Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Der Schweizer Aktienmarkt notiert zur Wochenmitte um den Vortageswert. Swatch und Adecco sind allerdings gesucht.
10.08.2016 10:37
Swatch-Laden an der Bahnhofstrasse in Zürich: Die Uhren-Aktien sind am Mittwoch gesucht.
Swatch-Laden an der Bahnhofstrasse in Zürich: Die Uhren-Aktien sind am Mittwoch gesucht.
Bild: cash

Die jüngsten Rekordstände einiger Aktienindizes seien nicht vollständig gerechtfertigt, wenn man die glanzlose Berichtssaison und die politischen Unsicherheiten (Brexit und US-Wahlen) berücksichtigt, heisst es in einem Marktkommentar. Die Märkte seien zu selbstgefällig. Am Vortag hatten die Börsen in Europa insgesamt klar zugelegt, und auch an der Wall Street wurden neue Rekorde markiert.

Allerdings ging der Leitindex Dow Jones Industrial am Ende praktisch unverändert aus dem Handel, womit die US-Vorgaben leicht negativ waren. In Asien bewegten sich die wichtigsten Indizes am Morgen ebenfalls kaum vom Fleck. Auf den nächsten Kursschub müssen die Börsianer daher möglicherweise etwas warten. Am Mittwochnachmittag werden noch die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA von Interesse sein. Auf Konjunkturseite am bedeutendsten dürfte aber erst der Freitag werden, wenn in China (Industrieproduktion), der Eurozone (BIP-Wachstums Q2) und den USA (Konsumentenvertrauen) diverse Daten veröffentlicht werden.

SMI tritt an Ort

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,06% höher bei 8'234,49 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 0,05% auf 1'230,53 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,09% auf 8'957,11 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 14 im Minus, 13 im Plus und drei unverändert.

Grösste positive Ausreisser sind Adecco (+1,7%). Der Personalvermittler ist im zweiten Quartal in etwa gleich schnell gewachsen wie zum Jahresauftakt und erzielte zwischen April und Juni ein organisches Wachstum von 4%, womit Analysten in etwa gerechnet hatten. Der Ausblick ist derweil von Vorsicht geprägt: Die Entwicklung der globalen Konjunktur bleibe unsicher, heisst es.

Derzeit notieren Adecco gut ein Fünftel unter dem Schlusskurs von Ende 2015 und zählen damit zu den schlechtesten Blue Chips auf Jahressicht. Rasant abwärts ging es nach dem Brexit-Votum, weil die Aktie zu jenen mit überdurchschnittlichen Grossbritannien-Bezug zählen. Sie hat sich davon aber wieder teilweise erholt.

Zu den klaren Gewinnern gehören zudem noch Swatch (+1,2%), CS und Swiss Life (je +0,6%).

Geberit (+0,2% auf 391,80 CHF) legen leicht zu. Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel auf 430 von 400 CHF und bestätigte die Kaufempfehlung. Der zuständige Analyst erwartet, dass die Ergebnisse des Sanitärtechnikkonzerns am kommenden Dienstag eine Verbesserung des operativen Momentums sowie der Profitabilität aufzeigen werden, was teilweise auf die Sanitec-Integration zurückzuführen sei. Die Kurszielerhöhung nimmt er basierend auf einem zunehmend besseren Ausblick für das zweite Semester und für 2017 vor. Die Aktie markierte in den vergangenen Tagen wiederholt neue Allzeithochs.

Unter den Schwergewichten können Roche (+0,4%) zulegen, Nestlé und Novartis (-0,1%) belasten den Gesamtmarkt dagegen etwas.

Galenica mit weiteren Verlusten

Die grössten Verluste verbuchen zudem Galenica (-0,8%), die bereits am Vortag nach der Zahlenvorlage um 6% eingebrochen waren. Kepler Cheuvreux senkte im Nachgang das Kursziel und wiederholte das Rating "Reduce". Mittelfristig sieht die zuständige Analystin enorme Herausforderung auf den Gesundheitskonzern zukommen. So habe etwa Grossaktionär Sprint angekündigt, seinen Anteil von 20% zu verkaufen, und das dürfte eher früher als später geschehen. Damit würde Druck auf den Aktienkurs entstehen.

In der Rangliste der Verlierer folgen Lonza (-0,6%) und Kühne+Nagel (-0,5%). Auch LafargeHolcim (-0,4% auf 50,50 CHF) büssen etwas ein, nachdem die Titel des Zementkonzerns am Vortag noch ein neues Jahreshoch markiert haben. Credit Suisse erhöhte in Folge das Kursziel für die Aktien auf 58 von 54 CHF und bekräftige das "Outperform"-Rating. Er habe sich durch die Zahlen des zweiten Quartals sehr ermutigt gefühlt, so der zuständige Analyst.

Am breiten Markt legen Evolva (+4,2%) zu. Am Morgen wurde ein Kooperations- und Forschungsabkommen mit der US Navy konkretisiert. Der Fokus soll auf der Entwicklung einer neuen Klasse von Strukturverbundmaterialien legen.

SHL (+3,5%) notieren ebenfalls erneut im Plus, nachdem sie bereits am Dienstag gut 2% gewonnen haben. Am Vorabend war bekanntgeworden, dass das israelische Medtech-Unternehmen mit der chinesischen Unternehmerin Cai Mengke eine neue Grossaktionärin erhält.

(AWP)