Schweizer Börse ohne klare Richtung

Die Schweizer Anleger können sich am Montag für keine eindeutige Richtung entscheiden. Im Fokus stehen die Titel von Givaudan, Roche und SGS.
18.07.2016 09:11
Die Börsenkurse schlagen weder nach oben noch nach unten gross aus.
Die Börsenkurse schlagen weder nach oben noch nach unten gross aus.
Bild: cash

Der Swiss Market Index (SMI) startet mit einem Abschlag von 0,1 Prozent in die neue Woche. Am Freitag hatte der SMI 0,22 Prozent im Minus bei 8'156,26 Punkten geschlossen.

Offenbar haben sich die Investoren vom Schrecken durch den gescheiterten Putschversuch in der Türkei rasch wieder erholt. In Marktkreisen wird allerdings darauf hingewiesen, dass das schwierige Verhältnis der Türkei zu Europa angesichts der "Säuberungsaktionen" Erdogans in naher Zukunft eher noch komplizierter werde. Die Vorgaben aus den USA sind derweil positiv, wogegen die Börsen in Japan wegen eines Feiertags geschlossen sind.

Verstärkt in den Fokus rückt zu Wochenbeginn die Berichtssaison. Nach der Gewinnwarnung von Swatch am Freitag haben am Montag SGS und Givaudan Zahlen zum Halbjahr vorgelegt, welche an der Börse unterschiedlich aufgenommen werden. Eine Belastung für den Gesamtmarkt könnte das Schwergewicht Roche mit einem Studien-Misserfolg werden. Das knappe Minus des Gesamtmarktes im vorbörslichen Geschäft ist vor allem den Abgaben in den Genussscheinen von Roche geschuldet. Die Mehrheit der Titel steht nämlich im Plus.

SGS-Aktien werden verkauft

Im Mittelpunkt stehen nach den Halbjahreszahlen die Aktien von Givaudan (+0,4%) und SGS (-5,6%). Während Givaudan mit den Zahlen überzeugt und die Erwartungen der Analysten auf der ganzen Linie übertroffen hat, erfüllte SGS diese lediglich mit Blick auf den Umsatz. Die Gewinnziffern blieben dagegen klar hinter den Prognosen zurück.

Roche (-0,9%) zeigen sich deutlich schwächer. Der Pharmakonzern hat am Morgen über einen Misserfolg mit einer Studie zum Medikament Gazyva berichtet. Demnach hat dieses in der Phase-III-Studie GOYA den primären Endpunkt nicht erreicht. In der Studie wurde das Mittel bei Patienten mit nicht vorbehandeltem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom untersucht. In der Folge hat bereits die Bank Vontobel das Kursziel für den Genussschein reduziert. Die letzten vier Studien, welche verschiedene Blutkrebsarten statt mit Rituxan neu mit Gazyva behandelten, seien nun fehlgeschlagen, heisst es bei Vontobel dazu. Damit bleibe rund ein Drittel des Rituxan-Umsatzes anfällig auf einen Ersatz durch Biosimilars.

Swatch können Abwärtstrend nicht stoppen

Die Swatch-Aktien fallen um 1,2% zurück und stoppen den Abwärtstrend damit noch nicht. Nach der Gewinnwarnung vom Freitag brachen die Titel um beinahe 8% ein. In einem Interview in der Wochenendpresse äusserte sich nun der Swatch-Mitbegründer Ernst Thomke kritisch zur hiesigen Uhrenindustrie. Diese habe den Trend zur Smartwatch verschlafen, monierte er. Richemont weisen nur ein kleines Minus auf.

Weiter fallen Syngenta (+0,6%) mit höheren Kursen auf, nachdem in der Wochenendpresse über weiter steigenden politischen Druck in den USA gegen die Übernahme durch ChemChina berichtet wurde.

Im breiten Markt stehen Straumann (+0,1%) nach einer kleineren Akquisition in Deutschland etwas unter Beobachtung sowie Emmi nach der vollständigen Übernahme der Mittelland Molkerei. Am Freitagabend hatte zudem Energiedienst die Halbjahreszahlen vorgelegt.

(cash/AWP/Reuters)