Schweizer Börse legt eine Pause ein

Die Schweizer Börse ist nach den jüngsten Kursgewinnen am Freitag auf Konsolidierungskurs. Dabei zeigte sich der Markt Händlern zufolge zweigeteilt.
11.11.2016 10:45
Unentschlossene Anleger an der Schweizer Börse vom Freitag.
Unentschlossene Anleger an der Schweizer Börse vom Freitag.
Bild: cash

Während Finanzwerte weiterhin gefragt seien, würden bei Pharmawerten und konjunktursensiblen Titeln die Gewinne eingestrichen. Der SMI notiert um 10.45 Uhr mit 7914 Punkten um 0,2 Prozent tiefer als am Vortag. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,4 Prozent gestiegen. Der SMI steuert auf sein erstes Wochenplus seit sechs Wochen zu.

Die "Trump-Hausse" könnte sich noch fortsetzen, sagen Händler. In den vergangenen Tagen hatte der Aktienmarkt aufgrund von Spekulationen, der neue US-Präsident Donald Trump könnte ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm auflegen und damit die Inflation anheizen und höhere Zinsen auslösen, mehr als 4 Prozent zugelegt. Die Anleger seien schon alleine deswegen erleichtert, weil das monatelange hin und her wegen der US-Präsidentschaftswahlen endlich vorüber sei, sagt ein Händler.

Anleger in Finanztitel setzen auf Trump

Die Aktien der Banken und Versicherungen legen mehrheitlich zu. Die Aussicht auf höhere Zinsen und volatilere Märkte verbessere die Geschäftsaussichten für die Finanzbranche. Zudem hoffen die Anleger, dass die neue US-Regierung die Regeln für die Geldhäuser nicht weiter verschärft oder sogar etwas zurücknimmt. Die Aktien der UBS legen 1,1 Prozent zu und die der Credit Suisse steigen um 2,4 Prozent. Am Donnerstag hatten UBS stärker angezogen als CS.

Die Aktien von Versicherer Zurich sind gehalten, Swiss Re legen 0,2 Prozent zu.

Die Anteile der Index-Schwergewichte Novartis und Roche schwächen sich um jeweils 0,8 Prozent ab. Biotech-Wert Actelion verliert 0,9 Prozent. Titel aus der Gesundheitsbranche hatten anfangs besonders stark von Trumps Wahlsieg profitiert, weil erwartet wird, dass der Republikaner weniger stark in die Preisgestaltung von Medikamenten eingreifen wird als dies die demokratische Kandidatin Hillary Clinton getan hätte.

Die ebenfalls schwergewichtigen Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé werden um 0,2 Prozent fester gehandelt und machen damit einen kleinen Teil des Vortagsverlustes wett.

Uneinheitliche Zykliker

Die Cosmo-Aktien sinken nach dem Kurssprung vom Vortag um 1,6 Prozent.

Uneinheitlich zeigen sich zyklische Werte: Die Aktien von ABB, Adecco und Oerlikon ziehen etwas an. Die zuletzt gefragten Titel des Zementproduzenten Lafarge-Holcim büssen dagegen 1,8 Prozent ein.

Eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux schiebt die Aktien des Bauausrüsters AFG Arbonia-Forster 3,4 Prozent hoch. Die Aktien des Heizkörperherstellers von Zehnder sacken nach einer Gewinnwarnung 7,8 Prozent ab.

Die Titel des Solarzulieferers Meyer Burger geben frühe Gewinne wieder ab und stehen zurzeit 0,4 Prozent im Minus.

(Reuters/cash)