Schweizer Börse kann leichte Gewinne halten

Die Schweizer Börse hat nach dem Höhenflug am ersten Handelstag des Jahres einen Gang zurückgeschaltet.
04.01.2017 17:35
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

Zwar sorgten Konjunkturdaten aus Japan und der Euro-Zone für eine positive Grundstimmung. Viele Anleger hielten sich aber zurück, sagten Händler. Denn kursbewegende Nachrichten seien nach den Feiertagen weiterhin dünn gesät. Zudem lasteten Kursverluste beim Schwergewicht Novartis auf dem Leitindex. Bis am späten Nachmittag gewann der SMI knapp 0,5 Prozent auf 8355 Punkte. Damit rücken die Höchststände von vergangenem Herbst bei rund 8350 Zählern wieder in Reichweite. Am Dienstag hatte der SMI 1,2 Prozent zugelegt.

Auch andernorts waren die Anleger gut gelaunt: In Tokio etwa zog der Nikkei-Index um 2,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2015 an - beflügelt durch positive Konjunkturdaten: Einer Umfrage zufolge ist Japans Industrie im Dezember so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr. In der Eurozone stieg die Inflation Ende 2016 auf ein 3-Jahres-Hoch. Grund dafür ist jedoch hauptsächlich der höhere Ölpreis, weswegen Experten vorerst nicht mit einer Änderung der aktienmarktfreundlichen, lockeren Geldpolitik der EZB rechnen.

Am Abend dürften die Anleger ihr Augenmerk auch auf die Protokolle der Fed-Sitzung von Dezember richten. Davon erhoffen sie sich Hinweise auf das Tempo weiterer US-Zinserhöhungen.

Die Experten der Privatbank Safra Sarasin erwarten auch für die kommenden Wochen eine gute Entwicklung. "Die Voraussetzungen stehen gut für bis in den Frühling 2017 steigende Aktienmärkte. Die USA, Japan und Deutschland sowie zyklische Industrien dürften am besten abschneiden", erklärten sie in ihrem Ausblick für das Jahr 2017.

Finanzwerte gesucht

Zu den Gewinnern im Schweizer Leitindex zählten erneut Finanzwerte. Credit Suisse stiegen um 3,5 Prozent auf 16,10 Franken. Im Handelsverlauf hatten sie den höchsten Stand seit knapp einem Jahr erreicht. Die zweitgrösste Schweizer Bank profitierte von positiven Analystenkommentaren: Barclays etwa stufte Credit Suisse auf "Overweight" von "Equal Weight" hoch. Der überarbeitete Strategieplan des Managements sei realistischer und mit der Einigung im US-Hypothekenstreit seien grosse Rechtsunsicherheiten aus dem Weg geräumt, hiess es in der Studie. Im Gefolge zogen die Papiere der Konkurrentin UBS um 2,5 Prozent an, während Julius-Bär-Titel 1 Prozent gewannen. Auch die Versicherungswerte waren gefragt - das Plus hielt sich aber in Grenzen.

Als Bremse erwiesen sich hingegen die schwergewichtigen Novartis-Papiere, die 0,9 Prozent nachgaben. Zum einen hatte JP Morgan die Empfehlung auf "Neutral" von "Overweight" gesenkt. Zum anderen steht der Pharmariese in Griechenland im Visier der Korruptionsermittler: Sie hatten im Zuge eines laufenden Verfahrens Novartis-Büros in Athen durchsucht, wie ein Gerichtsvertreter zu Reuters sagte. Zudem hat die US-Firma Gilead Sciences von dem Basler Konzern den Krebs-Spezialisten Alessandro Riva abgeworben. Er hatte bei Novartis die Entwicklung von Krebsarzneien geleitet.

Die in Übernahmeverhandlungen stehende Actelion verloren 0,5 Prozent. Die Biotechnologiefirma hat die diesjährige Teilnahme an einer Investorenveranstaltung von JP Morgan abgesagt. Die Papiere von Roche legten hingegen 0,9 Prozent zu. Das neben Roche und Novartis dritte Index-Schwergewicht Nestle gewann 0,8 Prozent.

Uhrenaktien geben nach

Um die meisten zyklischen Werte machten Anleger einen Bogen: Die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont rutschten ab. Händler erklärten, nach den am Vortag veröffentlichten rückläufigen Einzelhandelsdaten in Hongkong sorgten sich die Anleger um die Uhrennachfrage in dem Schlüsselmarkt.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit verlor ebenfalls an Wert. Lediglich Adecco legten um 2,8 Prozent auf 69,45 Franken zu. Die Analysten der Credit Suisse hatten das Preisziel für den Personalvermittler auf 75 Franken erhöht.

Am breiten Markt gewannen Newron 2,6 Prozent. Die Pharmafirma hat nach eigenen Angaben bei einer Phase IIa-Studie mit dem Mittel Evenamide zur Behandlung von Schizophrenie "vielversprechende vorläufige Ergebnisse" erzielt.

(Reuters)