Schweizer Börse leicht im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Dienstagmittag weiter im leicht positiven Terrain. Der Leitindex SMI konnte nach Handelsstart etwas zulegen und schwenkte dann in eine Seitwärtsbewegung in einer engen Spanne ein.
08.11.2016 13:05
Im Plus, aber keine grossen Sprünge: die Schweizer Börse am Dienstagmittag.
Im Plus, aber keine grossen Sprünge: die Schweizer Börse am Dienstagmittag.
Bild: cash

Die heute stattfindende US-Präsidentschaftswahl bleibt vordringlichstes Thema. Die Hoffnung, dass Hillary Clinton im Rennen gegen den republikanischen Widersacher Donald Trump am Ende die Nase vorne haben wird, hatte am Vortag für einem deutlichen Anstieg gesorgt.

Die Anleger würden sich vor der Wahlentscheidung zurückhalten, heisst es. Demgegenüber fanden eher negative Konjunkturdaten aus China oder Deutschland kaum Beachtung. In der Volksrepublik haben sich die Exporte im Oktober deutlich abgeschwächt. Laut Experten deutet dies darauf hin, dass der schwächere Renminbi den Handel nicht ankurbeln kann. Auch in Deutschland waren die Exporte und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe zum jeweiligen Vormonat rückläufig. Hierzulande stehen Adecco nach Quartalszahlen im Fokus. Bei Meyer Burger belastet eine geplante Kapitalerhöhung.

Der SMI notiert am Mittag 0,2% höher bei 7750 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,2% auf 1210 und der breite SPI 0,2% auf 8500 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 24 im Plus und nur 6 im Minus.

Adecco mit mit ansprechendem Quartalsergebnis

Adecco steigen nach Zahlen um 0,8%. Der Umsatz des Personalvermittlers ist im dritten Quartal etwas langsamer gewachsen als im Vorquartal. Der Druck auf die Margen hielt im Berichtszeitraum an, und das operative Ergebnis war in der Folge rückläufig. Die Analysten sehen das organische Wachstum arbeitstagebereinigt im Rahmen der Erwartungen, die Entwicklung in den Monaten September und Oktober sei zudem ermutigend. Die Marge habe aber enttäuscht.

Auch Aryzta (+1,5%), Sika (+1,2%) oder Lonza (+0,6%) finden sich in der Rangliste auf vorderen Plätzen. Lafarge-Holcim (+0,5%) schreiben die positive Entwicklung seit der Zahlenvorlage am vergangenen Freitag fort. Seitdem haben die Titel damit rund 6,2% an Wert gewonnen.

Julius Bär führt mit +1,8% die Gewinnerliste an. Die Grossbanken zeigen sich uneinheitlich mit einem Plus bei der UBS von 0,3%, während CS demgegenüber mit -1,4% nach der Erholung zum Wochenstart grösste Verlierer sind. Für CS hat Independent Research zwar das Kursziel leicht angehoben, die "Verkaufen"-Bewertung jedoch bestätigt. Die Grossbank profitiere weniger als die Wettbewerber vom positiven Marktumfeld im Wertpapierhandel, heisst es.

Wenig Unterstützung von den Schwergewichten

Die Schwergewichte Nestlé (+0,4%), Roche (+0,3%) und Novartis (+0,1%) sorgen für ein wenig Unterstützung beim SMI. Für letztere Titel hat Berenberg das Kursziel aufgrund niedrigerer Umsatzerwartungen um 5 auf 80 Franken gesenkt.

Am unteren Ende rangieren zudem die Uhrenwerte Richemont (-0,6%) und Swatch (-0,4%). Die Zykliker ABB (-0,1%), Geberit und Schindler (je +0,1%) zeigen sich wenig bewegt.

Im breiten Markt reagieren die Aktien des Solarzellenausrüsters Meyer Burger mit Abgaben von 8,2% auf die angekündigte Kapitalerhöhung um 160 Millionen Franken. Zudem will das Unternehmen die Konditionen einer Wandelanleihe ändern und weitere Massnahmen zur Refinanzierung treffen. Ein gleichzeitig gemeldeter Grossauftrag und positive Zahlen zu den ersten neun Monaten des Jahres können dem nicht entgegenwirken. Bereits am Freitag war die Aktie nach Gerüchten um bevorstehende Kapitalmassnahmen unter hohen Volumen zeitweise um mehr als 20% eingebrochen.

Burckhardt deutlich unter den Erwartungen

Burckhardt Compression (-7,8%) hat mit schwachen Halbjahreszahlen die Erwartungen klar verpasst. Während der Umsatz dank einer Akquisition in China wuchs, ging der Auftragseingang zurück. Auch Gewinn und Margen lagen unter den Vorjahreswerten. Das Unternehmen leidet weiter unter einer schwachen Nachfrage aus dem Öl&Gas-Sektor. Die Banque Profil de Gestion verliert nach Neun-Monats-Zahlen 10,7%.

Dormakaba (+2,3%) verstärkt sich unterdessen mit einem Zukauf in den USA. Für 142,5 Millionen Dollar wird der Türen- und Beschlägehersteller Mesker mit einem Umsatz von zuletzt 67 Millionen übernommen. Das entspricht knapp 3% des Gruppenumsatzes des Konzerns. Die Analysten halten den Preis für angemessen.

Ascom (+0,3%) hat einen Auftrag im Wert von mehr als 1 Millionen Dolllar von einem US-Krankenhaus erhalten. Das Unternehmen hofft auf Folgeaufträge für andere Hospitäler des Betreibers.

(AWP)