Schweizer Börse hält sich knapp im Plus

Die Schweizer Börse zeigt sich am Mittwochmittag weiter gut gehalten. Der Leitindex SMI pendelt mit geringen Aufschlägen um die Marke von 8150 Punkten.
13.07.2016 13:00
Am Mittwochmittag auf der positiven Seite: Die Schweizer Börse.
Am Mittwochmittag auf der positiven Seite: Die Schweizer Börse.
Bild: cash

Die Anleger würden etwas den Fuss vom Gas nehmen und wieder vorsichtiger agieren, heisst es im Handel. Die von den US-Indizes erreichten Rekordhochs seinen ohne grosse Begeisterung registriert worden und treiben die Märkte in Europa nach der Erholung der Vortagen nicht weiter an.

Die Berufung von Theresa May als neue britische Premierministerin und die Erwartung an die Bank of England für eine Lockerung der Geldpolitik hatten zuletzt für Unterstützung gesorgt. In Europa hat sich die Konsumentenstimmung trotz Brexit deutlich aufgehellt. Demgegenüber belasten die wieder tieferen Ölpreise etwas und Japan hatte am Morgen seine Wachstumsprognose zurückgenommen. Aus den USA folgen am Nachmittag noch Daten zu den Im- und Exportpreisen, der Ölbericht und später das Fed-Beige-Book.

Der SMI steigt gegen Mittag um 0,1% auf 8152 Punkte (bisheriges Tageshoch 8158). Demgegenüber steigt der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, um 0,3% auf 1204 Zähler, und der breite SPI notiert 0,1% höher auf 8823 Punkten. Von den 30 Bluechips stehen 23 im Plus und 7 im Minus.

Adecco nach positivem Analystenkommentar gesucht

Marktbewegende News sind bei den Bluechips Mangelware. Adecco (+1,4%) setzen die seit fünf Handelstagen andauernde Aufwärtsbewegung fort und sind weiter stärkste Gewinner unter den Bluechips. In einem Kommentar eines CS-Analysten zum Arbeitsmarkt werden die nach dem Brexit erlittenen Abgaben in Adecco als übertrieben gewertet.

Erneut tendieren Zykliker eher fester, andere Branchentrends lassen sich nur schwer ausmachen. So gewinnen etwa Lafarge-Holcim (+1,0%), Richemont (+0,7%) oder Bâloise (+1,0%) etwas stärker hinzu. Bei den Schwergewichten hat sich Novartis (+0,6%) ebenfalls in die Gruppe der stärksten Gewinner vorgeschoben, während Roche (-0,2%) und Nestlé (-0,5%) weiter schwächeln. Bei den Banken zeigt sich mit CS (+0,7%), Julius Bär (+0,4%) und UBS (+0,2%) ein positives Bild.

Schwächster Bluechip ist Aryzta (-1,8%) und auch Swisscom (-0,4%), Geberit oder Sika (je -0,1%) notieren im Minus.

Clariant legen trotz Kurszielsenkung zu

Für Clariant (+0,6%, 17,18 Franken) hat die CS das Kursziel in einer Branchenstudie um 80 Rappen auf 17 Franken gesenkt. Das Rating lautet weiter "Neutral". Als Grund für die Anpassung verweist der Analyst auf aktualisierte Währungs- und Konjunkturannahmen. Bei Givaudan (+0,1%, 2036 Franken) setzt die CS neu das Kursziel auf 1850 Franken nach zuvor 1700 Franken, bei beibehaltener "Neutral"-Bewertung.

ABB (+0,4%) zeigen sich von den durchwachsenen Alstom-Zahlen unbeeindruckt. Der französische Teil-Mitbewerber musste im Halbjahr einen Einbruch beim Auftragseingang unter die Hälfte des Vorjahreswertes hinnehmen, während der Umsatz durch den Abschluss mehrerer Projekte anstieg.

Bei SGS (+0,1, 2286 Franken) bietet eine Analystenbewertung durch Jefferies nur wenig Stütze. Das Kursziel wurde um 70 auf 2050 Franken nachgezogen, die Bewertung jedoch bei "Hold" belassen. Zudem hat der Warentest-Konzern mit SpecHub in Panama eine weitere kleinere Akquisition getätigt. Das Unternehmen mit einem Umsatz von gut einer halben Million Dollar ist im Bereich Flüssiggas tätig.

Syngenta (+0,5%) legen leicht zu. Chemchina will einer Agenturmeldung zufolge durch die Ausgabe neuer Aktien einer Tochter rund 10 Milliarden Dollar einsammeln, um den Kauf des Agrochemiekonzerns zu finanzieren.

DKSH nach positiven Semesterzahlen gefragt

Im breiten Markt hat DKSH (+7,5%) am Morgen die Halbjahreszahlen präsentiert und die Analystenschätzungen erfüllt. Während der Umsatz auf 5,1 Milliarden anwuchs blieb unter dem Strich ein geringerer Gewinn übrig. Im Gesamtjahr soll bei beiden Werten ein Plus resultieren. Die Analysten werten das anziehende organische Wachstum positiv.

GAM (-0,5, 10 Franken) hat eine Kapitalherabsetzung um 3,1 Millionen Aktien vollzogen. Derzeit läuft ein weiteres dreijähriges Rückkaufprogramm über 16,7 Millionen Titel mit dem gleichen Zweck. Hier hat die UBS das Kursziel auf 10 von 9,30 Franken angehoben und stuft die Aktien weiter mit "Neutral" ein.

(AWP)