Schweizer Börse ohne klare Richtung

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch bislang noch keine klare Richtung eingeschlagen und tendiert uneinheitlich.
31.08.2016 12:50
Keine eindeutigen «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse bis Mittwochmittag.
Keine eindeutigen «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse bis Mittwochmittag.
Bild: cash

Während Finanztitel mit der Aussicht auf eine weitere US-Zinserhöhung zulegen, belasten die Kurseinbussen der Pharma-Schwergewichte das Sentiment. Wann und in welchem Ausmass die US-Notenbank Fed die Zinsen weiter anheben wird, bleibe jedoch ungewiss, meinen Händler. Die Anleger begeben sich derweil mit Blick auf den für die Geldpolitik wegweisenden US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag in Wartestellung.

Einen ersten Eindruck dazu, wie sich die Lage am US-Arbeitsmarkt präsentiert, liefert am frühen Nachmittag der ADP-Bericht. Dabei schätzt der Dienstleister die Zahl der im August neu geschaffenen Stellen, die am Markt bei 175'000 erwartet wird. Weiter dürften die Anleger aber auch die etwas später zur Publikation anstehenden Daten zum Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie zum US-Immobilienmarkt (schwebende Hausverkäufe) beachten, ergänzt ein Händler.

Gegen Mittag gibt der SMI minimal auf 8235 Punkte nach, womit sich für den August weiterhin ein Plus von rund 1,3% abzeichnet. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt zur Berichtszeit 0,2% auf 1250 Zähler und der breite SPI wiederum steht bei 8951 Zählern praktisch unverändert. Von den 30 wichtigsten Titeln gewinnen 14 dazu und 16 geben nach.

Bâloise weiter auf Gewinnkurs

Bei den Bluechips weiten Bâloise (+3,0%) die Vortagesgewinne Schritt für Schritt aus. Mit dem am Dienstag vorgelegten und von Nachreservierungen in Deutschland belasteten Gewinn hatten die Basler die Analystengemeinde zunächst enttäuscht. Gleichzeitig wurden aber die operative Geschäftsentwicklung sowie die Aussicht auf weiterhin attraktive Dividendenzahlungen als positive Argumente für ein Engagement bei Bâloise ins Feld geführt. Die Kurszielsenkung der Bank Vontobel stört den Steigerungslauf der Aktie kaum.

Stark entwickeln sich nach wie vor auch andere Versicherer wie Swiss Re (+1,2%) oder Swiss Life (+1,0%) sowie die Grossbanken UBS (+1,9%) und Credit Suisse (+2,7%). Die CS-Papiere wurden zuletzt auch vom Interesse grosser US-Investoren getragen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Asset Manager Capital Group seinen Anteil auf über 5% ausgebaut hat. Derweil erklärte VR-Präsident Urs Rohner in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt", dass er der Bank auch noch nach 2018 vorstehen und sie auf dem eingeschlagenen Weg - weg vom schwankungsanfälligen Investmentbanking hin zur Vermögensverwaltung - begleiten will.

In die Verlustzone gerutscht sind dagegen die Titel von Roche (-0,7%) und Novartis (-0,5%). Händler verweisen auf Umschichtungen aus dem Pharma- in den Finanzsektor. Gleichzeitig scheint die US-Marktzulassung für das Biosimilar Erelzi der Tochter Sandoz den Novartis-Aktien nur begrenzt Halt zu geben. Analysten sprechen allerdings von einem Durchbruch, schliesslich könne Erelzi nun den Amgen-Blockbuster Enbrel in der Behandlung von Arthritis, Rheuma oder Schuppenflechte konkurrieren.

Luxusgütertitel unter Druck

Am stärksten geben im SMI/SLI Richemont (-0,9%) nach. Die Aktien der Schmuck- und Luxusuhrengruppe wurden von der UBS auf "Neutral" von "Buy" abgestuft. Ein Treffen mit Uhrenverkäufern in Hongkong habe bestätigt, dass das Umfeld für die Schweizer Uhrenindustrie schwierig bleibe, so die UBS. Gleichzeitig wird über den Ausschluss aus dem europäischen Index Stoxx50 spekuliert. Branchenkonkurrentin Swatch verliert mit 0,5% etwas weniger an Wert.

Am breiten Markt bleiben Straumann (-4,5%) auf der Verliererstrasse. Der Singapurer Staatsfonds GIC und vormals zweitgrösste Straumann-Aktionär hat seine Beteiligung von 14% auf unter 5% reduziert. Nebst institutionellen Investoren hat auch Straumann zugeschlagen und damit eigene Aktien zurückgekauft. Das Aktienpaket sei mit einem Abschlag von 6% abgestossen worden, was die Kurseinbussen erkläre, heisst es am Markt. Analysten sehen keinen Bedarf für eine andere Einschätzung des Titels, der zuletzt auf Allzeithöchstständen notiert hatte.

Tecan (+0,1%) stehen nur noch leicht im Plus. Der Laborausrüster kündigte die Übernahme der US-amerikanischen SPEware Corporation an, was den Bereich Massenspektrometrie optimal ergänze, meinen Analysten.

(AWP)