Schweizer Börse legt zweiten Tag in Folge deutlich zu

Die Schweizer Börse hat am Dienstag fester tendiert. Gesucht waren vor allem Aktien von Banken. Bei der Biotechfirma Actelion hielten die spekulativen Käufe an.
06.12.2016 17:45
Deutlich grün an der Schweizer Börse am Dienstag.

Der SMI legt bis Börsenschluss 0,9 Prozent auf 7912 Zähler zu. Am Montag hatte der Leitindex schon 0,8 Prozent höher geschlossen.

Die Anleger verhielten sich vor dem Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag aber besonnen, sagen Händler. Es werde keine Zinsänderung der EZB erwartet. Aber wegen der ungewissen Folgen des Nein beim Italien-Referendum dürfte die Zentralbank wohl ihr Anleihenkaufprogramm verlängern, heisst es.

Kommende Woche werden dann die US-Notenbank und die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Zinsentscheidungen veröffentlichen. Dabei wird von der Fed die erste Zinserhöhung seit einem Jahr erwartet.

Die Bankaktien setzten europaweit zu einem Höhenflug an. Der Bankaktienindex steigt um 3 Prozent. Die Anleger schöpften Hoffnung, dass die Restrukturierung und Kapitalerhöhungen bei den italienischen Banken wie geplant durchgeführt werden könnten und damit eine Ansteckung auf andere europäische Geldhäuser verhindert werde. Die Aktien der beiden Grossbanken folgten dem Trend. UBS gewinnen 4,4 Prozent. Morgan Stanley stufte die Empfehlung für UBS mit Kursziel 20 Franken auf "Overweight" von "Equal weight" hoch. Der Anteil des Vermögensverwalters Julius Bär sowie die Assekuranztitel hinken etwas hinterher. Credit Suisse rücken am Tag vor dem Investorentag in London um 4,5 Prozent vor.

Actelion weiter im Fokus

Die Actelion-Aktie setzt ihren Höhenflug um weitere 3,8 Prozent fort. Um Europas grösste Biotechnologiefirma könnte ein Bieterrennen entbrennen. Einem Medienbericht zufolge soll der französischen Pharmakonzern Sanofi ebenfalls interessiert sein. Das Pariser Unternehmen erwägt demnach ein Angebot für Actelion. Damit würde Sanofi in Konkurrenz zu Johnson & Johnson treten. Der amerikanische Pharma- und Konsumgüterkonzern und die Schweizer hatten Ende November mitgeteilt, Gespräche über eine nicht näher spezifizierte Transaktion zu führen. Ein Deal könnte auf ein Volumen von 20 Milliarden Dollar kommen. Sanofi, Actelion und Johnson & Johnson waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Händler vermissen klare Aussagen der in den Gerüchten erwähnten Firmen. "Solange die nichts Konkretes sagen, schiessen die Gerüchte halt ins Kraut", sagt ein Händler. "Für den Anleger bedeutet dies: vorläufig dabeibleiben und geniessen."

Höher notiert auch das Pharma-Schwergewicht Roche. Rivalin Novartis dagegen bröckelt ab. Mit Nestlé, die um 0,6 Prozent höher sind, reiht sich ein weiteres Schwergewicht unter die Gewinner.

Die Aktien zyklischer Firmen setzten zu einer Konsolidierung an. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementriesen Lafarge-Holcim und der Sanitärfirma Geberit sowie der Luxusgüterwert Richemont büssen Terrain ein. Die Aktien von Swatch liegen dagegen 0,5 Prozent höher.

Meyer Burger auf Achterbahnfahrt

Am breiten Markt fallen die Aktien von Meyer Burger auf, die nach einem Vortagesverlust von rund 10 Prozent wieder um 14,6 Prozent in die Höhe schnellen. Händler verweisen auf die umfangreichen Kapitalmassnahmen, die der Solarzulieferer angekündigt hat. Am Mittwoch beginnt zudem der Handel mit den Anrechten aus der am Freitag von den Aktionären abgesegneten Kapitalerhöhung.

Die Aktien von Schaffner sinken um 5,9 Prozent. Der Autozulieferer hat im Geschäftsjahr 2015/16 einen Gewinneinbruch auf 0,4 Millionen Franken von 7,7 Millionen Franken verbucht. Auf eine Dividendenzahlung soll verzichtet werden.

Die Anteile von EFG International gewinnen dank einer Hochstufung auf "Buy" von "Hold" durch die Citigroup 7,2 Prozent.

(Reuters/cash)