Schweizer Börse grenzt Anfangsverluste ein

Die Schweizer Börse tendiert zum Wochenschluss wenig verändert. Anfängliche Einbussen holte der Markt rasch wieder auf.
09.09.2016 10:55
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse am Freitagmorgen.
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse am Freitagmorgen.
Bild: cash

Der SMI notiert um 10.45 Uhr bei 8317 Punkten praktisch unverändert. Am Donnerstag hatte der Leitindex geringfügig tiefer geschlossen.

Die Anleger seien zwar weiterhin enttäuscht darüber, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst auf weitere geldpolitische Massnahmen verzichten wolle. "Die Erwartungen waren etwas hoch", sagt ein Händler. "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagt er zur Entscheidung der EZB vom Vortag. Und weitere Lockerungsmassnahmen hätten zudem den Eindruck erwecken können, dass das bestehende Anleihenkaufsprogramm gar nicht genügend greift. Daher hätten sich die Kurse rasch gefangen.

Auch ein Atomtest Nordkoreas beeindruckte die Anleger nicht nachhaltig. "In Asien haben die Märkte kaum auf den Atomtest reagiert, aber ein Kaufargument ist das bestimmt nicht", sagt ein Händler. Die Nachrichten aus Nordkorea dürften die Investoren zu noch mehr Zurückhaltung veranlassen, sagt ein anderer Börsianer. Daher dürften die Umsätze auch zum Wochenschluss nicht anziehen.

Zentralbanken bestimmen weiter die Agenda

Die Märkte bleiben unter der Fuchtel der Zentralbanken. "Nach der EZB zittern wir nun vor allem der US-Notenbank am 21. September entgegen", sagt ein Händler. Den Markt bewegen könnte aber bis dahin auch die Schweizerische Nationalbank (SNB), die am kommenden Donnerstag ihre geldpolitische Lagebeurteilung veröffentlicht.

Bis zum Zinsbeschluss der Fed dürften die Anleger die Reden von Notenbankvertretern genau unter die Lupe nehmen und auf mögliche Hinweise auf den Zeitpunkt einer Zinserhöhung abklopfen. Am Nachmittag hält Eric Rosengren, der Chef der Federal Reserve Bank von Boston, eine Rede.

Gefragt sind die Aktien der Banken, die ihre Erholung vom Einbruch anfangs Juli fortsetzten. Der Anteil der Credit Suisse steigt um 2,1 Prozent und führte die Gewinner im SMI an. Dahinter folgt die Rivalin UBS mit einem Kursplus von 1,5 Prozent. Mit den Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär und der Versicherungen Swiss Life und Zurich sind weitere Finanzwerte unter den Gewinnern.

"Die Anleger suchen Aktien, die kursmässig zurückgeblieben sind", sagt ein Händler. Zudem könnten die Zinsen ihren Tiefststand erreicht haben und vor einer Trendwende stehen. "Das bedeutet für die Banken good news, weil die Kreditmargen damit wieder besser werden", sagt ein anderer Börsianer.

Krisenresistente Aktien nicht gefragt

Schwächer sind dagegen die als krisenresistent geltenden schwergewichtigen Arzneimittelwerte Novartis, Roche und Actelion mit Einbussen von bis zu 0,8 Prozent.

Die Anteile von Nestlé, einem weiteren Schwergewicht, steigen um 0,3 Prozent. Die Deutsche Bank hat den Lebensmitteltitel zum Kauf empfohlen.

Die Aktien zyklischer Firmen sind meist schwächer. Die Titel des Personalvermittlers Adecco und des Elektrotechnikkonzerns ABB aber legen gegen den negativen Trend zu.

Am breiten Markt rücken DKSH um 3 Prozent vor und markieren den höchsten Stand seit einem Jahr. HSBC hat die Verkaufsempfehlung für den Anteil des Marktexpansionsdienstleistungsunternehmens ausgesetzt.

Sunrise sinken um 1,2 Prozent. Kepler Cheuvreux hat das Rating für die Aktie der Telekommunikationsfirma auf "Hold" von "Buy" gesenkt.

(Reuters/cash)