Schweizer Börse hält sich in der Gewinnzone

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit anziehenden Kursen in den Handelstag gestartet und notiert zur Mittagszeit weiterhin im Plus.
13.09.2016 12:55
Am Dienstagmittag im positiven Bereich: Schweizer Börse.
Am Dienstagmittag im positiven Bereich: Schweizer Börse.
Bild: cash

Der Leitindex SMI hat sich damit wieder deutlich über der 8200-Punkte-Marke etabliert, unter die er am Vortag zeitweise gefallen war. Er bewegt sich bisher allerdings in einer sehr engen Bandbreite von lediglich gut 20 Punkten. Der Grund für die nach zwei schwachen Sitzungen wieder etwas verbesserte Stimmung sind nun doch wieder abnehmende Zinssorgen in den USA.

Als Urheberin dafür gilt Lael Brainard. Das Fed-Direktoriumsmitglied hatte am Vorabend die zuletzt aufgekommenen Befürchtungen über eine baldige Zinserhöhung in den USA gedämpft. Es sei "Vorsicht" bei der Rückführung der lockeren Geldpolitik geboten, sagte sie. Am Freitag hatte sich ein anderes Fed-Mitglied noch gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen und an der Wall Street für den stärksten Rutsch seit dem Brexit-Votum gesorgt. Am heutigen Dienstag beginnt wie üblich eine einwöchige Schweigephase der Notenbankmitglieder vor der Fed-Sitzung von Mitte nächster Woche.

Der SMI gewinnt zur Mittagszeit 0,3% auf 8231 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,3% auf 1250 und der breite SPI um 0,4% auf 8945 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Titel notieren zur Berichtszeit 21 im Plus, 8 im Minus und 1 (Geberit) unverändert.

Lafarge-Holcim-Aktie gesucht

Lafarge-Holcim (+1,6%) haben ihre Anfangsgewinne etwas ausgebaut und stehen damit bei den Bluechips weiter klar an der Ranglistenspitze. Sie hatten am Vortag im Zuge aufkommender Konjunktursorgen noch zu den grössten Verlierern gezählt.

Gut halten sich auch Richemont (+1,3%) und Swatch (+0,9%). Die beiden Uhren- und Luxusgüterkonzerne profitieren von den neusten Wirtschaftsdaten aus China, einem ihrer wichtigsten Märkte. Die Zahlen zeichnen ein wieder positiveres Bild der aktuellen Wirtschaftslage: Im August konnten sowohl die Industrieproduktion als auch der Umsatz im Detailhandel stärker als erwartet zulegen. Der Genfer Konzern wird ausserdem am (morgigen) Mittwoch im Rahmen eines Trading Statement über den Geschäftsgang der letzten fünf Monate berichten.

Klar besser als der Gesamtmarkt notieren ausserdem ABB (+0,9%), nachdem der schwedische Grossaktionär Cevian die Forderung nach einer Abspaltung der Sparte Power Grids bekräftigt hat. Der Schweizer Technologiekonzern wird am 4. Oktober darüber informieren, ob er dieser Forderung Folge leisten will oder nicht.

Schwächelnde Assekuranzwerte

Im oberen Tabellenbereich sind auch Lonza (+0,4%) anzutreffen. Der Life-Science-Konzern vermeldete am Morgen den Abschluss der im August angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Interhealth Nutraceuticals. Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis (je +0,5%) entwickeln sich nach der zuletzt schwachen Entwicklung ebenfalls relativ gut.

Die Bankenwerte haben von ihrer Anfangsdynamik dagegen etwas verloren. Zum Berichtszeitpunkt legen CS (+0,4%) und Julius Bär (+0,3%) nur noch durchschnittlich zu, während UBS (-0,3%) sogar ins Minus gefallen sind.

In den positiven Bereich vorgestossen sind derweil Schindler PS (+0,3%). Der Liftbauer hat die Übernahme eines Mehrheitsanteil an der Vertriebsfirma für XJ-Lifte in Singapur vermeldet. Am Schluss der Tabelle sind neben dem Personaldienstleister Adecco (-1,0%) die drei Versicherer Swiss Life (-0,6%), Bâloise (-0,5%) und Swiss Re (-0,5%) zu finden.

Partners Group nach Zahlen mit Kurssprung

Am breiten Markt vollführen die Aktien von Partners Group (+11%) nach der Vorlage starker Halbjahreszahlen einen veritablen Kurssprung. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hat mit den Ergebnissen alle Markterwartungen übertroffen. Entsprechend euphorisch sind die Analystenkommentare.

Die Aktien der Vaudoise Versicherung (-2,2%) verlieren auf der anderen Seite nach Vorlage von enttäuschenden Semesterzahlen. Der Gewinn brach von höheren Schadenskosten in der Nichtlebensversicherung und Reservestärkungen im Lebensgeschäft belastet um rund einen Drittel ein. Leicht Gewinnmitnahmen sind ausserdem bei SNB (-2,5%) auszumachen.

(AWP)