Schweizer Börse kommt am US-Wahltag nicht in Schwung

Die Schweizer Börse kommt am Dienstag nicht recht vom Fleck. Am Tag der US-Präsidentschaftswahl hielten sich die Anleger zurück, sagen Händler.
08.11.2016 10:10
Können an einem eher «zähen» Börsen-Dienstagmorgen dank guten Quartalszahlen deutlich zulegen: Adecco-Aktien.
Können an einem eher «zähen» Börsen-Dienstagmorgen dank guten Quartalszahlen deutlich zulegen: Adecco-Aktien.
Bild: Bloomberg

Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen der Demokratin Hillary Clinton und ihrem Kontrahenten Donald Trump hin. Der Leitindex SMI steigt bis 10.10 Uhr um 0,2 Prozent auf 7754 Zähler. Am Montag hatte der Leitindex 1,9 Prozent zugelegt, weil Anleger bei den US-Wahlen auf einen Sieg von Clinton gesetzt hatten.

Es war dies der stärkste Anstieg an einem Tag seit mehr als zwei Monaten. Zuvor hatte die US-Bundespolizei FBI die kürzlich eingeleiteten Ermittlungen gegen Clinton eingestellt. Von der Demokratin erwarten sich Börsianer Kontinuität, während Trump wegen seiner Unberechenbarkeit als Investorenschreck gilt.

Die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl sei weiterhin gross, sagen Börsianer. "Der heutige Tag fühlt sich so an wie die letzte Minute eines langen Hollywoodfilms - die einzige Frage, die sich stellt ist, ob es eine Komödie, eine Tragödie oder ein Horrorfilm ist", beschreibt Julius-Bär-Devisenmarktexperte Jürg Mettler die Stimmung.

Adecco nach Zahlen gesucht

Neben den Wahlen sorgen die jüngsten Quartalsberichte für Gesprächsstoff: Die Papiere von Adecco sind mit einem Plus von 1, Prozent zu den grössten Gewinnern an der Schweizer Börse. Der Personalvermittler hat im dritten Quartal dank überdurchschnittlichem Wachstum in Italien, Iberien sowie guter Nachfrage im Hauptmarkt Frankreich mehr Umsatz erzielt. Der Weltmarktführer steigerte seine Erlöse um 3 Prozent auf 5,81 Milliarden Euro. Der Gewinn belief sich auf 173 Millionen Euro - hier hatten Analysten mehr erwartet.

Gefragt sind zudem Banken wie UBS und Julius Bär, deren Papiere 0,6 und 0,4 Prozent zulegen. Credit Suisse hinken mit einem Minus von 1 Prozent weit hinterher. Zu den Gewinnern zählen zudem zyklische Werte wie Lafarge-Holcim und der Sanitärtechnikkonzern Geberit. Verluste im Rahmen des Gesamtmarkts verzeichnen dagegen die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont.

Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis sind gut gehalten, Lebensmittel-Riese Nestlé kann 0,5 Prozent zulegen.

Meyer Burger brechen nach Kapitalerhöhungsankündigung ein

Am breiten Markt sacken die Papiere von Meyer Burger 10,5 Prozent ab. Der Konzern peilt eine Kapitalerhöhung im Umfang von rund 160 Millionen Franken an. Zudem sollen ein Kredit verlängert und die Bedingungen der Wandelanleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Franken angepasst werden. In den ersten neun Monaten 2016 fuhr Meyer Burger einen Verlust von 40,3 Millionen Franken ein.

Burckhardt sinken um 9,2 Prozent. Der Auftragseingang des Kompressorenherstellers ging im ersten Halbjahr (per 30. September) um 12,4 Prozent zurück. Für das Geschäftsjahr 2017 erwarte Burckhardt Compression einen um rund 100 Millionen Franken tieferen Umsatz und keine Verbesserung der Betriebsgewinnmarge.

Dorma+Kaba legen 2,9 Prozent zu. Die Schliesstechnikfirma übernimmt die US-Firma Mesker Openings Group mit einem Umsatz von 67 Millionen Dollar und einer bereinigten EBITDA-Marge von nahezu 20 Prozent.

(Reuters)