Schweizer Börse: Leicht gebremste Erholung

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Donnerstagmittag immer noch ein klares Plus, obschon der SMI mittlerweile etwas von den anfänglich kräftigen Gewinnen preisgegeben hat.
25.02.2016 13:05
Die Auszahlung der Dividende macht die Novartis-Aktie am Donnerstag im SMI zum Bremsklotz.
Die Auszahlung der Dividende macht die Novartis-Aktie am Donnerstag im SMI zum Bremsklotz.
Bild: Bloomberg

Nach dem Einbruch an den europäischen Börsen am Vortag hatte ein wieder anziehender Rohölpreis nach hiesigem Handelsschluss für eine ordentliche Erholung an der Wall Street gesorgt. Die hohe Korrelation zwischen den Aktienmärkten und dem Ölpreis bleibt weiter auffällig. Die Erholung am Schweizer Markt wird indes gebremst von den schwergewichtigen Novartis, die am Berichtstag ex Dividende gehandelt werden.

Als gäbe es nichts anderes, trat eine Erholung des Ölpreises am Mittwoch eine Schlussrally an der Wall Street los. Man müsse jedoch festhalten, dass die Lagerbestände in den USA trotz hoher Füllstände dennoch weiter ansteigen dürften, warnt ein Marktbeobachter. Die Unsicherheiten diesbezüglich bleiben bestehen. Das andere Sorgenkind China wolle sich vor dem bevorstehenden G20-Gipfel in Shanghai nicht die Blösse geben und sorge zunächst für Ruhe an der Währungsfront, heisst es. Das Land werde dennoch weiter im Fokus stehen, und auch die deutlichen Kursrücksetzer an den Festlandbörsen am Donnerstag verunsichern.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,7% auf 7746 Punkte. Am Morgen erreichte der Leitindex gar kurzzeitig 7800 Punkte, und das bisherige Tageshoch lag an die 120 Punkte über dem Vortagesschluss. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 1,3% auf 1173 Punkte zu und der breite SPI 1,4% auf 8140 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren alle bis auf Novartis (-1,7% oder -1,20 Franken) im Plus. Die anstehende Ausschüttung von 2,70 Franken verdaut die Aktie allerdings relativ gut.

Transocean auf Achterbahnfahrt

Die volatilen Transocean (+4,2%) legen nach der Publikation der Jahreszahlen am späten Vorabend stark zu, im bisherigen Hoch gar 10%. Die Titel hatten allerdings am Vortag fast 9% eingebüsst und neue Allzeittiefs markiert. Nach Restrukturierungen und teuren Abschreibern auf Offshore-Ölplattformen hat das Unternehmen das vergangene Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen beendet. Umsatzmässig ist Transocean indes deutlich kleiner geworden. Dem Management ist es derzeit "unmöglich" vorherzusagen, wann eine Branchenerholung einsetzen wird. Die Aktie ist noch bis Ende März an der SIX kotiert, und danach wird sie nur noch in New York gehandelt.

Deutlich fester zeigen sich zudem die jüngst schwächeren Bankenwerte CS (+3,5%) und UBS (+3,0%). Am Vortag waren Aktien der Branche weltweit noch stark unter Druck, nachdem Befürchtungen über das Exposure des Sektors zu potenziellen Zahlungsausfällen im Energiesektor wieder aufgelebt waren.

Tiefe Ölpreise würden die Kreditwürdigkeit einiger Banken durchaus auf die Probe stellen, heisst es in einer Analyse von Moody's. Die Banken müssten sich zumindest mit den schwachen Preisniveaus als neuen Normalzustand arrangieren. Denn das Szenario "tiefer für länger" sei das wahrscheinliche. Allerdings seien dem Risiko eher Banken in Regionen mit hohen Ölexporten ausgesetzt.

Auch Julius Bär (+2,4%) legen kräftig zu. Zu den grössten Gewinnern gehören darüber hinaus die ebenfalls jüngst sehr schwachen konjunktursensitiven Lafarge-Holcim (+2,6%) sowie Aryzta (+2,8%) und Actelion (+2,4%). Die Versicherungstitel Zurich (+1,8%), Swiss Re und Swiss Life (je +1,4%) reihen sich dahinter ein.

China-Sorgen lasten auf Richemont-Aktie

Neben Novartis am Ende der Tabelle finden sich Richemont (+0,4%) - nach einem bereits schwachen Vortag, als Sorgen um den wichtigen Markt China einmal mehr belasteten. Nomura bestätigte unterdessen die Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel senkte der zuständige Analyst allerdings mit Blick auf die Herausforderungen in den wichtigen Märkten. Swatch (+1,2%) legen dagegen etwas über dem Marktschnitt zu.

Aus der zweiten Reihe freuen sich die Aktionäre von Sulzer (+4,6%) sehr über eine üppige Sonderdividende von 14,60 Franken für 2015 neben den ordentlichen 3,50 Franken. Sowohl Bestellungseingang als auch Umsatz und Gewinn sind im widrigen Umfeld 2015 allerdings rückläufig gewesen. Im Verwaltungsrat sollen unterdessen zwei Renova-Vertreter (Beteiligung 63%) neu Einzug halten. Auch APG (+3,2%) können nach Jahreszahlen überdurchschnittlich zulegen.

Auf der Verliererseite stehen Straumann (-0,8%) nach soliden Ergebnissen, die Umsatzguidance wird jedoch als konservativ bezeichnet. EFG (-0,5%) geben weiter etwas ab, nachdem am Donnerstag im Nachgang der Fusionsankündigung mit BSI weitere Kurszielsenkungen eingetrudelt sind. Im kombinierten Unternehmen wird am Markt über einen Stellenabbau von mehreren hundert Stellen spekuliert.

(AWP)