Schweizer Börse kommt kaum vom Fleck

Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich am Dienstag bedeckt gehalten.
20.12.2016 17:30
Weder auf noch ab: Ampel bei der Schweizer Börse SIX in Zürich zeigt orange.

Der Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin und das Attentat auf den russischen Botschafter in der türkischen Hauptstadt Ankara dämpften Händlern zufolge die Stimmung der Anleger. Einen nachhaltigen Einfluss sollten die Anschläge aber nicht haben, erklärten Marktteilnehmer. "Es ist traurig, aber die Märkte reagieren inzwischen ziemlich gelassen auf solche Tragödien."

Der SMI notierte mit 8242 Punkten gut 0,1 Prozent über dem Vortagsniveau. "Wir befinden uns am oberen Rand der Handelsspanne, an der wir uns in den vergangenen Monaten immer wieder den Kopf gestossen haben", sagte ein Händler.

Actelion sackt ab

Die Aktien von Actelion sackten 5,6 Prozent ab. Ein Börsenhändler in Zürich sagte, dass Anleger Kassa machen würden. Es werde befürchtet, dass sich eine mögliche Übernahme der Firma, über die seit Ende November spekuliert wird, hinziehen könnte. Eine Bankenstudie komme zudem zum Schluss, dass Sanofi besser eigene Aktien zurückkaufen würde als Actelion zu übernehmen. Der französische Pharmakonzern wird als potenzieller Käufer von Europas grösster Biotech-Firma gehandelt.

Index-Schwergewicht Novartis erwies sich mit 0,3 Prozent Kursplus als Marktstütze. Der Pharmakonzern stärkt seine schwächelnde Augenheilsparte mit dem Kauf des in Privatbesitz stehenden US-Unternehmens Encore Vision. Encore Vision mit Sitz in Texas entwickelt Behandlungen gegen Sehbeschwerden im Alter. Angaben zum Kaufpreis machte Novartis nicht. Die ZKB-Analysten sehen im dem Zukauf einen Hinweis, dass Novartis an der mit Ertragsproblemen kämpfenden Augenheilsparte Alcon, über deren Verkauf regelmässig spekuliert wird, festhalten könnte.

Die Genussscheine von Rivale Roche dagegen bröckelten leicht ab. Mit Nestle verlor ein weiteres SMI-Schwergewicht etwas an Wert.

CS-Papiere gesucht

Bei den Banken zogen die Aktien der Credit Suisse 2,6 Prozent an. Der Bank droht laut Insidern im US-Hypothekenstreit eine Multi-Milliarden-Strafe. Das amerikanische Justizministerium habe eine Zahlung von fünf bis sieben Milliarden Dollar verlangt, erklärte eine Person mit Kenntnis der Lage. Dies liegt über der von Analysten geschätzten Summe. Ein zweiter Insider erklärte, die Grossbank sei auf ein erstes Angebot nicht eingegangen und strebe in der schon mehrere Monate dauernden Auseinandersetzung eine geringere Strafe an.. "Es ist positiv, dass sich Credit Suisse gegen zu hohe Forderungen wehrt. Dass die Sache bereinigt werden muss, ist klar. Nun gibt es Hoffnung, dass es nicht ganz so teuer werden wird", sagte ein Händler.

Die Anteile der UBS waren um 0,1 Prozent höher. Die Titel von Julius Bär rückten 1,1 Prozent vor. Versicherungswert Swiss Re stieg um 0,8 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen zeigten sich mehrheitlich fester. Bei den Bluechips setzten sich Swatch mit einem Kursgewinn von 2,5 Prozent an die Spitze. Der Rückgang der Uhrenexporte sei weniger schlimm als befürchtet, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Zudem hätten sich Hongkong und China besser als erwartet entwickelt. Die Aktien von Konkurrent Richemont zogen 0,3 Prozent an.

Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Personalvermittlers Adecco waren fester. Der  Zementriese LafargeHolcim, der Chemikalienhersteller Clariant und der Maschinenbauer Oerlikon verloren leicht an Wert.

Am breiten Markt verloren die Aktien von Leonteq nach dem Kurssturz am Vortag weitere 3,3 Prozent. Die Derivat-Boutique hatte einen Gewinneinbruch veröffentlicht.

Die Anteile von Meyer Burger büssten 3 Prozent ein. Händler verwiesen auf die jüngst abgeschlossene Kapitalerhöhung. "Da werden noch einige Aktien frei, die verkauft werden", sagte ein Händler.

Dagegen schnellten die Evolva-Aktien um weitere 27 Prozent hoch. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen hat in den USA ein Patent für den Süssstoff Stevia erhalten. 

(Reuters)