Schweizer Börse geht nach Verlusttagen auf Erholungskurs

Nach drei Tagen mit fallenden Kursen ist die Schweizer Börse am Donnerstag auf einen Erholungskurs eingeschwenkt.
07.07.2016 16:54
Ein sonniger Tag - auch für die Anleger an der Schweizer Börse.
Ein sonniger Tag - auch für die Anleger an der Schweizer Börse.
Bild: cash

Der SMI legte 0,9 Prozent auf 7966 Punkte zu. Seit Wochenbeginn war der Leitindex um 2,3 Prozent gefallen. Händler sprachen von einer technischen Erholung. Überraschend starke Zahlen vom US-Arbeitsmarkt verstärkten am Nachmittag die Aufwärtsbewegung.

Die Nervosität der Marktteilnehmer habe sich etwas gelegt, hiess es. Das Angstbarometer" Volatilitätsindex ging deutlich zurück. Doch nach wie vor sei die Verunsicherung gross, weil die Anleger negative Folgen des Brexit-Votums und der Bankenkrise in Italien.

Nach dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der US-Notenbanksitzung von Mitte Juni haben die Fed-Mitglieder von einer Zinserhöhung abgesehen, weil sie zunächst Klarheit über die Auswirkungen der Brexit-Abstimmung haben wollte. Die weitere Kursentwicklung machn Händler stark abhängig von der monatlichen Arbeitsmarktstatistik der US-Regierung.

Bis auf die leicht tieferen Syngenta-Aktien und Swiss-Life-Titel legten sämtliche Bluechips zu. Die Aktien des Agrarchemiekonzerns waren am Vortag gegen den Trend gestiegen. An die Spitze der Gewinner setzen sich LafargeHolcim, Adecco, Richemont, Swatch und ABB. Sie rückten bis zu 2 Prozent vor. Die Anteile dieser zyklischen Firmen standen zuletzt unter Abgabedruck.

Credit Suisse im Aufwind

Im Aufwind waren auch die Bankaktien. Credit Suisse stiegen um 1,3 Prozent auf 10,04 Franken und damit zurück über die wichtige Marke von zehn Franken, die am Vortag erstmals unterschritten wurde. Die Titel der UBS und von Julius Bär rückten 0,8 und 2 Prozent vor. Die Anteile von EFG International machten mit einem Kursplus von 6,3 Prozent einen Teil der jüngsten Verluste wett. Auch Versicherungswerte wurden höher bewertet.

Die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche legten 0,6 Prozent zu, Lebensmittelwert Nestle stieg 1,2 Prozent. KeplerCheuvreux hat die Analyse von Novartis mit dem der Empfehlung "Buy" aufgenommen. Roche wird mit "Hold" eingestuft. Einem Medienbericht zufolge soll sich Roche für US-Firma Biomarin interessieren, die an der Börse gut 13 Milliarden Dollar wert ist.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Meyer Burger mit einem Anstieg von 10,6 Prozent heraus. Der Solarindustrie-Zulieferer hat im ersten Halbjahr operativ auf Stufe Ebitda die Gewinnschwelle erreicht. Der stärker als erwartete Auftragseingang deute auf eine langsame aber stetige Verbesserung des Marktes hin, hiess es bei der Bank Vontobel.

Die Anteile von Barry Callebaut zogen 3,9 Prozent an. Der Kakao- und Schokolade-Hersteller steigerte den Umsatz in den ersten neun Geschäftsmonaten um knapp acht Prozent auf fünf Milliarden Franken und bekräftigte die mittelfristigen Finanzziele.

Die Anteile von Leonteq schossen 10,5 Prozent hoch. Der aktivistische Fonds Veraison ist mit 3,22 Prozent bei der Derivatboutique eingestiegen.

Nach einem guten Halbjahresergebnis griffen die Anleger zu den Aktien von Comet.

Die Aktien der Gategroup stiegen um 1,7 Prozent auf 51,85 Franken. Der chinesische Mischkonzern HNA hat die Übernahme der Schweizer Bordverpflegungsfirma für geglückt erklärt. Gategroup zahlt 53 Franken je Aktie.

(Reuters)