Schweizer Börse gibt weiter nach

An der Schweizer Börse hält am Freitag der Abwärtstrend an. Die Kurse büssen auf breiter Front ein. Nach wie vor sorgen sich die Anleger um den ungewissen Ausgang der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien.
10.06.2016 10:20
Eine längere Rotphase: Auch am Freitag ziehts die Schweizer Börse in die Tiefe.
Eine längere Rotphase: Auch am Freitag ziehts die Schweizer Börse in die Tiefe.
Bild: cash

Der SMI sinkt bis 10.15 Uhr um 1 Prozent auf 7997 Zähler. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,8 Prozent gesunken. Aus mehr psychologischer als charttechnischer Sicht sollte die Schwelle von 8000 Punkten nicht länger unterschritten werden, sagt ein Börsianer. Sonst könnten automatische Verkäufe ausgelöst werden und der SMI könne gegen 7850 Punkte fallen.

Vor dem Wochenende und den Sitzungen der US-Notenbank Fed und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in der kommenden Woche wollten sich die Anleger ohnehin nicht unnötig Risiken aussetzen. Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex, steigt um fast 4 Prozent auf den höchsten Stand seit einem Monat. "Kaufanreize gibt es derzeit wirklich nicht sehr viele", sagt ein Händler.

Händler hoffen, dass das am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehende und von der Universität Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Konsumenten die Kurse noch positiv beeinflusst. Von den Zahlen werden Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten US-Zinserhöhung erwartet. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der US-Wirtschaft.

Zurich nach Umstrukturierung im Fokus

Im Fokus der Anleger steht Zurich Insurance. Der neue Chef Mario Greco will dem Versicherungskonzern eine einfachere Struktur verpassen. Das Lebens- und Schadensversicherungsgeschäft sollen künftig weltweit von einem Team geführt werden. Dies sei ein sinnvoller Schritt. "Dank dieser Massnahme dürfte Zurich die eigenen Sparziele noch übertreffen", heisst es in einem Kommentar der Bank Vontobel. An der Börse gibt die Aktie zwar ebenfalls nach. Mit einem Minus von 0,6 Prozent schlägt sie sich aber besser als der Branchenindex, der 1,5 Prozent verliert.

Die Aktien der Banken setzen die Talfahrt fort. Der Titel der Grossbank Credit Suisse büsst 1,9 Prozent ein und der der Rivalin UBS sinkt um 1,1 Prozent.

Im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt verlieren die eigentlich als relativ krisenresistent geltenden Pharmatitel Novartis und Roche rund 1 Prozent. Die Anteile des Lebensmittelriesen Nestlé halten sich mit minus 0,6 Prozent etwas besser.

Bei den Aktien zyklischer Firmen fallen Swatch und Richemont um 2 Prozent. Die Papiere der Luxusgüterhersteller hatten sich zuletzt überdurchschnittlich gut gehalten.

Die Aktien von Straumann steigen um 3 Prozent auf 382,25 Franken. Credit Suisse hat das Kursziel für die Aktien des Dentalimplantatherstellers auf 430 von 385 Franken erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt.

(Reuters)