Schweizer Börse grenzt Verluste ein

Die US-Zinsentscheidung und der damit verbundene Kursrückgang des Dollar haben am Donnerstag für fallende Kurse an der Schweizer Börse gesorgt.
17.03.2016 17:34
Fallende Kurse an der Schweizer Börse.
Fallende Kurse an der Schweizer Börse.
Bild: ZVG

Der schwache Dollar drücke die Stimmung, sagten Händler. Im Verlauf konnte der Markt aber einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Der SMI notierte mit 7862 Punkten um 0,7 Prozent tiefer. Zeitweise stand der Leitindex bei 7785 Punkten.

Die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed habe viele Anleger verunsichert, hiess es. Die Fed hatte am Mittwoch signalisiert, dass sie nach der Zinswende im Dezember dieses Jahr nur noch zwei Mal nachlegen will. Ende 2015 hatten sie noch doppelt so viele Schritte vorgesehen. Das brachte die US-Devise unter Druck und belastete europaweit die Aktienkurse.

SNB mit wenig Einfluss

Weniger stark taxierten die Börsianer den Einfluss der Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB hatte wie erwartet die Zinsen unverändert belassen. Der Strafzins für Sichteinlagen der Banken bei der Notenbank blieb bei minus 0,75 Prozent. Bei Bedarf will die SNB weiterhin am Devisenmarkt intervenieren, um die Landeswährung zu schwächen .

Händler sagten, die Anleger seien trotz des neuerlichen Kursrückgangs relativ entspannt. Der Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Börse, ging weiter zurück und notierte kurzzeitig auf einem Jahrestief. Die Kursschwankungen gingen zu einem Teil auf den dreifachen Verfallstermin an der Eurex zurück. Am Freitag, dem Hexensabbat, laufen Optionen- und Futures-Kontrakte auf Aktien und Indizes aus. Dabei kann es zu grossen Umsätzen und heftigen Kursausschlägen kommen.

Unter Druck standen die Anteile der Marktschwergewichte aus dem Pharmabereich: Novartis sanken um 1,5 Prozent und Roche verloren 2,5 Prozent. Nestle, ein weiteres Schwergewicht, schwächte sich um 0,4 Prozent ab.

Banken schwächer

Die Aussicht auf ein schwaches erstes Quartal setzte europaweit zahlreichen Banken zu. Der Branchenindex fiel um 1,6 Prozent. Credit Suisse ermässigten sich um 0,4 Prozent. UBS aber drehten nach frühen Abschlägen mit 1,1 Prozent ins Plus. Auch Vermögensverwalter wie Julius Bär und Vontobel wurden tiefer bewertet.

Die Aktien von LafargeHolcim notierten nach einem achterbahnartigen Verlauf um 1,9 Prozent höher. Der Zementkonzern rutschte im vierten Quartal wegen Aufräumarbeiten in der Bilanz tief in die roten Zahlen und fuhr einen Verlust von 2,86 Milliarden Franken ein. "Operativ hat der Marktführer aber gut gearbeitet", sagte ein Händler. Die Zahlen entsprächen den Erwartungen.

Insgesamt präsentierten sich die Aktien zyklischer Firmen uneinheitlich. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB legten 1,8 Prozent zu. Chemiewert Clariant verlor 1,6 Prozent und die Anteile des Sanitärtechnik-Konzerns Geberit schwächten sich 0,8 Prozent ab.

Am breiten Markt legten die Newron-Aktien 13,2 Prozent zu. In den USA wird das Parkinsonmedikament Xadago vom Partner Zambon auf den Markt gebracht.

Alpiq setzten ihre Talfahrt fort. Die Titel des Stromkonzerns stehen wegen der fallenden Strompreise und hohen Abschreibungen seit einiger Zeit unter Druck.

Die Aktien von Tecan verloren 4,9 Prozent. KeplerCheuvreux und Credit Suisse haben sich nach der Bilanzveröffentlichung kritisch zu dem Laborausrüster geäussert.

Die Titel des Backwarenherstellers Aryzta und des Isolatorenproduzenten Von Roll erholten sich zu einem Teil von den kräftigen Verlusten der vergangenen Tage.

(Reuters)