Schweizer Börse gibt nach

Die Schweizer Börse gibt am Dienstag leicht nach. Händler rechnen nicht damit, dass der Markt vor der US-Zinsentscheidung und wichtigen Firmenergebnissen aus der seit Monaten andauernden Seitwärtsbewegung ausbricht.
26.07.2016 10:20
Blick in ein Grossraumbüro der Bank Vontobel: Am Dienstag sind die Aktien der Privatbank nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen gesucht.
Blick in ein Grossraumbüro der Bank Vontobel: Am Dienstag sind die Aktien der Privatbank nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen gesucht.
Bild: Twitter/Vontobel

Die Anleger seien nicht bereit, sich zu exponieren, sagt ein Börsianer. Der SMI gibt bis 10.20 Uhr 0,3 Prozent auf 8170 Zähler nach. Am Montag hatte der der Leitindex nach einem Auf und Ab in enger Spanne unverändert geschlossen.

Von der US-Notenbank, deren Offenmarktausschuss am Dienstag für eine zweitägige Sitzung zusammenkommt, werden keine Zinsänderungen erwartet. Anleger hoffen aber auf Signale der Fed über den Zeitpunkt der von einigen noch für dieses Jahr erwarteten Zinserhöhung. Die Ergebnisse werden am Mittwochabend veröffentlicht.

Im Mittelpunkt des Handels stehen Firmen, die Zwischenberichte vorlegten. Die Zahlen kommen bei den Anlegern meist gut an. Die Aktien der Privatbank Vontobel legen 2,7 Prozent zu. Bei dem Vermögensverwalter hinterlässt der Abgang eines Star-Fondsmanagers Bremsspuren. Im ersten Halbjahr flossen 8,7 Milliarden Franken ab. Rajiv Jain hatte im März nach 22 Jahren seinen Abgang angekündigt. Danach zogen Investoren aus seinen Fonds bei Vontobel 11,8 Milliarden Franken ab. Mit anderen Produkten strich Vontobel dagegen mehr Gebühren ein, so dass der Gewinn um 8 Prozent auf 105,7 Millionen Franken kletterte.

Industrie-Unternehmen besser als erwartet

Die Industriefirmen AMS, Autoneum und Sulzer schlossen die erste Jahreshälfte Händlern zufolge besser als erwartet ab. Die AMS-Aktien schnellen 7,3 Prozent hoch, die von Autoneum klettern 3,6 Prozent und die von Sulzer werden um 3,3 Prozent höher gehandelt.

Bei den Standardwerten überwiegen die Kursverlierer. Einzig das als krisensicher geltenden Index-Schwergewicht Nestlé trotzt dem Abwärtstrend mit einem leichten Gewinn. Die Pharmawerte Roche und Novartis halten sich mit leichten Verlusten vergleichsweise gut.

Die stärksten Abschläge verbuchen die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit 2,4 Prozent Abschlag. Die zweitgrösste Schweizer Bank legt am Donnerstag ihren Quartalsbericht vor. Die Anteile der UBS, die ihren Zwischenbericht am Freitag veröffentlicht, sinken um 1,4 Prozent. Julius Bär werden um 1,3 Prozent tiefer gehandelt und konsolidieren damit den Kurssprung vom Montag. Der Vermögensverwalter hatte ein besser als erwartetes Ergebnis veröffentlicht.

Luxusgüteraktien in der Negativspirale

Die Akteinkurse der zyklischen Firmen ABBGeberit und Givaudan sinken um weniger als ein halbes Prozent. Adecco geben 1,9 Prozent nach. Richemont fallen um 1,6 Prozent und Swatch ermässigen sich um 1,7 Prozent. J.P. Morgan hat das Kursziel für beide Luxusgüterwerte gesenkt.

Am breiten Markt klettern die Aktien von Newron 6,8 Prozent hoch. Der Arzneimittelhersteller will in den USA einen neuen Zulassungsantrag für ihr Parkinsonmedikament Xadago stellen, nachdem die Arzneimittelbehörde FDA keine neuen Daten, Studien oder Analysen zur Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments fordert.

(Reuters)