Schweizer Börse gibt leicht nach

Die Schweizer Börse schwächt sich bis Mittwochmittag leicht ab. Die Anleger halten sich angesichts des fallenden Ölpreises und vor der Bekanntgabe wichtiger Konjunkturzahlen bedeckt.
03.08.2016 13:15
Die Aktien des Biotech-Unternehmens Actelion (im Bild der Hauptsitz) sind am Mittwoch an der Schweizer Börse im Verkauf.
Die Aktien des Biotech-Unternehmens Actelion (im Bild der Hauptsitz) sind am Mittwoch an der Schweizer Börse im Verkauf.
Bild: ZVG

Der SMI sinkt gegen Mittag um 0,3 Prozent auf 7985 Punkte. Händlern zufolge pendle sich der Index um die Marke von 8000 Zählern ein. "Wir können das ganze unter der Rubrik Gewinnmitnahmen und längst fällige Konsolidierung abhaken", sagt ein Börsianer.

Für die weitere Entwicklung dürften neben den zahlreichen Firmenergebnissen aus dem In- und Ausland auch die US-Konjunkturzahlen entscheidend sein. Im Fokus steht dabei der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Erste Hinweise auf die Jobentwicklung in der weltgrössten Volkswirtschaft werden bereits von der Statistik der privaten Arbeitsagentur ADP am Nachmittag erwartet. Die US-Notenbank hat ihre Zinspolitik von der Lage am Arbeitsmarkt abhängig gemacht.

Im Rampenlicht stehen GAM Holding. Die Aktien des Vermögensverwalters brechen nach den Halbjahreszahlen 15 Prozent ein. Der Gewinn halbierte sich in den ersten sechs Monaten wegen der Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten nahezu auf 55 Millionen Franken. Auch für den Rest des Jahres erwartet das Unternehmen ein schwieriges Umfeld. Die Aussichten für GAM seien trübe und die Geldabflüsse noch stärker als befürchtet, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Der Rückgang der verwalteten Vermögen sei wie eine Gewinnwarnung, weil GAM dadurch künftig Gebühreneinnahmen verloren gehen.

Actelion nach Streichung von US-Arzneiliste unter Druck

Bei den Standardwerten stechen Actelion mit 1,3 Prozent Kursverlust heraus. Die US-Apothekenkette CVS Health führt das Lungenmedikament Opsumit der Biotech-Firma im kommenden Jahr nicht mehr auf ihrer Liste ihrer Standardarzneien. Das Unternehmen managt die Medikamenten-Versicherungen vieler Amerikaner.

Die Aktien des Pharmakonzerns Novartis ermässigen sich um 0,2 Prozent. Zwar wird das von Novartis entwickelte Brustkrebsmedikament LEE011 von der US-Arzneimittelbehörde FDA als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy Designation) eingestuft. Die auch unter dem Namen Ribociclib bekannte Arznei könnte damit schnell auf den Markt kommen. Doch CVS strich die Blutkrebsmedikamente Glivec und Tasigna von seiner Medikamentenliste.

Die Anteile von Roche sinken um 0,9 Prozent. Mit den Nestlé-Aktien schwächt sich ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,4 Prozent ab.

Die Bankaktien setzen nach einer schwächeren Eröffnung zu einer Erholung an und machen nach dem Kurssturz vom Dienstag etwas Boden gut. Credit Suisse steigen um 0,7 Prozent und UBS legen 0,9 Prozent zu. Die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel schwächen sich dagegen ab.

Uneinheitliche Zykliker

Uneinheitlich präsentieren sich die Aktien zyklischer Firmen. ABB, Adecco und Swatch machen anfängliche Verluste mehr als wett und notieren leicht höher. Lafarge-Holcim erholen sich, bleiben aber im Mius. Geberit, Sulzer und Clariant geben nach.

Eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux schiebt die Aktien von DKSH 1,7 Prozent auf 67,75 Franken hoch. Der Broker hat die Analyse des Handelskonzerns mit dem Rating "Buy" und einem Kursziel von 76 Franken aufgenommen.

Ein besser als erwarteter Halbjahresabschluss gibt den Aktien von Belimo kräftig Schub, sie kletterten 6 Prozent. Schmolz+Bickenbach reagieren mit einem Kursgewinn von 4,8 Prozent auf eine bessere Empfehlung der ZKB, die den Stahlwert auf "Marktgewichten" von "Untergewichten" hochstufte.

(Reuters)