Schweizer Börse legt bis Mittag zu

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag im Plus. Der Leitindex SMI hält nach den Gewinnen vom Vortag Kurs auf die zuletzt Ende Mai gesehene 8300-Punkte-Marke.
27.07.2016 13:00
Gestern noch im Verkauf, heute wieder gesucht: Die Aktien des Uhren- und Schmuckherstellers Richemont.
Gestern noch im Verkauf, heute wieder gesucht: Die Aktien des Uhren- und Schmuckherstellers Richemont.
Bild: Bloomberg

Die Stimmung wird in Händlerkreisen als freundlich beschrieben, im Vorfeld des am Abend erwarteten Zinsentscheids in den USA aber zugleich als abwartend. Die Aussicht auf ein weiteres Konjunkturpaket der japanischen Regierung im Kampf gegen das schwache Wirtschaftswachstum und die Deflationsgefahr komme unter den Investoren gut an, heisst es weiter.

Unternehmensseitige Impulse blieben am Berichtstag bei den Bluechips weitgehend aus. Erst am Donnerstag dürfte mit den Zwischenergebnissen von Credit Suisse und Clariant und dann vor allem am Freitag mit jenen von UBS, Swiss Re, Dufry und Sika diesbezüglich wieder mehr zu erwarten sein. Auf der Makroebene rücken in der zweiten Tageshälfte US-Daten in den Blick, darunter die Angaben zum Auftragseingang für langlebige Güter.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,3% auf 8254 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,7% auf 1226 und der breite SPI 0,4% auf 8945 Zähler zu. Bei den 30 Bluechips stehen 25 im Plus, 3 im Minus und 2 unverändert.

Luxusgüteraktien heute wieder gesucht

Einen starken Lauf haben die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (+3,6%) und Swatch (+1,8%), die am Vortag noch Federn gelassen hatten. Händler verweisen auf die Zahlen des Konkurrenten LVMH, die überzeugt hätten. Mit Lafarge-Holcim (+2,9%) ist ein weiterer Zykliker unter den Top-5-Bluechips zu finden. Die Titel des Zementherstellers setzen damit die per Saldo gute Entwicklung der Vorwochen fort. Am Dienstag waren sie mit Aufschlägen von 1,9% die SMI-Gewinner.

Bei den Finanztiteln schneiden UBS (+1,8%) am besten ab, während Credit Suisse (+0,7%) am Tag vor der Zahlenpublikation im Mittelfeld stehen. Julius Bär (+1,4%) litten am Vortag unter Gewinnmitnahmen nach einer starken Entwicklung zu Wochenbeginn nach der Zahlenvorlage und legen nun wieder zu. Gewinne von über einem Prozent verzeichnen auch die Assekuranzwerte Zurich und Swiss Re.

Unauffällig zeigen sich die defensiven Swisscom (+0,7%), nachdem bekannt wurde, dass der Telekomkonzern über seine italienische Tochter Fastweb ein Joint Venture mit Telecom Italia im Bereich Glasfasernetzgeschäft eingeht. Dies erlaube es beiden Gesellschaften, den relativ teuren Fiber-to-the-Home-Ausbau (FTTH) koordiniert zu betreiben, merkt die Zürcher Kantonalbank an. Insgesamt werde die Position von Fastweb im sich schnell veränderten italienischen Telekommarkt gestärkt.

Schwergewichte bremsen den Markt aus

Die Indexschwergewichte Nestlé (+0,1%) und Roche (unv.) kommen nicht auf Touren und bremsen den Gesamtmarkt damit etwas aus. Novartis fallen nachrichtenlos sogar 0,6% zurück. Die prozentual grössten Verluste verzeichnen die Givaudan-Aktien, die um 1,2% nachgeben. Mit Blick auf die bisherige Jahresperformance schneidet der Titel aber weiterhin deutlich besser als der Gesamtmarkt ab.

Während zahlenseitige Impulse zu den Bluechips keine vorhanden sind, traten im breiten Markt diverse Unternehmen zum Zahlenrapport an. Am stärksten entwickeln sich dabei EFG mit +20%. Die Vermögensverwalterin hat zwar das schwierige Marktumfeld zu spüren bekommen und einen leichten Ertragsrückgang verzeichnet. Beim Bruttoertrag und den verwalteten Vermögen schloss das Institut aber am oberen Rand der Markterwartungen ab. Seit Jahresbeginn resultiert für die Aktie allerdings noch immer ein Minus von rund 60%.

Auch die Ergebnisse der beiden Industrieunternehmen Starrag (+7,3%) und Bucher (+5,4%) kommen bei den Aktionären gut an. Im Blick sind nach Zahlen noch die Titel von Calida (+0,3%) und der WKB (-0,2%). AMS (+4,1%) setzen den nach positiv aufgenommen Höhenflug des Vortags (+12%) fort.

Bei den Verlierern geben EMS (-1,7%) nach einer Rückstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Reduce" etwas deutlicher nach.

(AWP)