Schweizer Börse legt mit Rückenwind von Novartis zu

Die Schweizer Börse schliesst am Donnerstag nach einem verhaltenen Verlauf dank Kursgewinnen des Marktschwergewichts Novartis fester.
24.11.2016 17:45
Gab dem SMI am Donnerstagnachmittag Schub: die Novartis-Aktie.
Gab dem SMI am Donnerstagnachmittag Schub: die Novartis-Aktie.
Bild: Bloomberg

Das Geschäft verlief laut Händlern wegen des US-Thanksgiving-Feiertags in ruhigen Bahnen. Die US-Börsen blieben geschlossen und am Freitag findet nur eine verkürzte Sitzung statt. Der SMI steigt um 0,6 Prozent auf 7799 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex den Handel um 0,1 Prozent höher beendet.

Auch vielversprechende Konjunkturdaten aus Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz, konnten die Anleger nicht aus der Reserve locken. "Nicht nur Thanksgiving, auch das Verfassungsreferendum in Italien vom 4. Dezember, das noch für Turbulenzen an den Märkten sorgen könnte, sorgt dafür, dass sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagt ein Händler.

Der Anstieg wurde von der Erholung der schwergewichtigen Pharma- und Lebensmittelwerte angeführt. Nach Tagen fallender Kurse griffen die Anleger zu den tiefen Preisen zu. "Die Kursverluste waren übertrieben. Hoffen wir, dass die Gegenbewegung noch etwas anhält", sagt ein Händler. Nach den Kursabschlägen sei die Dividendenrendite wieder auf ein attraktives Niveau von rund 4 Prozent gestiegen, sagt ein anderer Händler. "Das erleichtert einen Kaufentscheid." Der Titel von Novartis steigt um 0,9 Prozent und Rivalin Roche erholt sich um 0,5 Prozent. Beide Titel haben seit Jahresanfang gut 15 Prozent verloren.

Roche weiter zuversichtlich für Alzheimer-Medikamente

Am Vortag hatte ein schwerer Rückschlag mit einem Alzheimer-Medikament des US-Rivalen Eli Lilly den Roche-Titel belastet. Roche arbeitet ebenfalls an einem Mittel gegen die Krankheit. Der Basler Konzern glaubt weiter an seine zwei Arzneien gegen Alzheimer. Es gebe beträchtliche Unterschiede zwischen den in der Entwicklung stehenden Crenezumab und Gantenerumab und dem Lilly-Produkt Solanezumab, erklärte ein Roche-Sprecher.

Die Aktie von Nestlé rückt um 0,4 Prozent vor.

Einen achterbahnartigen Verlauf verbuchen die Anteile von Actelion. Übernahmespekulationen schieben die Aktien der Biotechnologiegesellschaft um 1,9 Prozent in die Höhe. Bereits am Vortag war der Titel laut Händlern begleitet von anziehenden Optionsvolumina kräftig gestiegen.

Das Internetportal "Streetinsider.com" hatte berichtet, Actelion habe gemäss einer mit der Sache vertrauten Person das Interesse eines US-Pharmakonzerns angezogen. "Wir kommentieren keine Gerüchte", sagte ein Sprecher von Actelion auf Anfrage zu Reuters.

"Einmal mehr, um Actelion ranken sich immer wieder Gerüchte und Spekulationen", sagt ein Händler. "Die Gerüchte sind ein wahrer Evergreen", sagt ein anderer Börsianer.

Auch Bankaktien wieder gefragt

Die Aktien der Banken konnten im Verlauf die Kursgewinne ausbauen: Credit Suisse rücken um 0,4 Prozent vor, Julius Bär wurden um 0,9 Prozent höher gehandelt und UBS ziehen um 0,6 Prozent an.

Auch die Versicherungswerte tendieren höher.

Die Anteile zyklischer Firmen setzten mehrheitlich zu einer Erholung an. Der Zementriese Lafarge-Holcim ist um 0,2 Prozent höher und die Sanitärtechnikfirma Geberit zieht um 0,7 Prozent an. Der Personalvermittler Adecco gewinnt 0,1 Prozent an Wert. Gegen den Trend schwächt sich der Kurs des Elektrotechnikkonzerns ABB marginal ab.

Am breiten Markt legen Comet um fast 4 Prozent zu. Händler sprechen von Anschlusskäufen nach dem Investorentag am Mittwoch, als die Technologiefirma ihre Prognose leicht erhöht hatte.

Die Anteile von BB Biotech steigen um 2 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft ist Aktionär von Actelion.

Die Anteile von Meyer Burger verlieren 3 Prozent. Der Solarzulieferer ist dabei, eine Kapitalerhöhung und andere Kapitalmassnahmen umzusetzen. Am Freitag entscheiden die Obligationäre und kommende Woche die Aktionäre über die Vorschläge der Firma.

(Reuters)