Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Die Anleger an der Schweizer Börse halten sich am Mittwochmorgen angesichts der andauernden Ungewissheit über den Zeitpunkt einer US-Zinserhöhung zurück.
14.09.2016 10:30
Die Aktien der Schweizer Uhren- und Luxusgüterkonzerne sind am Mittwoch an der Börse im Fokus.
Die Aktien der Schweizer Uhren- und Luxusgüterkonzerne sind am Mittwoch an der Börse im Fokus.
Bild: Bloomberg

Zudem drücken schwache Vorgaben aus den USA und Fernost die Stimmung. Der Leitindex SMI rutschte nach einem festeren Start wieder leicht ab und notiert um 10.30 Uhr bei 8187 Punkten noch 0,2 Prozent über Vortagesniveau. Am Dienstag hatte der Index 0,4 Prozent verloren.

Bereits in den vergangenen Tagen hat das Rätselraten über die nächste Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft das Geschehen an den Märkten bestimmt. Von Vertretern der US-Notenbank Fed waren dazu unterschiedliche Signale gekommen: Einige von ihnen hatten vor einer zu zögerlichen Zinspolitik gewarnt und eine Debatte über eine straffere Geldpolitik bei der Sitzung kommende Woche gefordert. Das hatte an den Märkten Spekulationen ausgelöst, die Fed könnte die Zinsen bereits im Herbst und damit früher als erwartet anheben. Fed-Direktorin Lael Brainard hatte dann jedoch für Beruhigung gesorgt: Sie hatte vor einem frühen Ende der lockeren Geldpolitik gewarnt, mit der Notenbanken weltweit in den vergangenen Jahren für steigende Aktienkurse gesorgt hatten. Das Auf und Ab zeige, wie wichtig die Diskussion über die US-Zinsentwicklung weiterhin für die Märkte sei, sagt ein Händler.

Darüber hinaus sorgte auch der sinkende Ölpreis für Verunsicherung. Er hatte am Dienstag deutlich nachgegeben, nachdem die Internationale Energiebehörde (IEA) erklärt hatte, das Überangebot des Rohstoffs werde sich bis weit ins nächste Jahr hinziehen. Am Mittwoch erholen sich die Preise wieder leicht.

Luxusgütertitel stürzen nach Richemont-Zahlen ab

In der Schweiz stehen die beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch im Vordergrund. Sie führen die Liste der Verlierer mit Einbussen von 3,6 und 3,2 Prozent an. Die schwache Nachfrage nach teuren Uhren hat bei Richemont in den ersten fünf Geschäftsmonaten zu Umsatzeinbussen geführt. Die Verkaufserlöse sanken währungsbereinigt um 13 Prozent und damit stärker als Analysten erwartet. Zudem warnte der Genfer Konzern vor Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 65 Millionen Euro und Kosten für Produktrücknahmen, die den Betriebsgewinn im ersten Geschäftshalbjahr um rund 45 Prozent unter das Vorjahresniveau drücken dürften.

Auf den Verkaufszetteln stehen darüber hinaus die Aktien der Banken. Die Abschläge bei UBS und Credit Suisse halten sich jedoch mit rund einem halben Prozent in Grenzen. Julius Bär sind gehalten.

Gefragt sidn die Nestlé-Anteile mit einem Anstieg von 0,6 Prozent auf 77,65 Franken. Der Lebensmittelkonzern profitiert von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Die Investmentbank erhöhte das Kursziel auf 90 von 65 Franken.

DKSH nach CS-Hochstufung gefragt

Die Aktien des Elektrotechnikkonzern ABB legen 1,1 Prozent zu. Hier hatte der Chef des Grossaktionärs Cevian, Christer Gardell, in einem Interview am Vortag die Abspaltung und separate Börsenkotierung des Netzwerkgeschäfts gefordert.

Am breiten Markt legten die Aktien des Handelskonzerns DKSH 6,2 Prozent zu, nachdem Credit Suisse die Empfehlung auf "Outperform" von "Underperform" angehoben hat. Sie markieren bei 73,20 Franken den höchsten Stand seit Juli 2015. Beim Flughafen Zürich quittierten die Anleger das Passagierplus von 2,6 Prozent im August mit einem Kursplus von 2 Prozent.

(Reuters/cash)