Schweizer Börse gibt nach - Anleger bleiben auf der Hut

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag den Rückzug angetreten. Neutrale Vorgaben aus den USA und das bevorstehende Verfassungsreferendum in Italien sowie die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag lieferten keine Kaufanreize.
01.12.2016 11:05
Eine der wenigen Gewinnerinnen im Schweizer Leitindex SMI am Donnerstagmorgen: die Syngenta-Aktie.
Eine der wenigen Gewinnerinnen im Schweizer Leitindex SMI am Donnerstagmorgen: die Syngenta-Aktie.
Bild: Bloomberg

Die Anleger seien vielmehr vorsichtig und daher bröckelten die Kurse leicht ab, sagt ein Händler. Der SMI notiert um 11 Uhr mit 7798 Punkten um 1 Prozent tiefer. Am Mittwoch hatte der Leitindex im Sog der anziehenden Ölpreise um 0,4 Prozent zugelegt.

Die im Laufe des Tages erwarteten Konjunkturzahlen könnten das Geschehen zumindest kurzzeitig beeinflussen. Veröffentlicht werden Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus Europa und den USA. Zudem dürften die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Auftritte mehrerer führender US-Notenbanker richten, von denen sie sich Hinweise auf das Tempo der geplanten Fed-Zinserhöhungen erhoffen. Eine erste Zinserhöhung wird von den meisten Analysten im Dezember erwartet.

Die Aktien von Actelion legen nach dem wilden Auf und Ab der vergangenen Tage eine Pause ein und notieren um 0,2 Prozent fester. Die Aktie hat seit vergangener Woche wegen Übernahmespekulationen rund ein Drittel an Wert gewonnen. Am Mittwoch resultierte ein Minus von über 6 Prozent. Ein Sprecher des Biotechnologiekonzerns hatte am Vorabend eine Stellungnahme zu einem Bericht abgelehnt, wonach Actelion ein Übernahmeangebot von Johnson & Johnson zurückgewiesen habe.

Syngenta nach Übernahme-News gesucht

Die Aktien von Syngenta legen 1,3 Prozent zu und zählen zu den wenigen Gewinnern im Standardwerteindex. Chem-China will mit Hilfe eines Fonds fünf Milliarden Dollar aufnehmen, um damit einen Teil der Syngenta-Übernahme zu finanzieren, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen zur Reuters-Publikation Basis Point. Der Fonds solle sich an Syngenta beteiligen. Damit könnte Chem-China die Verschuldung infolge der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme verringern.

Gehalten sind die Anteile von Geberit. Konzernchef Christian Buhl sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP, das Geschäft laufe weiterhin gut.

Die schwergewichtigen Papiere aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich büssen kräftig Terrain ein. Novartis sinken um 1,2 Prozent. Rivalin Roche büsst 1,7 Prozent ein und Nestlé sinken um 1,5 Prozent. Damit sind rund vier Fünftel der Kursverluste im SMI diesen drei Werten geschuldet.

Zykliker ohne klare Richtung

Die Aktien der Banken zeigen sich uneinheitlich. Die Papiere der Credit Suisse klettern um 2,4 Prozent nach oben. Die Anteile der Rivalin UBS ermässigen sich um 0,9 Prozent. Die Einbussen der Assekuranzwerte bewegen sich bei rund 1 Prozent.

Die Aktien zyklischer Firmen tendieren bei meist geringen Kursausschlägen uneinheitlich. ABB, VAT und Rieter legen zu. Die Aktien von Clariant, Lafarge-Holcim und Richemont büssen Terrain ein.

Am breiten Markt fallen Technologiewerte mit grösseren Kursausschlägen auf. Die Aktien von U-blox gewinnen 2,1 Prozent. Logitech schwächen sich um 1,8 Prozent ab.

(Reuters/cash)