Schweizer Börse grenzt Verluste noch leicht ein

Die Schweizer Börse hat zu Wochenbeginn den Rückwärtsgang eingelegt. Die Anleger trennten sich angesichts der wachsenden Unsicherheit über den Zeitpunkt einer US-Zinserhöhung von Aktien.
12.09.2016 17:40
Am Montag war für die Adecco-Aktionäre kein Zuckerschlecken: Die Aktie führte im SMI die Verliererliste an.
Am Montag war für die Adecco-Aktionäre kein Zuckerschlecken: Die Aktie führte im SMI die Verliererliste an.
Bild: Bloomberg

Zum Handelsschluss konnte der Markt die Verluste noch etwas eingrenzen. Der Leitindex SMI büsst 0,7 Prozent auf 8206 Zähler ein. Am deutlichsten fallen die Abschläge bei Bankaktien und zyklischen Werten aus, die teilweise mehr als 3 Prozent nachgeben. "Die Märkte sind verschnupft", sagt ein Händler. Im internationalen Vergleich hielt sich die Schweizer Börse aber gut - vor allem dank der Stütze der als krisenfest geltenden Indexschwergewichte Novartis und Roche.

Auslöser für die Talfahrt an den Aktienmärkten waren zunächst Äusserungen von Fed-Mitglied Eric Rosengren, der am Freitag vor einer zu zögerlichen Zinspolitik gewarnt hatte. Ein Börsianer sagte, an den Märkten sei dies als Hinweis interpretiert worden, die Fed könnte schon im September und damit früher als von vielen erwartet die Zinsen anheben. Auch am Montag kamen von US-Notenbankern widersprüchliche Signale: Währungshüter Dennis Lockhart forderte für die Sitzung nächste Woche eine ernsthafte Diskussion über eine Zinserhöhung. Der Chef der regionalen Zentralbank von Minneapolis, Neel Kashkari, sieht eine geldpolitische Straffung hingegen nicht als besonders dringlich an.

Weltweit hatten die Notenbanken in den vergangenen Jahren mit ihrer lockeren Geldpolitik für eine Hausse der Aktienmärkte gesorgt. Auf Kursänderungen reagieren die Anleger daher empfindlich. "Das zeigt, wie stark die Aktienmärkte auf die Geldpolitik fokussiert sind", sagt ein Börsianer.

Zykliker stark unter Druck

An der Spitze der Verlierer stehen die Aktien des Personalvermittlers Adecco mit einem Abschlag von 2,9 Prozent. Auf den Verkaufszetteln waren darüber hinaus Aktien zyklischer Werte wie jene des Zementkonzerns Lafarge-Holcim und des Elektronikkonzerns ABB zu finden.

Zudem trennten sich die Anleger von den Anteilen der Grossbanken UBS und Credit Suisse, die zuletzt gut gefragt waren. Am Montag geben beide Titel jedoch 2,4 und 2 Prozent nach. UBS-Finanzchef Kirt Gardner hatte die Aktionäre mit Blick auf künftige Dividenden um Geduld gebeten: Zunächst müsse das Institut anhängige Rechtsfälle lösen und Klarheit über die künftigen Kapitalanforderungen haben. Dann sei UBS in einer guten Position, Kapital auf einem attraktiven Niveau auszuschütten.

Besser halten sich die Titel von Swatch - mit einem Plus von 0,4 Prozent ist er neben Actelion der einzige Gewinner im SMI. Rivalin Richemont büsst hingegen 0,8 Prozent am Wert ein. Der Luxusgüterkonzern will am Mittwoch über die Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten informieren. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Verkaufserlöse um gut 11 Prozent.

Schwergewichte bremsen den Rückfall

Im Gleichklang mit dem Markt sacken auch die Titel des Rückversicherers Swiss Re ab, obwohl der Konzern mit einer Stabilisierung der Prämien rechnet. Die Preiserosion in der Naturkatastrophenversicherung dürfte sich verlangsamen, wie die Nummer zwei der Branche beim jährlichen Treffen in Monte Carlo mitteilte. Die Aktien verlieren 0,8 Prozent. Zurich Insurance und Swiss Life geben 0,6 und 1,5 Prozent nach.

Merklich gebremst wird der SMI-Rückgang von den Index-Schwergewichten: Die Nestlé-Titel bröckeln 0,7 Prozent ab, die Pharmawerte Novartis und Roche sind nur leicht im Minus.

Im Pharmabereich darf die Börse auf einen Neuzugang hoffen: Die Biotech-Firma Adienne will sich mit einem Börsengang Geld für die Entwicklung verschiedener Medikamente gegen seltene Krankheiten holen. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf der Behandlung von Blut- und Immunkrankheiten. Details zu dem Initial Public Offering (IPO) nannte das Unternehmen nicht. BofA Merrill Lynch und Jefferies begleiten den Börsengang als Global Coordinators und Joint Bookrunners.

(Reuters/cash)