Schweizer Börse legt deutlich zu

Die Schweizer Börse hat am Montag deutlich fester tendiert. An der Spitze stehen die Aktien von Banken und zyklischen Firmen.
11.07.2016 17:50
Klare Tagessiegerin im SMI am Montag: Die Aktie von Lafarge-Holcim.
Klare Tagessiegerin im SMI am Montag: Die Aktie von Lafarge-Holcim.
Bild: ZVG

Händler sagen, der Markt profitiere von Anschlusskäufen an die Kursgewinne vom Freitag, als unerwartet gute Zahlen vom US-Arbeitsmarkt für anziehende Kurse gesorgt hatten. Am Montag verstärkte der Wahlsieg des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die Zuversicht bei den Anlegern.

Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 8117 Punkten um 1 Prozent höher. Am Freitag war der Leitindex um 0,9 Prozent gestiegen und steht nun deutlich über dem Stand, auf dem er am Tag vor der Brexit-Abstimmung notierte.

Die Reaktion der Börse in Japan zeige, dass die Marktteilnehmer von einer Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik ausgingen, sagen Börsianer. Auch in Grossbritannien erwarteten Anleger eine Lockerung der Geldpolitik, um die negativen Folgen des Brexit-Referendums abzufedern.

Besonders zyklische Werte profitierten laut Händlern von der Hoffnung, dass die Zentralbanken die Wirtschaft ankurbeln wollten.

Impulse vom Beginn der US-Bilanzsaison erwartet

Weitere Impulse erhofften sich die Anleger auch vom Beginn der US-Bilanzsaison, die traditionell der Aluminiumkonzern Alcoa mit seinen Quartalszahlen einläutet. In der Schweiz zählen DKSH, Swatch, Givaudan, SGS und Ems Chemie zu den ersten grösseren Firmen, die mit den Ergebnissen aufwarten.

Die Papiere der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont legen 0,9 und 1,6 Prozent zu - obwohl sich einige Anleger unter anderem wegen einer anhaltend schwachen Entwicklung im wichtigsten Markt Hongkong sorgten. Der Schmuckhändler Chow Tai Fook verbuchte sowohl in Hongkong als auch in China einen Rückgang des Absatzes im zweiten Quartal von 20 Prozent in Hongkong und Macao und von 17 Prozent in China.

Während die Anteile des Inspektionskonzern SGS 1,4 Prozent höher gehandelt wurden, ermässigten sich die Titel des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan um 0,2 Prozent. Die Aktien von ABB sinken um 0,9 Prozent oder 17 Rappen. Der Elektrotechnikkonzern schüttet 0,74 Franken je Aktie aus.

Kursfeuerwerk bei Lafarge-Holcim nach Teilverkauf

Den stärksten Gewinn verbuchen die Aktie von Lafarge-Holcim mit einem Plus von 4,4 Prozent. Der Zementkonzern verkauft einen Teil des Geschäfts in Indien an den indischen Mischkonzern Nirma. Der Wert der drei Zement- und zwei Mahlwerke beläuft sich auf rund 1,4 Milliarden Dollar. Den ZKB-Analysten zufolge liegt der Verkaufspreis in der oberen Hälfte der im Markt erwarteten 1,2 bis 1,5 Milliarden Dollar.

Bei den Finanzwerten stehen die Aktien der Grossbank UBS 2,8 Prozent höher, während die Titel der Credit Suisse 2,7 Prozent gewinnen. Die Assekuranzwerte steigen etwas weniger als die Banken. Händler sagen, es gebe Hoffnung auf ein Rettungspaket für die italienischen Banken. Anleger erwarten, dass die kriselnde Traditionsbank BMPS einen Grossteil ihrer faulen Kredite beim italienischen Rettungsfonds Atlante abladen kann. Die italienischen Institute sitzen auf einem 360 Milliarden Euro hohen Berg notleidender Kredite. Das ist ein Drittel aller Problem-Darlehen in der Euro-Zone.

Nestlé-Aktie auf Rekordhoch

Die Anteile der als defensiv taxierten Pharmaschwergewichte Novartis und Roche legen je um 0,6 Prozent zu. Mit Nestlé notiert ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,9 Prozent höher. Mit 78 Franken markiert der Lebensmitteltitel ein Rekordhoch.

Die Aktien von Syngenta steigen um 0,8 Prozent. Der chinesische Staatskonzern Chemchina verlängert das 43 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot für den Schweizer Pflanzenschutzkonzern zum zweiten Mal. Nun gilt die Offerte bis zum 13. September, kann aber erneut verlängert werden. Chemchina gehe weiterhin davon aus, die Transaktion bis zum Jahresende abschliessen zu können.

Am breiten Markt steigen die Aktien von DKSH um 2,6 Prozent. Am Mittwoch wird der Quartalsbericht der Expansionsdienstleistungsfirma erwartet.

(Reuters)