Schweizer Börse gibt nach - Bankaktien holen Verluste auf

Die Schweizer Börse hat am Freitag nach einem schwachen Start im Verlauf die Verluste teilweise wettmachen können.
30.09.2016 17:30
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts): Die Bankaktien gerieten am Freitag unter Druck.
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts): Die Bankaktien gerieten am Freitag unter Druck.
Bild: cash

Der SMI, der zunächst bis auf 8020 Punkte gefallen war, notierte zuletzt mit 8139 Punkten noch um 0,3 Prozent im Minus. Dabei gaben die Bankaktien dem Gesamtmarkt die Richtung vor. Erfreuliche Konjunkturzahlen aus den USA erwiesen sich als unterstützend, hiess es am Markt. Positiv sei, dass sich der Leitindex in der einige Zeit bestehenden Seitwärtsbewegung zwischen 8100 und 8300 Zählern habe halten konnte.

Im späten Geschäft setzten laut Händlern Deckungskäufe ein und der Markt setzte zu einem Schlussspurt an. Vor dem Quartalsende hätten die Marktteilnehmer ihre Positionen glattstellen wollen.

Deutsche Bank beunruhigt die Märkte

Händler sagten, die Krise der Deutschen Bank habe die Märkte beunruhigt. Es sei eine gewisse Angst zu spüren gewesen, dass eine neue Finanzkrise aufziehen könnte. "Die Abgaben waren übertrieben. Denn die Probleme der Banken wie ungelöste Rechtsfälle, tiefe Zinsen und geringe Kundenaktivitäten sind schon seit langem bekannt", sagte ein Händler. Daher sei es zu massiven Übertreibungen gekommen. "Es könnte durchaus sein, dass sich die aktuellen Kurse in nicht allzu ferner Zukunft als verpasste Kaufgelegenheiten herausstellen", sagte ein Händler.

Die Aktien der Deutschen Bank, die zeitweise massiv unter Druck gestanden waren und den gesamten Sektor gedrückt hatten, setzten zu einer Gegenbewegung an und stiessen gar in die Gewinnzone vor.

In ihrem Fahrwasser holten die Aktien der Credit Suisse die Einbusse auf und schlossen 0,9 Prozent im Plus. UBS drehten gar mit 1,5 Prozent in die Gewinnzone. Auch die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär, GAM Holding und EFG International drehten ins Plus. Vontobel hingegen schloss 0,9 Porzent tiefer. Die Aktien der Versicherungen setzten ebenfalls zu einer Erholung an.

Pharmawerte unter Druck

Die an sich als krisenfest geltenden Pharmawerte blieben unter Druck. Die Pharmawerte Novartis und Roche fielen um 1,1 und 0,3 Prozent. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle sanken um weniger 0,7 Prozent. Die Einbussen der Index-Schwergewichte verhinderten eine stärkere Erholung des Marktes.

Die Anteile zyklischer Firmen blieben zwar ebenfalls auf den Verkaufszetteln, konnten aber die Abschläge zum Teil aufholen. Die Titel des Luxusgüterherstellers Richemont und Swatch ermässigten sich um 0,2 und 0,1 Prozent. Die Anlagenbauer Sulzer und Oerlikon, die Sanitärtechnikfirma Geberit und der Prüfkonzern SGS gewannen im Verlauf an Wert.

Die Aktien des vor der Übernahme durch ChemChina stehenden Agrarchemiekonzerns Syngenta legten ein halbes Prozent zu.

Kuros büssten 4,2 Prozent an Wert ein. Das auf Gewebereparatur und -regeneration spezialisierte Unternehmen ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hat das erste Halbjahr mit 13,3 Millionen Franken Verlust abgeschlossen.

Die Aktien von Galenica sanken um 3,6 Prozent auf 1039 Franken. Credit Suisse hat das Kursziel auf 1150 von 1205 Franken gesenkt und stuft den Arzneimittelhersteller mit "Neutral" ein.

Die Aktien von Meyer Burger sackten 2,1 Prozent ab, womit die Kursgewinne vom Vortag wieder verloren gingen. Der Solarzulieferer hatte am Donnerstag ein weiteres Sparprogramm angekündigt.

Im dritten Quartal hat der SMI insgesamt 0,7 Prozent eingebüsst. Seit Jahresanfang beträgt das Minus rund sieben Prozent. Im zu Ende gehenden Quartal haben sich die arg gebeutelten Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim mit einem Plus von 30 Prozent am besten geschlagen. Dahinter folgen die Aktien der Grossbank Credit Suisse und des Elektrotechnikkonzerns ABB, die ihren Wert je um rund einen Fünftel steigern konnten. Mit Kursabschlägen von bis zu rund fünf Prozent haben sich die als defensiv eingestuften Roche-Genussscheine, die Aktien von Swisscom und die Anteile von Novartis am schlechtesten entwickelt.

(Reuters)