Schweizer Börse: Nach gutem Start nun unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag im Anschluss an den freundlichen Auftakt vor dem Mittag in die Verlustzone zurückgefallen.
24.10.2016 13:05
Ausgebremst: Die Schweizer Börse am Montagmittag.
Ausgebremst: Die Schweizer Börse am Montagmittag.
Bild: cash

Der Leitindex SMI legte zwar zunächst mit guten Vorgaben aus den USA und Asien leicht zu, verlor dann aber den Tritt und rückt nun auf die Marke von 8000 Punkte zu. Auf den Index lasten die schwächer tendierenden Pharmaschwergewichte sowie die deutlichen Kursabgaben bei Syngenta. Demgegenüber knüpfen die Bankentitel nahtlos an die gute Entwicklung der Vorwoche an.

Den Börsen fehlten richtungsweisende News und im Vorfeld der in den kommenden Tagen anstehenden Konjunktur- und Unternehmensdaten hielten sich viele Anleger bedeckt, heisst es. Auch verlieh die überraschend starke Stimmungsaufhellung bei Unternehmen aus der Euro-Zone den Aktien keinen Schub, während der nach wie vor schwächelnde Eurokurs und die sinkenden Ölpreise die Schweizer Börse belasten. Am Nachmittag steht noch der PMI-Index aus den USA zur Publikation an, weitaus grössere Bedeutung wird aber den neusten BIP-Zahlen von Ende Woche beigemessen.

Bis am Mittag verliert der SMI 0,1% auf 8026 Punkte, nachdem er vergangene Woche um 0,7% nachgegeben hatte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht praktisch unverändert bei 1242 Zählern und der breite SPI sinnkt um 0,2% auf 8766 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 12 im Minus, 16 im Plus sowie Nestlé und Clariant unverändert.

Zweifel an Syngenta-Übernahme lassen Aktie einbrechen

Syngenta (-7,4%) verlieren nach wie vor deutlich. Eine Agenturmeldung hat die Sorge unter Anlegern genährt, die Übernahme durch die chinesische Chemchina könnte scheitern. Laut Bloomberg hat Chemchina offenbar keine Zugeständnisse gegenüber den EU-Kartellbehörden gemacht. Die Frist dazu sei am vergangenen Freitag abgelaufen, heisst es. Nun habe die EU-Kommission bis am nächsten Freitag Zeit zu entscheiden, ob die Übernahme ohne Bedingungen durchgeht oder eine vertiefte Prüfung vorgenommen wird.

Syngenta selber spricht von einem "konstruktiven Dialog" mit den zuständigen Behörden. Die Gruppe versprach, die Anleger am morgigen Dienstag anlässlich der Publikation von Geschäftszahlen darüber weiter zu orientieren. Erste Kommentare sehen den Deal dadurch nicht in Frage gestellt, aber allenfalls verzögert.

Weiterhin stark unter Druck stehen auch die Aktien von Actelion (-1,8%) nachdem sie in der vergangenen Woche im Anschluss an die Quartalszahlen um über 6,5% an Wert eingebüsst hatten. Zu Beginn der neuen Woche senkten mit der Bank Vontobel und Exane BNP weitere Analystenhäuser ihre Kursziele. Grössere Abgaben sind auch bei Sika (-2,1%) oder Lonza (-1,5%) zu sehen.

Bankentitel weiter gesucht

Auf der Gewinnerseite bleiben die Banken gesucht. Credit Suisse klettern um 2,3% in die Höhe. Die Titel wurden von Kepler Cheuvreux neu zum "Kauf" (bisher "Hold") empfohlen. Während sich das allgemeine Geschäftsumfeld für die CS entgegen anders lautenden Befürchtungen verbessert habe, würden sich die Sparmassnahmen positiv auf die Profitabilität auswirken, lautet die Begründung.

Zudem erhält der Bankensektor Unterstützung von einer positiven Einschätzung von J.P. Morgan. Davon profitieren auch die Aktien der UBS, die mit 1,4% ebenfalls kräftig an Wert gewinnen. Die Grossbank veröffentlicht den Bericht zum dritten Quartal am kommenden Freitag. Goldman Sachs hat im Vorfeld dazu die Schätzungen für die UBS überarbeitet und das Kursziel leicht angehoben.

Bereits am Dienstag wird Novartis (-0,3%) Geschäftszahlen veröffentlichen und am Donnerstag folgt ABB (+0,3%). Kepler Cheuvreux hat für ABB das Kursziel angehoben und das "Hold"-Rating bestätigt. Die Titel von Richemont (+1,1%) und Swatch (+1,4%) profitieren von Rating-Hochstufungen durch Bryan Garnier.

Gurit fallen ins Minus zurück

Im breiten Markt wechselten die Papiere von Gurit (-3,8%) das Vorzeichen. Der Spezialkunststoff-Hersteller hatte am Freitagabend für die ersten neun Monate 2016 ein Umsatzplus von gut 1% gemeldet, damit allerdings leicht schwächer abgeschnitten als erwartet. Positiv wird von Analysten aber die leichte Erhöhung der Margenziele gesehen.

Der Mischkonzern Conzzeta (+1,1%) hat derweil die im Kanton Thurgau ansässige FMG Fördertechnik und FMG Verfahrenstechnik übernommen. Dabei handelt es sich aber um einen eher kleinen Zukauf. Starke Avancen verzeichnen Datacolor (+8,0%).

(AWP)