Schweizer Börse hält sich knapp im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag zur Mittagszeit knapp im positiven Bereich. Die Indizes waren auf den schwachen Vortag mit Avancen gestartet, fielen dann aber bis zum Mittag wieder etwas zurück.
01.09.2016 13:00
Nicht mehr deutlich, aber immer noch im Plus: Die Schweizer Börse am Donnerstagmittag.
Nicht mehr deutlich, aber immer noch im Plus: Die Schweizer Börse am Donnerstagmittag.
Bild: cash

Vor allem die SMI-Schwergewichte haben etwas Mühe. Der SMI bewegt sich in einem laut Händlern sehr ruhigen Markt bisher aber in einer relativ engen Bandbreite von knapp 30 Punkten.

Im Vorfeld der am (morgigen) Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktzahlen wollten sich die wenigsten Investoren gross aus dem Fenster lehnen, heisst es. Die US-Daten, die am Freitag um 14.30 Uhr veröffentlicht werden, sollen vor allem weitere Hinweise in Bezug auf die Zinspolitik der US-Notenbank Fed liefern. Die Aussagen einzelner Fed-Mitglieder waren zuletzt zum Teil etwas divergierend, daher ist die Unsicherheit wieder grösser geworden. Diverse weitere US-Konjunkturdaten, die heute Nachmittag publiziert werden, dürften ebenfalls vor allen in Bezug auf die Zinspolitik hin interpretiert werden.

Der SMI steht zur Mittagszeit 0,1% höher bei 8213 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,4% auf 1250 Zähler und der breite SPI 0,1% auf 8927 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln legen 21 zu und 9 büssen an Wert ein.

CS-Aktie weiter auf Aufholjagd

Bei den Finanzwerten, die zuletzt mit den gestiegenen Erwartungen für einen baldigen US-Zinsschritt deutlichen Rückenwind verspürt haben, setzen die CS-Aktien (+2,2%) ihren Aufwärtstrend fort. Zuletzt war etwa bekannt geworden, dass der grosse US-Investor Capital Group seinen Anteil auf über 5% aufgestockt hat. Das CS-Papier büsst auf dem aktuellen Stand von 13,09 Franken aber noch immer über 35% an Wert ein gegenüber dem Stand Ende 2015. Auch Julius Bär (+1,6%) und UBS (+0,8%) legen am Berichtstag weiter zu.

Klare Aufschläge verzeichnen auch einige zyklische Werte, darunter vor allem die vom internationalen Touristenstrom abhängigen Swatch (+1,7%), Dufry (+1,3%) oder Richemont (+0,6%). Wie am Vorabend bekannt wurde, fallen die Richemont-Aktien ab dem 19. September aus dem Stoxx-Europe-50-Index, was allerdings keine grosse Überraschung mehr darstellt, da bereits in den letzten Tagen diesbezüglich spekuliert worden war. Für Richemont rutschen die Titel des Agrochemiekonzerns Syngenta (+0,8%) nach, der mitten in der Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern Chem China steckt.

Zu den grössten Gewinnern im Bluechips-Segment gehören auch Givaudan (+1,2%), Swiss Life (+1,0%) und Adecco (+1,0%). Das Bauchemieunternehmen Sika (+0,9%) hat zudem die Übernahme eines Betonfaserproduzenten in den USA mitgeteilt.

Schwergewichte tun sich schwer

Der Pharmakonzern Roche (+0,1%) hat vorbörslich einen Erfolg in einer Phase-III-Studie mit seinem Immun-Therapeutikum Tecentriq gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs vermeldet. Ein Entscheid zur Zulassung wird bis zum 19. Oktober erwartet, wobei Analysten lediglich mit einem Umsatzpotenzial von 100 Millionen Franken rechnen.

Die Konkurrentin Novartis (-0,3%) hat derweil eine Reorganisation in der Pharmadivision bekanntgegeben, von dem rund 120 Stellen betroffen sind. Leichte Abgaben erleiden auch die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,1%). Dieser unterstreicht derweil seinen neuen Fokus auf den Gesundheitsbereich mit der Übernahme der britischen Medtech-Gesellschaft Phagenesis.

Der Berner Gesundheitskonzern Galenica (-0,6%) kann den 1,5 Milliarden Dollar schweren Kauf des US-Pharmaunternehmens Relypsa abschliessen. Bis zum Ende der Angebotsfrist per Ende August sind ihm knapp 86% der Aktien zum Kauf angeboten worden, für weitere 4% sei die Andienung garantiert worden. Am Schluss der Tabelle liegen aber Swisscom (-0,9%) und Aryzta (-0,7%).

VAT nach Aktienplatzierung unter Druck

Am breiten Markt büssen VAT (-3,7% auf 71,95 Franken) deutlich an Wert ein. Der der Grossaktionär Capvis hat 2,5 Millionen Aktien des Vakuumpumpen-Herstellers in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren bei Investoren zu 70,50 Franken platziert. Derweil haben die Medizinalbedarfgruppe IVF Hartmann (-6,5%), der Finanzbroker CFT (+1,7%), das Biotech-Unternehmen Molecular Partners (+0,9%) oder der Airline-Caterer Gategroup (+1,3%) Halbjahreszahlen bekanntgegeben. Letzterer geriet bekanntlich vor kurzem ebenfalls in chinesische Hände, wobei die Aktien bald dekotiert werden dürften.

(AWP)