Schweizer Börse legt deutlich zu

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag auf breiter Front zugelegt. Gefragt waren vor allem Anteile von zyklischen Firmen und von Banken.
04.08.2016 17:40
Am Tag vor der Präsentation der Halbjahresergebnisses die Siegerin im SMI: Lafarge-Holcim-Aktie.
Am Tag vor der Präsentation der Halbjahresergebnisses die Siegerin im SMI: Lafarge-Holcim-Aktie.
Bild: ZVG

Die Richtung wurde zu einem guten Teil von der Entwicklung der Ölpreise beeinflusst, sagen Händler. Auch die Zinssenkung der Bank of England (BoE) trug - obschon erwartet - zur Aufhellung der Stimmung bei. Der SMI steigt bis Handelsschluss um 0,9 Prozent auf 8081 Punkte.

Die BoE senkte angesichts einer drohenden Rezession nach dem Brexit-Votum erstmals seit über sieben Jahren ihren Leitzins, und zwar von 0,5 Prozent auf das Rekordtief von 0,25 Prozent. Zudem stockte sie ihr Staatsanleihen-Kaufprogramm um 60 Milliarden auf 435 Milliarden Pfund auf. "Der Markt hatte diesen Schritt bereits zu 100 Prozent eingepreist", sagt Anthony Doyle, Zinsexperte bei M&G Investments. Eine Überraschung sei hingegen das Konjunkturpaket gewesen, das die Bilanz der Bank um 170 Milliarden Pfund Sterling aufblähen könne.

Weitere Impulse erwarteten die Marktteilnehmer nun vom Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Davon erhoffen sie sich Aufschluss über einen Zinsschritt der US-Notenbank. Die Fed macht eine Straffung der Geldpolitik unter anderem von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abhängig.

Lafarge-Holcim am Tag vor Bilanzpräsentation gefragt

Die Aktien von Lafarge-Holcim steigen am Tag vor der Quartalsbilanz um 2,3 Prozent und setzen sich damit an die Spitze der Standardwerte. Analysten rechnen mit einem leichten Gewinnrückgang.

Die Anteile der Sanitärtechnik-Firma Geberit rücken 2,2 Prozent vor. Die Adecco-Aktien ziehen 1,5 Prozent an. Der Personalvermittler legt kommenden Mittwoch den Quartalsbericht vor. ABB gewinnen 1,6 Prozent. Die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont legen 0,2 Prozent zu, während Uhrenwert Swatch um 0,4 Prozent tiefer gehandelt wurde. Leichter tendierten zudem die Aktien des Agrarchemiekonzerns Syngenta und der Biotechnologiefirma Actelion.

Die Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche gewinnen zwischen einem Halben und 1 Prozent.

Gesuchte Bankaktien

Gefragt waren die Aktien der Banken. Die Anteile der UBS und der Credit Suisse legen 1,5 und 1 Prozent zu. Der Vermögensverwalter Julius Bär gewinnt 2 Prozent an Wert.

Ein besser als erwartetes Halbjahresergebnis schiebt die Anteile der Regionalbank Valiant 5,5 Prozent hoch. Die Aktien der GAM Holding, die am Mittwoch nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr abgestürzt waren, machen mit einem Plus von 3,9 Prozent etwas Boden gut. Die in letzter Zeit arg gebeutelten Titel von EFG International steigen um 1,6 Prozent.

Weiter unter Abgabedruck stehen die Anteile von Leonteq mit 3,3 Prozent Abschlag. Die Derivate-Boutique hat dieses Jahr mehr als die Häflte an Wert verloren.

Schweiter nach Halbjahreszahlen im Hoch

Am breiten Markt stechen die Aktien des Anlagenbauers Schweiter nach einem besser als erwarteten Halbjahresbericht mit einem Kurssprung um 7,6 Prozent heraus.

Ein neues Standbein in Asien verhilft den Aktien von Evolva zu 1,4 Prozent Kursgewinn. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen eröffnet in Singapur eine Vertriebsniederlassung.

Die Anteile von Inficon rücken 3,2 Prozent vor. Die Technologiefirma hat im zweiten Quartal besser als erwartet abgeschnitten und sich zuversichtlich zu den weiteren Aussichten geäussert. Auch zum Immobilientitel Mobimo griffen die Anleger nach einem unerwartet starken Gewinnanstieg.

(Reuters)