Schweizer Börse gibt nach - Syngenta-Aktie sackt ab

Die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Grund dafür war unter anderem ein Kurssturz bei Syngenta.
24.10.2016 18:05
Nach Zweifeln an einer baldigen Übernahme rauschen die Syngenta-Aktien am Montag in die Tiefe.
Nach Zweifeln an einer baldigen Übernahme rauschen die Syngenta-Aktien am Montag in die Tiefe.
Bild: Bloomberg

Zweifel am Zustandekommen der Übernahme durch Chemchina liessen die Anleger aus den Aktien des Agrochemiekonzerns flüchten. Der SMI schliesst 0,5 Prozent im Minus bei 7992 Punkten. Am Freitag war der Leitindex um 0,4 Prozent abgesackt und hatte damit die vierte Woche in Folge Kursverluste verbucht.

Für Gesprächsstoff sorgte weiterhin die künftige Zinspolitik in den USA. Viele Investoren erwarten dort - abhängig von der Wirtschaftsentwicklung - eine Zinserhöhung im Dezember. "Nach wie vor wird die Frage, ob es in den USA zu einer wirtschaftlichen Beschleunigung kommt oder nicht kontrovers diskutiert", erklärten die Experten der Zürcher Kantonalbank. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung liege bei rund 65 Prozent und dürfte im Vorfeld der Fed-Sitzung im Dezember auf bis zu 80 Prozent steigen.

Die Aussicht auf höhere Zinsen stützte die Bankaktien. Entsprechend zählen die Titel von Credit Suisse und UBS mit einem Plus von 2,1 und 1,3 Prozent zu den Spitzenreitern im Leitindex. Credit Suisse profitierten zudem von einer Hochstufung von Kepler Cheuvreux auf "Buy" von "Hold". Steigende Zinsen schürten die Hoffnung auf wieder anziehende Renditen für die Banken, erklären die Experten. Bei den Vermögensverwaltern gewinnen Julius Bär 0,9 Prozent und EFG International 2,9 Prozent. Auch die Versicherer Swiss Re und Zurich waren gesucht.

Syngenta kommt unter die Räder

Für Aufsehen sorgten die Aktien von Syngenta, die zeitweise über 9 Prozent abrutschten und letztlich 5,8 Prozent tiefer schliessen. Grund dafür seien Zweifel am Zustandekommen der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Pflanzenschutzkonzerns durch Chemchina, sagen Händler. Nach Angaben der EU-Wettbewerbsbehörde hat der chinesische Konzern keine Zugeständnisse gemacht, um Bedenken von Aufsehern bei der Übernahme zu zerstreuen. Syngenta erklärte, die Gespräche mit den Aufsehern dauerten an. Die Firma wolle am Dienstag weitere Details bekanntgeben.

Ebenfalls auf den Verkaufszetteln standen die Titel von Nestlé, die 1 Prozent nachgeben. Der Nahrungsmittelkonzern hatte vergangene Woche seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr gesenkt. Das längerfristige Ziel eines organischen Wachstum von jährlich 5 bis 6 Prozent sei im aktuellen deflationären Umfeld nicht erreichbar, hatte Konzernchef Paul Bulcke zur "Finanz und Wirtschaft" gesagt.

Die Anleger trennten sich darüber hinaus von Titeln aus dem Gesundheitssektor. Die Aktien des Biotechnologiekonzerns Actelion setzen die mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts eingeleitete Verlustserie fort und büssen weitere 3 Prozent ein. Novartis ermässigen sich um 0,4 Prozent. Der Pharmakonzern will am Dienstag seinen Zwischenbericht vorlegen. Analysten erwarten für das dritte Quartal einen leichten Gewinnrückgang. Roche sacken 0,7 Prozent ab. Das Basler Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für einen Test zur Prüfung von Blutspenden erhalten.

Zykliker tauchen nach anfänglichen Gewinnen

Kursverluste gab es nach anfänglichen Gewinnen bei vielen zyklischen Werten: Der Personalvermittler Adecco, der Elektronikkonzern ABB und die Sanitärtechnikfirma Geberit gaben nach. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim schliesst 0,2 Prozent im Plus.

Bei den kleinkapitalisierten Werten sacken Gurit 3,9 Prozent ab. Die Kunststofffirma verfehlte im dritten Quartal die Umsatzerwartungen der Investoren und nahm zudem den Ausblick für das Gesamtjahr leicht zurück.

(Reuters)