Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Gewinnmitnahmen bremsen die Schweizer Börse zum Ende der Woche aus. Auf den Verkaufszetteln der Anleger stehen vor allem zyklische Werte.
22.07.2016 11:00
Leicht gebremst: Am Freitag tritt die Schweizer Börse an Ort.
Leicht gebremst: Am Freitag tritt die Schweizer Börse an Ort.
Bild: cash

Schwache Vorgaben aus den USA und Fernost dämpften zudem etwas die Stimmung, sagen Händler. Der SMI steht um 11 Uhr praktisch unverändert zum Vortag bei 8184 Punkten. Seit Montag hat sich der Index nur wenig bewegt. "Es ist ein ruhiger Wochenausklang einer Konsolidierungswoche", sagt ein Börsianer. Viele Anleger hielten sich zurück, die Umsätze seien gering.

Auch die EZB-Ratssitzung am Donnerstag habe nicht für grössere Handelsimpulse gesorgt: EZB-Chef Mario Draghi hatte erklärt, die Zentralbank habe nach dem Brexit-Votum noch nicht genügend Informationen, um Entscheidungen zu treffen. Ihren Leitzins hatten die Währungshüter daher unverändert auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent gelassen.

Unter den grössten Verlierern in der Schweiz sind die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont zu finden, die 2,5 und 1,3 Prozent nachgaben. Die Swatch-Aktie hatte am Donnerstag deutlich zugelegt, nachdem sich der Weltmarktführer zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte geäussert hatte. Auch andere zyklische Werte wie Givaudan und Lafarge-Holcim geben nach. Die Abschläge halten sich jedoch in Grenzen.

Syngenta kann mit Semesterbilanz nicht überzeugen

Der Halbjahresbericht von Syngenta überzeugte die Anleger nicht - die Aktie legt trotzdem 0,3 Prozent zu. Der starke Dollar und der langsame Start in die US-Anbausaison haben den vor der Übernahme durch Chemchina stehenden Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgutproduzent im ersten Halbjahr gebremst: Unter dem Strich sank der Gewinn um 13 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Der seit Juni amtierende neue Konzernchef Erik Fyrwald zeigte sich zuversichtlich, die Übernahme durch Chemhhina bis Jahresende über die Bühne bringen zu können. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank sprechen von einem enttäuschenden Resultat. Der 20 Prozent unter dem Angebotspreis von Chemchina liegende Kurs sei Ausdruck der bestehenden Skepsis am Zustandekommen des Deals. Ein Händler sagt, die Investoren würden weiterhin auf das noch ausstehende grüne Licht für die Transaktion aus den USA warten.

Während Index-Schwergewicht Novartis 0,2 Prozent zulegen kann, verliert Rivalin Roche 0,1 Prozent. Die Nestlé-Aktien geben ebenfalls leicht nach.

Die Bankaktien begen sich in unterschiedliche Richtungen: Die UBS-Papiere legen 0,5 Prozent zu, die Aktien der Rivalin Credit Suisse geben 0,9 Prozent nach. Auch die Titel von Julius Bär verlieren 0,5 Prozent. Alle drei Institute wollen in der kommenden Woche ihre Halbjahresberichte vorlegen. Bei Bär erwarten Analysten einen geringeren bereinigten Gewinn.

Lindt & Sprüngli trotz Gewinnsteigerung im Verkauf

Am breiten Markt büssen die Scheine von Lindt & Sprüngli 0,2 Prozent ein, obwohl die Firma im ersten Halbjahr trotz des stagnierenden Schokolademarkts Umsatz und Gewinn gesteigert hatte.

Die Gategroup-Titel legen 2,3 Prozent zu. Der chinesische Mischkonzern HNA ist mit seinem Übernahmeangebot am Ziel. Er kontrolliert nach Ablauf der Nachfrist 95,8 Prozent der Aktien der Bordverpflegungsfirma.

Die Aktien von Gottex Fund Management geben 3,1 Prozent nach, nachdem die Gebühren generierenden verwalteten Vermögen im zweiten Quartal gesunken waren. Gesucht sind hingegen die Papiere von CPH Chemie, die 11,8 Prozent zulegen. Der Papier- und Verpackungs-Hersteller ist im ersten Halbjahr operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt.

(Reuters)