Schweizer Börse gibt nach US-Daten nach

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturzahlen nachgegeben. Der Handel war laut Händlern von Zurückhaltung geprägt und die Umsätze relativ dünn.
31.08.2016 17:45
Nach Publikation des Einkaufsmanagerindex' von Chicago gaben die Kurse an der Schweizer Börse am Mittwoch nach.
Nach Publikation des Einkaufsmanagerindex' von Chicago gaben die Kurse an der Schweizer Börse am Mittwoch nach.
Bild: cash

Der SMI notiert zum Handelsschluss 0,4 Prozent tiefer mit 8202 Punkten. Am Dienstag legte der Leitindex 0,6 Prozent zu.

Im Fokus der Anleger stehen weiterhin die US-Zinsen und damit auch US-Konjunkturdaten. Viele Anleger stellten sich zwar grundsätzlich auf höhere Zinsen ein. Aber der Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts sei unklar. "Die Leute wollen keine Risiken eingehen und halten sich zurück", sagt ein Händler. Die Daten der privaten Arbeitsagentur ADP fielen wie erwartet aus und beeinflussten den Markt nicht. Dagegen gerieten die Märkte nach dem unerwartet starken Rückgang des Konjunkturindex aus Chicago etwas ins Rutschen. Die US-Notenbank Fed macht eine Zinserhöhung von der Konjunkturentwicklung abhängig. Fed-Chefin Janet Yellen hatte Ende vergangener Woche zwar die Tür für eine Anhebung des Leitzinses weit aufgestossen, den Zeitpunkt aber offengelassen. Investoren rätseln nun darüber, ob der Zinsschritt bereits im September erfolgen könnte.

Daher warteten sie gespannt auf die monatliche Jobstatistik der Regierung am Freitag. "Die Leute starren auf die Daten wie ein Kaninchen auf die Schlange", sagt ein Händler.

Gefragte Finanzwerte

Stützen des Marktes waren Finanzwerte. Die Aussicht auf höhere Zinsen und damit auf bessere Geschäftsbedingungen sowie Fusionsspekulationen aus dem Ausland trieben die Nachfrage nach den kursmässig hinterherhinkenden Bankaktien europaweit an. Credit Suisse legen 2,2 Prozent zu und UBS werden um 1,7 Prozent höher bewertet. Genährt wurden die Fusionsfantasien bei den Banken von den Chefs der Deutschen Bank und der Commerzbank, John Cryan und Martin Zielke. "Wir brauchen weitere Zusammenschlüsse - auf nationaler Ebene, aber eben auch über die Landesgrenzen hinweg", betonte Cryan auf der Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt. Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner sagte dazu auf der Konferenz, eine Fusion mit der Deutschen Bank würde an den Regulierern scheitern und sei unmöglich.

Fester sind auch Anteile von Versicherern. Bâloise steigen um 3,8 Prozent. Händler sprechen von Käufen nach dem am Vortag veröffentlichten Halbjahresbericht.

Die Aktien von Straumann büssen 5,3 Prozent auf 381,50 Franken ein. Die Platzierung von rund 1,4 Millionen Titeln drückte den Kurs der Zahnimplantate-Firma. Der Singapur-Staatsfonds GIC hat 8,9 Prozent der Straumann-Aktien zu 380 Franken an Grossinvestoren veräussert. GIC sei noch mit 4,5 Prozent an der Firma beteiligt, teilte die mit der Abwicklung betraute Investmentbank J.P. Morgan mit. Im Zuge der Transaktion kaufte Straumann gut 531'000 eigene Titel zu 376,20 Franken.

Wenig Lust auf Zykliker

Kaum Interesse bestand laut Händlern an Anteilen zyklischer Firmen, obwohl die Auftragseingänge in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zur Vorjahresperiode um fast 10 Prozent zugenommen haben. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB verlieren 0,5 und diejenigen der Anlagenbauer Sulzer und Oerlikon gar 1,4 und 1,2 Prozent an Wert. Auch die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Zementproduzenten Lafarge-Holcim schwächen sich ab.

Luxusgüterwert Richemont verliert 2,6 Prozent. UBS hat die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen. Händler spekulieren zudem, dass Richemont angesichts des stark gesunkenen Börsenwerts aus dem renommierten Stoxx50-Index fallen könnte. Die Aktien von Rivalin Swatch büssen 0,8 Prozent ein.

Die Index-Schwergewichte Roche und Novartis sacken um 1,3 und 0,9 Prozent ab. Novartis hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht für sein Biosimilar Erelzi bekommen. Mit dem Mittel dürfen Entzündungskrankheiten wie Arthritis oder Schuppenflechte behandelt werden. Erelzi ist ein Nachahmermedikament von Amgens Milliarden-Arznei Enbrel. Das Novartis-Präparat dürfte aber kaum vor März kommenden Jahres auf den Markt kommen - wegen einer Wartefrist und weil sich Amgen vor Gericht gegen die drohende Konkurrenz wehrt. Nestlé ermässigen sich 0,1 Prozent.

(Reuters)