Schweizer Börse: Lethargischer Handel vor EZB-Zinsentscheid

Im Einklang mit den anderen europäischen Börsen zeigt sich der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstagmittag von seiner lethargischen Seite. Entsprechend wenig verändert sind die Indizes.
08.09.2016 13:10
Nur schwache «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse bis Donnerstagmittag.
Nur schwache «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse bis Donnerstagmittag.
Bild: cash

Lähmend auf das Verhalten der Akteure wirkt sich aus, dass am frühen Nachmittag die EZB ihren Zinsentscheid bekannt geben wird. Da es an fundamentalen Nachrichten von Unternehmen mangelt, gibt es von dieser Seite kaum Treiber für das Marktgeschehen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ungeachtet der steigenden Kritik am Kurs ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten. Als ausgemacht gilt unter vielen Marktbeobachtern zudem, dass EZB-Präsident Mario Draghi eine zeitliche Streckung des seit März 2015 laufenden Anleihenkaufprogramms über März 2017 hinaus bekanntgeben wird. Je nach Gehalt könnten die Aussagen des EZB-Chefs nach Tagen ohne viel Bewegung für neue, unter Umständen gar heftige Impulse am Markt sorgen.

Der SMI gewinnt bis Mittag 0,2% auf 8335 Punkte und gibt damit gegenüber dem frühen Handel etwas Boden preis. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,3% auf 1269 und der breite SPI um 0,2% auf 9061 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Plus und 10 im Minus, womit sich das Feld der Kursverlierer seit dem Morgen etwas vergrössert hat.

Kaum Stütze von den Grossen

Die Indexschwergewichte Novartis (+0,2) und Roche (+0,3%) und Nestlé (-0,3%) vermögen den Markt nur leicht zu stützen. Gesucht sind weiterhin Finanzwerte, allen voran die Credit Suisse, die mit +1,5% vor Swiss Re (+1,4%) ihre Zugewinne weiter ausgebaut haben und die Liste der Kursgewinner anführen. Leicht nachgegeben haben dagegen UBS und Julius Bär, die noch 0,1% respektive 0,4% höher stehen.

Zugelegt haben dagegen die Titel der beiden Uhrenhersteller Richemont (+1,0%) und Swatch (+0,9%). Beflügelt werden diese durch positive Konjunkturdaten aus China. Das Land hat im August überraschend erstmals seit fast zwei Jahren wieder mehr Waren importiert.

Kursgewinne von 0,6% verzeichnen Adecco. Für diese, aber auch für SGS (+0,5%) gab es im Rahmen einer Branchenstudie von Goldman Sachs eine Kurszielerhöhung. Die Analysten sehen für die Industrie auch weiterhin ein stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum als für den Gesamtmarkt. Eine Kurszielerhöhung von Natixis gab es auch für Lafarge-Holcim (-0,5%).

AMS nach iPhone-7-Lancierung unter Druck

Im breiter gefassten Markt stechen AMS am Tage der Lancierung von Apples iPhone 7 hervor, mit Kursabgaben von 3,9% verlieren die Titel überdurchschnittlich. Der AMS-Konzern könnte nach Ansicht eines Marktbeobachters den entsprechenden Auftrag für die Apple-Uhr verloren haben.

Von Apples "drahtlose Zukunft" profitieren könnte nach Ansicht des Beobachters hingegen der Computerzubehörhersteller Logitech (unv.), da die Westschweizer unlängst einen Anbieter drahtloser Kopfhörer gekauft haben. U-Blox (-0,1%) schliesslich geraten ins Blickfeld, weil Apple seine nächste Generation an Uhren mit GPS-Funktionalität ausstattet.

Mit einem Minus von 8,0% verzeichnen 5EL die deutlichsten Kursabgaben. Das Unternehmen will an einer ausserordentlichen Generalversammlung Ende Monat über ihren Restrukturierungsplan abstimmen lassen. Auch Schweiter zeigen überdurchschnittlich hohe Kursverluste (-2,2%). Baader Helvea hat das Anlagerating auf "Hold" von bisher "Buy" zurückgenommen.

Auf der Gewinnerseite befinden sich nach Publikation der Halbjahresergebnisse die Aktien des Energiekonzerns Romande Energie (+3,2) und des Elektrotechnikunternehmens Burkhalter (+0,2%).

(AWP)