Schweizer Börse gibt nach

Der Schweizer Aktienmarkt eröffnet am Freitag negativ. Die Vorgaben aus Übersee sind allerdings leicht positiv. Im Fokus stehen die Titel von Syngenta und Richemont.
06.11.2015 09:05
Impulse für den SMI könnten heute vom amerikanischen Arbeitsmarktbericht um 14.30 (MEZ) kommen.
Impulse für den SMI könnten heute vom amerikanischen Arbeitsmarktbericht um 14.30 (MEZ) kommen.
Bild: cash

Der Swiss Market Index (SMI) startet mit minus 0,4 Prozent bei 8958 Punkten in den Handel.

Die Indizes an der Wall Street haben am Vorabend im Vergleich zum Börsenschluss in Europa noch etwas zulegen können und auch in Asien ist die Marktstimmung freundlich. Insbesondere die Abschwächung des Yen sorgte beim Nikkei für Kursgewinne.

Im Vorfeld des am Nachmittag anstehenden Arbeitsmarktberichts in den USA rechnen Marktteilnehmer aber insgesamt mit einer Zurückhaltung der Investoren. Gute Zahlen könnten das Fed dazu bewegen, noch im Dezember mit einer Anhebung die Zinswende einzuläuten. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten das Bild einer robusten US-Konjunktur gezeichnet, so die Volkswirte. Gestern hatte der BoE-Chef Mark Carney für das kommende Jahr eine Zinsanhebung in Grossbritannien in Aussicht gestellt.

Richemont-Titel taucht bös, Syngenta steigt

Ein grosser Ausreisser am SMI ist Richemont. Die Titel verlieren zum Börsenstart 7,2 Prozent. Der Luxusartikelhersteller ist zwar im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres gewachsen und hat das Ergebnis klar verbessert. Die Zahlen sind jedoch unter den Erwartungen der Analysten ausgefallen und für den Oktober hat der Uhren- und Schmuckkonzern einen Umsatzrückgang gemeldet. Auch der Ausblick fällt vorsichtig aus, insbesondere angesichts der Entwicklung in China. Auch Branchennachbar Swatch (-4,3%) wird belastet.

Syngenta (+2,6%) andererseits steht erneut im Fokus von Fusionsgerüchten. Laut einem Bericht des Wall Street Journal gibt es Gesprächen mit dem US-Konzern DuPont über einen Zusammenschluss mit dessen Agrochemie-Sparte. Zudem hat Syngenta mit der niederländischen DSM eine Kooperation vereinbart. Gemeinsam will man Lösungen für die Landwirtschaft entwickeln, die auf in der Natur vorkommenden Mikroorganismen basieren.

Adecco (-0,9%) zeigen sich nach dem 10%-Minus vom Vortag weiter negativ. Ein grosser Goodwill-Abschreiber und ein skeptischer Ausblick hatten den Kurs stark belastet. Inzwischen haben Barclays und S&P die Kursziele gesenkt und weitere Schätzungs-Revisionen dürften folgen.

Transocean (-1,2%) tendieren im Nachgang der Quartalszahlen erneut tiefer. Im gestrigen US-Handel haben die Papiere mehr als 8% verloren. Die Analysten hatten angesichts des schwierigen Umfeldes von soliden Ergebnissen gesprochen, hegen jedoch gleichzeitig wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung im Öl- und Gasmarkt.

(AWP/cash)