tendiert. Vor dem wegen des Schweizer Nationalfeiertags am Montag verlängerten Wochenende haben die Anleger eine vorsichtigere Gangart eingeschlagen.
29.07.2016 17:40
Die UBS-Aktie kann am Freitag die anfänglichen Kursgewinne nicht bis Börsenschluss halten.
Die UBS-Aktie kann am Freitag die anfänglichen Kursgewinne nicht bis Börsenschluss halten.
Bild: ZVG

Auch dürfte es zum Monatsende vereinzelt zu Gewinnmitnahmen gekommen sein, sagen Händler. Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,4 Prozent auf 8127 Zähler. Im Juli hat der Leitindex in Summe 1,2 Prozent zugelegt.

Die Stimmung sei nicht schlecht, sagt ein Händler. "Die meisten Firmenbilanzen waren unter dem Strich besser als erwartet." Aber das Kursniveau werde inzwischen als etwas stolz eingestuft und auch die Charttechnik deute auf eine Konsolidierung hin. "Das muss keine Korrektur bedeuten", sagt ein Börsianer. "Aber ein Rückgang um einige wenige Prozent täte gut."

Gedämpft wurde die Kaufbereitschaft auch von den nach Börsenschluss auf dem Programm stehenden Ergebnissen des Stresstests für europäische Banken und enttäuschenden US-Konjunkturdaten. Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal weniger stark als gedacht und das Konsumentenvertrauen ging stärker zurück als geschätzt.

UBS-Aktie gibt anfängliche Gewinne wieder preis

Im Mittelpunkt des Handels stand die UBS. Die Aktien konnten anfängliche Gewinne aber nicht halten und liegen zuletzt noch mit 0,5 Prozent im Plus. Der weltgrösste Vermögensverwalter hat im zweiten Quartal angesichts geringerer Erträge im Kerngeschäft Private Banking und der Investmentbank weniger verdient. Der Nettogewinn übertraf mit 1,03 Milliarden Franken allerdings die Analystenschätzungen.

Die Anteile der Credit Suisse steigen um 1,6 Prozent und machen damit einen Teil des Kurssturzes vom Vortag nach dem Quartalsbericht wett.

Auch die Aktien der Vermögensverwalter GAM und EFG International verbuchen Kursgewinne. "Die Bankabschlüsse zeigen, dass Banken, die stark in der Vermögensverwaltung engagiert sind, momentan einfach besser laufen als andere", sagt ein Händler. Allerdings geben Julius Bär anfängliche Gewinne wieder ab und schliessen 0,2 Prozent im Minus.

Swiss Re geben nach Quartalszahlen nach

Die Aktien der Versicherungen tendierten meist fester. Gegen den Trend geben die Titel von Swiss Re 1,1 Prozent nach. Naturkatastrophen kamen den Rückversicherer im zweiten Quartal teuer zu stehen. Der Gewinn sank im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 637 Millionen Dollar. Bei der ZKB hiess es, Swiss Re habe operativ schlechter gearbeitet. Bei einem Schaden-Kosten-Satz von über 100 Prozent verdiene die Firma in ihrem eigentlichen Geschäft kein Geld, sagt ein Händler.

Bei den Index-Schwergewichten legen die Nestlé-Aktien 0,7 Prozent zu. Der Kosmetikkonzern L'Oreal, an dem der Lebensmittelkonzern 23 Prozent hält, steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 4,3 Prozent.

Bei den Pharmawerten sind Roche um 0,8 Prozent höher. Novartis sind gehalten. Am Vortag hatte Novartis wegen Spekulationen über einen teueren Zukauf kräftig an Wert verloren.

Bei den zyklischen Firmen verbuchen die Titel des Luxusgüterherstellers Richemont ein Plus von 1,7 Prozent.

Sika-Aktie auf Rekordhoch

Die Anteile von Lafarge-Holcim steigen um 1,3 Prozent. Rivale Heidelberg hatte einen in überraschend hohen Quartalsgewinn vorgelegt. Lafarge-Holcim veröffentlicht den Zwischenbericht in einer Woche.

Am breiten Markt steigen die Sika-Aktien um 4,6 Prozent. Bei 4517 Franken erreicht der Baustoffwert  ein Rekordhoch. Die vom französischen Rivalen Saint-Gobain bedrängte Firma verdiente im ersten Halbjahr so viel wie nie zuvor.

Die Anteile von Dufry notieren um 0,5 Prozent schwächer. Der Duty-free-Shop-Betreiber wies einen Halbjahresverlust von 75 Millionen Franken aus.

Die Aktien des Bauausstatters Zehnder sacken 4,6 Prozent ab. Analysten sprachen von einem enttäuschenden Halbjahresergebnis.

(Reuters/cash)