Schweizer Börse legt zu - Banken schwächer

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag mit festeren Kursen eröffnet. Gegen den Trend sind die Bankaktien allerdings unter Druck.
02.05.2016 10:41
Die CS-Aktien stehen am Montagmorgen SMI-Tabellenende.
Die CS-Aktien stehen am Montagmorgen SMI-Tabellenende.
Bild: cash

Mit den Kursgewinnen kann sich der Leitindex SMI am Montagmorgen leicht von den am vergangenen Freitag erlittenen Kursverlusten erholen und steuert damit in kleinen Schritten auf die Marke von 8'000 Punkten zu. Zum Ende der vergangenen Woche hin ist die Stimmung an der Börse mit aufkommenden Sorgen um die US-Konjunkturentwicklung ins Negative gekippt und hatte die Aktienkurse stark unter Druck gesetzt. Die Lage habe sich zwar etwas stabilisiert, jedoch fehle es an richtungsweisenden Impulsen, meinen Händler.

Die US-Konjunktur dürfte das Börsengeschehen weiterhin massgeblich mitprägen. In den zahlreichen zur Publikation anstehenden Wirtschaftsdaten suchen die Anleger nach neuen Hinweisen, wann die Notenbank Fed die nächste Zinserhöhung durchführen könnte. Als zentral gilt dazu die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt, die im Verlauf der Woche und insbesondere mit dem Jobs Report vom Freitag in den Fokus rückt. Zunächst stehen am Montagnachmittag aber Daten zur Stimmung der US-Einkaufsmanager sowie Daten zum Immobilienmarkt auf dem Programm. Die Ölmärkte büssen derweil einen Teil des zuletzt zurückgewonnenen Terrains wieder ein.

SMI steuert gegen 8000 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) steigt bis um 09.30 Uhr um 0,23% auf 7'979,38 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,15% auf 1'230,04 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,21% auf 8'584,50 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen 21 im Plus und 9 im Minus.

Insgesamt bewegt sich das Geschäft mit Schweizer Aktien in ziemlich ruhigen Bahnen. Zum einen gibt es zu Blue Chips-Unternehmen kaum Nachrichten und zum andern blieb die Londoner Börse im Anschluss an die 1. Mai-Feierlichkeiten geschlossen. In den kommenden Tagen erwartet die Anleger auch dank einer Vielzahl von Unternehmenszahlen eine Marktbelebung.

Im Zentrum steht dabei die UBS, die den Quartalsbericht am morgigen Dienstag vorlegen wird. Die Anleger müssen sich auf einen Gewinnrückgang gefasst machen, da sich das Geschäftsumfeld vor allem in den beiden ersten Monaten des Jahres für die Banken extrem schwierig präsentiert hat. Im heutigen Handel geben UBS um 0,3% nach während die Credit Suisse mit 1,3% im SMI/SLI am stärksten verlieren.

Auch die Swisscom blickt am Dienstag auf das erste Quartal zurück und steigt im Vorfeld dazu um 0,4% in die Höhe. Weitaus deutlichere Avancen sind etwa bei Lonza (+1,1%), Givaudan (+0,7%) oder Galenica (+1,2%) zu sehen. Galenica-Chef Etienne Jornod verteidigte über das Wochenende in einem Interview die geplante Aufteilung in ein Pharma- und ein Apotheken- und Logistikunternehmen. Dies sei der beste Schritt für die Firma, sagte Jornod.

Schwergewichte im Plus

Bei den Schwergewichten gewinnen Nestlé und Roche 0,6% bzw. 0,3%. Roche dürften dabei kaum von der am Freitagabend erhaltenen EU-Empfehlung für eine Indikationserweiterung zum Medikament Avastin profitieren. Die Empfehlung sei keine Überraschung und habe daher auch keinen Einfluss auf die Gewinnschätzungen, schreibt die Bank Vontobel.

Novartis bewegen sich kaum (-0,1%). Über das Wochenende haben Gerüchte die Runde gemacht, dass auch die Basler in den Bieterwettbewerb um das US-Biotech-Unternehmen Medivation eintreten könnten. Am vergangenen Freitag hatte Medivation das Angebot des französischen Pharmaherstellers Sanofi in Höhe von 9,3 Mrd USD als zu niedrig einstuft und abgewiesen. Nebst Novartis werden seither auch AstraZeneca und Pfizer als mögliche Bieter ins Feld geführt.

Im breiten Markt hat die Valiant Bank (Aktie: -2,2%) den Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert und ist gemessen an den Kundengelder und den Ausleihungen leicht gewachsen. Allerdings spürt auch Valiant die anhaltend tiefen Zinsen und so gab die Zinsmarge leicht nach. Dorma+Kaba verlieren nach der Abstufung auf "Reduce" von "Hold" durch die Bank Vontobel 0,9%. Und bei Meyer Burger (-5,5%) werden nach der zuletzt sehr guten Entwicklung Gewinne mitgenommen.

Derweil geben Addex nach schwachen Jahreszahlen deutliche 4,0% nach wogegen Charles Vögele mit 4,1% avancieren. Der kriselnde Modehändler Charles Vögele habe vor einigen Monaten offenbar, wenn auch erfolglos, mit der deutschen Modekette Adler verhandelt, hiess es in der Wochenendpresse. Damit könnte bei Anlegern die Hoffnung auf ein Kaufangebot aufkeimen.

(AWP)