Schweizer Börse gibt zum Wochenstart nach

Die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Die Marktteilnehmer wagten sich nicht aus der Deckung.
21.11.2016 17:40
Am Montag der Klotz am Bein des SMI: die Novartis-Aktie.
Am Montag der Klotz am Bein des SMI: die Novartis-Aktie.
Bild: Bloomberg

Händlern zufolge machen sich zunehmend Zweifel breit, dass der designierte US-Präsident Donald Trump die US-Wirtschaft so kräftig stimulieren kann, wie kurz nach seiner Wahl erhofft. Zudem werfe das Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember Schatten voraus. Für eine gewisse Stimmungsaufhellung sorgte am Nachmittag die etwas fester startende Wall Street.

Der SMI notiert zum Börsenschluss um 0,7 Prozent tiefer bei 7850 Punkten. In einem richtungslosen und umsatzschwachen Handel macht sich vor allem der kräftige Kursverlust von Index-Schwergewicht Novartis bemerkbar. Nachdem der SMI die Unterstützung von 7880 Zählern durchbrochen habe, seien die Aussichten mittelfristig eingetrübt, erklären die Charttechniker der Zürcher Kantonalbank.

Die Novartis-Aktien sinken um 1,3 Prozent und zeichnen damit für rund die Hälfte des SMI-Rückgangs verantwortlich. Der Pharmakonzern stärkt sein Hämatologie-Geschäft mit der Übernahme von Selexys Pharmaceuticals, eine auf eine spezielle Form der Blutkrankheit spezialisierte US-Firma. Novartis sichert sich mit dem bereits 2012 eingefädelten Deal den Medikamentenkandidaten SelG1. Die Transaktion kostet den Arzneimittelhersteller an Voraus-, Meilenstein- und anderen Zahlungen bis zu 665 Millionen Dollar.

Die Roche-Scheine sind um 0,5 Prozent leichter. Die Biotech-Firmen Actelion und Basilea verlieren je mehr als 1,5 Prozent an Wert. "Bei Pharma ist einfach der Wurm drin", sagt ein Händler. Europaweit hatten Titel aus der Gesundheitsbranche einen schweren Stand, der Branchenindex gibt 0,7 Prozent nach.

Mit den Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé schwächt sich ein weiteres Index-Schwergewicht 0,4 Prozent ab.

Bankentitel unter Abgabedruck

Die Aktien der Credit Suisse und der UBS sinken um 1,2 und 1,4 Prozent. Der Broker Bernstein hat zwar das Kursziel für die beiden Grossbanken angehoben, aber die Empfehlung "Underperform" bestätigt. Auch die Vermögensverwalter Julius Bär und GAM Holding büssen Terrain ein, Vontobel dagegen wiedersetzt sich dem Trend und legt 0,2 Porzent zu.

Die Anteile zyklischer Firmen tendieren meist negativ. Die Lafarge-Holcim-Aktien verlieren 0,6 Prozent. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB geben leicht nach. Die Anteile des Chemikalienherstellers Clariant und der Sanitärtechnikfirma Geberit liegen gut ein halbes Prozent im Minus. Auch die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont büssen Terrain ein.

Die Aktien von Adecco steigen um 1,5 Prozent. HSBC stufte den Personalvermittler auf "Buy" von "Hold" hoch. Auch der Titel des Inspektionskonzerns SGS zieht leicht an.

Schweiter nach Kaufempfehlung gesucht

Am breiten Markt fallen die Leclanché-Titel mit einem Plus von 4,6 Prozent auf. Der Batteriehersteller arbeitet künftig mit Zhejiang Narada Power Source bei der Lithium-Ionen-Technologie zusammen.

Die Anteile von Schweiter steigen um 3,5 Prozent. UBS hat den Maschinenbauer auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft.

Die Aktien von Leonteq verlieren 3,8 Prozent. Der Kurs der Derivatboutique ist seit einiger Zeit unter Druck.

Die Papiere von Meyer Burger schwächen sich um 2,8 Prozent ab. Der Solarzulieferer ist dabei, eine Kapitalerhöhung und andere Kapitalmassnahmen umzusetzen. Am Donnerstag entscheiden die Obligationäre und kommende Woche die Aktionäre über die Vorschläge der Firma.

(Reuters/cash)