Schweizer Börse: Kursgewinne zum Wochenstart

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montag im frühen Geschäft fester. Eine Mehrheit der Titel notiert zwar im Plus, allerdings sind die Ausschläge zum grossen Teil eher bescheiden.
22.08.2016 10:33
Alle SMI-Titel im Plus - ausser Nestlé: Der Nahrungsmittelmulti hinkt hinter dem Markt nach.
Alle SMI-Titel im Plus - ausser Nestlé: Der Nahrungsmittelmulti hinkt hinter dem Markt nach.
Bild: Bloomberg

Einzig Syngenta ziehen nach dem Placet durch die US-Behörden für die Übernahme durch ChemChina massiv an und ziehen damit auch den SMI etwas nach oben. Ansonsten fehlen wichtige Impulsgeber und auch die Vorgaben aus den USA und aus Asien sind weitgehend neutral. Der nach unten zeigende Trend der vergangenen Woche scheint damit noch nicht definitiv gebrochen.

In der neuen Woche stehen auf Unternehmensebene zahlreiche Halbjahresabschlüsse auf dem Programm, allerdings nur noch aus dem Nebensegment. Taktgeber dürfte in dieser Woche deshalb die viel beachtete Konferenz der globalen Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole werden, welche am Donnerstag beginnt. Am Freitag hält dort die Präsidentin des Fed, Janet Yellen, eine Rede, von welcher sich die Marktteilnehmer weitere Hinweise auf die Marschrichtung in Sachen nächster Zinserhöhung erhoffen.

Syngtent als Überflieger

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,61% höher bei 8'176,74 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,89% auf 1'228,67 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,57% auf 8'896,94 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren bis auf 3 alle im Plus.

Einsam obenaus schwingen Syngenta mit einem Plus von aktuell 12% auf 427,70 CHF. Allen Befürchtungen zum Trotz hat das Komitee für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) der geplanten Übernahme des Agrarchemiekonzerns aus Basel durch das chinesische Staatsunternehmen seinen Segen erteilt. Experten zufolge nimmt die Firmentransaktion damit eine entscheidende Hürde und die Aktie nähert sich dem Angebot von 465 USD je Titel zusätzlich Sonderdividende zu einem guten Teil an.

In einer ersten Stellungnahme bezeichnet Baader Helvea die Freigabe der geplanten Übernahme durch das CFIUS als "riesige Neuigkeit", der weitere Zulassungsprozess sollte nun keine grösseren Schwierigkeiten mehr bieten. Auch für Kepler Cheuvreux ist der Segen des CFIUS ein wichtiger Meilenstein für die beiden involvierten Unternehmen und daher ganz klar positiv zu werten. Die regulatorischen Vorbehalte seien nun überblickbar gering, heisst es dort in einer Stellungnahme.

Dahinter führen Dufry (+1,2%) das Feld der Verfolger an, dies nach der Verlängerung eines Vertrages zum Betrieb von Duty Free-Läden mit dem Flughafen in Guadeloupe.

Weitere Gewinner sind etwa Swiss Re (+0,9%), LafargeHolcim (+0,8%) oder Zurich (+0,8%). Zu Zurich gab es in der Wochenendpresse Spekulationen, dass die Schweizer Tochtergesellschaft eine hohe Zahl an Kaderleuten entlassen wolle. Die Rede war in einem Artikel der "NZZaS" von 190 bis 380 Mitarbeitern.

Swisscom (+0,3%) werden von einer Kurszielsenkung durch Goldman Sachs, welche gleichzeitig die Empfehlung 'Sell' bestätigt hat, kaum gebremst. Die Schätzungen seien aufgrund der angekündigten Investitionen in die Netzwerkqualität angepasst worden, hiess es bei Goldman Sachs zur Kurszielsenkung. Zudem schwäche sich das Wachstum im Heimmarkt ab und der Konkurrenzdruck könnte sich weiter verstärken.

Nestlé am Tabellenende

Auch die aktuellen Verlierer-Aktien zeigen insgesamt wenig Veränderung, am meisten geben derzeit Nestlé (-0,4%), Richemont und Julius Bär (je -0,2%) nach. Schwächer stehen auch die Schwergewichte Novartis (-0,1%), wogegen Roche (+0,5%) in die Gewinnzone vorgerückt sind. Die beiden Pharmawerte haben in der vergangenen Woche je 2,5% verloren, Nestlé trotz gut aufgenommener Halbjahreszahlen 1,3%.

Im breiten Markt klettern Ascom nach dem Verkauf der Sparte Network Testing um 8,2% kräftig nach oben. Der Verkaufspreis lag zwar eher am unteren Ende der Erwartungen, die Marktteilnehmer zeigen sich aber froh darüber, dass der zuletzt verlustbringende Bereich nun verkauft ist.

Nach Zahlen ziehen Metall Zug leicht um 0,6% an. Bis auf Belimed seien die Zahlen überzeugend ausgefallen, heisst es dazu in einem ersten Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Ebenfalls nach Zahlen stehen Schlatter Industries unverändert. Das Unternehmen ist im ersten Semester - wenn auch knapp - in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die wenig gehandelte Aktie hatte seit dem Zwischentief von Anfang März bei 27 CHF einen starken Lauf und zog seither um knapp 60% an.

(AWP)