Schweizer Börse leichter - gefragte Nebenwerte

Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch leicht abgeschwächt. Am drittletzten Handelstag vor dem Jahresende hätten sich die Marktteilnehmer rar gemacht, sagten Händler.
28.12.2016 17:15
Gehört am Mittwoch zu den Gewinnern im SMI: Actelion.
Gehört am Mittwoch zu den Gewinnern im SMI: Actelion.
Bild: ZVG

"Es ist ja fast keiner mehr da. Die meisten Leute sind in den Ferien", erklärte ein Marktteilnehmer. Die Anleger wollten keine neuen Seiten aufschlagen und übten sich im Stillstehen, sagte ein anderer Börsianer. "Das Jahr ist gelaufen."

Der SMI notierte mit 8257 Zählern um den Vortagesstand. Der Leitindex bewegte sich in einer engen Spanne von 40 Punkten. Am Dienstag hatte der SMI nach einem ruhigen Verlauf um 0,3 Prozent höher geschlossen.

Ob der Dow Jones Index noch vor dem Jahresende die psychologische Marke von 20.000 Punkten überwinden könne, sei ungewiss. "Ich habe da meine Zweifel. Und wenn ja, folgen dann Anschlusskäufe oder Verkäufe, weil nun ein lange angepeiltes Ziel erreicht wurde?", fragte ein Händler.

Die Kursausschläge der Schweizer Standardwerte beliefen sich auf weniger als ein Prozent. Kräftigere Ausschläge zeigten sich dagegen bei Aktien aus der zweiten Reihe.

Bei den Bluechips führten die Aktien zyklischer Firmen wie des Luxusgüterherstellers Richemont und des Uhrenkonzerns Swatch sowie des Elektrotechnikkonzerns ABB die Gewinner an.

Novartis rutscht zurück

Der schwergewichtete Pharmawert Novartis, der sich zunächst als Stütze des Marktes erwiesen hatte, gab den Kursgewinn zum Grossteil wieder her, notierte aber dennoch um 0,1 Prozent höher. "Der Kursausbruch, der uns weitere Gewinne hätte bescheren können, muss wohl vertagt werden", sagte ein Händler. Ein Kursanstieg über 75 Franken hinaus könnte bei den 2016 schlecht gelaufenen Pharmaaktien ein starkes Kaufsignal auslösen, sagte der Börsianer. Der Genussschein von Roche rückte um 0,2 Prozent vor. Die zwei Schwergewichte haben 2016 rund 15 Prozent eingebüsst. Die Anteile von Nestle, einem weiteren Marktschwergewicht, rutschten leicht ab.

0,8 Prozent höher notierten die Aktien von Actelion. Das Spekulationsfieber habe sich etwas abgekühlt, hiess es am Markt. Europas grösste Biotechnologiefirma befindet sich in exklusiven Gesprächen mit dem US-Konzern Johnson & Johnson über eine Form der Zusammenarbeit.

Bei den Banken holten Credit Suisse Verluste auf. Die Ratingagentur Moody`s hat die Bonitätsnote "A1" der zweitgrössten Schweizer Bank nach der Einigung im US-Hypothekenstreit bestätigt. Das Institut bezahlt im Gegenzug für die Beilegung des Streits 5,3 Milliarden Dollar an Busse und Entschädigungen. Der Ausblick für das Rating sei stabil. Die Anteile von Rivale UBS büssten 0,1 Prozent ein.

Die Versicherungstitel stimmten im Verlauf in den Rückzug ein. Swiss Re schwächten sich um 0,7 Prozent ab. Am besten schlugen sich Zurich mit praktisch unverändertem Stand.

Orascom im Plus

Gefragt waren Nebenwerte: Die Anteile von Orascom setzten mit plus 3,7 Prozent den Aufwärtstrend fort. Der Verwaltungsrat des Bau- und Tourismuskonzerns Orascom hat die freiwillige Dekotierung sämtlicher Egyptian Depositary Receipts der Gesellschaft von der Egyptian Exchange beschlossen.

Evolva gewannen 4,3 Prozent. Die Aktie befindet sich auf einem Höhenflug, nachdem das US-Patentamt dem Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen ein Patent für den Süssstoff Stevia erteilt hat.

Die Aktien des Maschinenbauers Bobst, des Baukonzerns Implenia, des Verbindungstechnikers SFS Group, der Sicherheitsfirma Dormakaba und der Schraubenhandelsfirma Bossard verbuchten Jahreshöchstkurse.

Dagegen brachen die Aktien der Accu Holdung um 38 Prozent auf ein Rekordtief ein. Die Anteile der finanziell angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft werden ab dem 3. Januar bis auf weiteres nicht mehr an der Schweizer Börse gehandelt. Die Firma sei nicht mehr in der Lage, die Aufrechterhaltungspflichten zu erfüllen, teilte die SIX mit.

(Reuters)