Schweizer Börse ohne Richtung

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag mit Abgaben. Der Leitindex SMI konnte die zeitweisen Gewinne nicht halten und bewegt sich um den Vortageskurs.
03.02.2016 13:00
Mal rauf, mal runter: Die Schweizer Börse kennt am Mittwochmorgen keinen Trend.
Mal rauf, mal runter: Die Schweizer Börse kennt am Mittwochmorgen keinen Trend.
Bild: ZVG

Insbesondere Banken und Versicherungen zogen im Morgenhandel nach unten. Dem können die nach der Offerte von Chemchina weiter festeren Syngenta wenig entgegensetzen. Zudem haben Swatch und ABB Zahlen vorgelegt.

Die wieder einmal sehr volatilen Ölnotierungen sorgen für Turbulenzen und der erneute Einbruch in Asien belastet die Stimmung, sagen Marktteilnehmer. Angesichts der Entwicklung im Januar kämen Zweifel auf, ob die weltweit erwartete leichte Konjunkturerholung 2016 eintreten werde. Für etwas Belastung sorgte am Morgen zudem der eingetrübte Einkaufsmanagerindex aus der Euro-Zone. Mit Spannung dürften die Investoren auf die US-Makrodaten am Nachmittag schauen. Dort stehen der ADP-Arbeitsmarktbericht, Markit PMI und ISM-Index Dienste sowie der Ölbericht auf der Agenda.

Der SMI steht kurz vor Mittag 0,3% tiefer bei 8169 Punkten (Tagestief 8146). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,3% auf 1221 Zähler und der breite SPI um 0,3% auf 8471 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 22 im Minus, 5 im Plus und 3 unverändert.

Syngenta nach Übernahmeangebot gesucht

Syngenta (+5,6%, 414,40 Franken) hat nun offiziell das Angebot von Chemchina veröffentlicht, das vom Verwaltungsrat unterstützt wird. Der chinesische Konzern bietet inklusive Sonderdividenden 480 Franken pro Syngenta-Aktie (bar 465 Dollar) und bewertet das Unternehmen mit 43 Milliarden Dollar. Bereits am Vortag hatten Spekulationen für einen Kurssprung um knapp 4% gesorgt. Analysten verweisen auf die regulatorischen Unsicherheiten als Grund für den vergleichsweise grossen Abstand zwischen Gebot und Kurs. Demgegenüber treten die vorgelegten Zahlen zu 2015 mit in dieser Höhe erwarteten Einbussen bei Umsatz und Ergebnis in den Hintergrund.

ABB (+0,5%) hat im vierten Quartal wie erwartet einen Rückgang beim Auftragseingang und Umsatz verbucht. Auch das Ergebnis ging auf Stufe EBIT zurück und der Reingewinn brach um deutliche 70% ein. "Besser als befürchtet", lautet das Urteil mancher Analysten. Als positives Signal wird der höhere operative Cashflow gewertet. Stützend dürfte zudem die leicht höhere Dividende wirken. Der Ausblick bleibt angesichts der Unsicherheiten zurückhaltend.

Swatch (-1,2%, 335 Franken) haben die Abgaben etwas eingegrenzt. Der Uhrenkonzern hat mit den Zahlen die Erwartungen der Analysten auf allen Stufen verfehlt. Der vorsichtig optimistische Ausblick auf das laufende Jahr dürfte angesichts der Unsicherheiten in China kaum stützen. So hat Vontobel das Kursziel von 390 Franken in Revision genommen. Zuvor hatte Exane BNP Swatch in einer Branchenstudie auf Underperform gesenkt und sowohl hier als auch für Richemont (-0,7%) das Kursziel gesenkt. Die chinesischen Konsumenten würden zu Hause etwas mehr, im Ausland dafür jedoch weniger ausgeben, so die Erwartung für das kommende Jahr.

Bankaktien weiter auf Talfahrt

Grösste Verlierer unter den Bluechips sind inzwischen die Aktien der Banken Julius Bär (-3,2), Credit Suisse (-2,0%) und UBS (-1,5%). Die UBS-Zahlen vom Vortag wurden von den Analysten mit einer Reihe von Herabstufungen quittiert, zuletzt von der RBC auf "Sectorperform" von "Outperform". Auch Natixis, Morgan Stanley und Nomura senkten ihre Kursziele. CS legt am Donnerstag das Ergebnis vor. Auch andere europäische Bankaktien verlieren mit der Marktschwäche deutlich. Die Assekuranzen Zurich, Swiss Re, Swiss Life und Bâloise geben zwischen 1,3% und 0,7% ab.

Grössere Minuszeichen sehen noch Lonza (-1,4%) oder die zuletzt gefragten Aryzta (-1,2%). Die Schwergewichte Nestlé (-0,1) und Roche (-0,3%) verlieren verhalten, während Novartis (-1,0%, 77 Franken) etwas deutlicher abgeben. Für Letztere wurde das Kursziel von der LBBW um 10 auf 108 Franken gesenkt ("Kaufen").

Givaudan (+0,1%, 1909 Franken) liegen im Nachgang der Zahlen weiter gut gehalten. Während Exane BNP das Kursziel auf 2065 Franken (Outperform) und J.P. Morgan auf 2010 Franken ("Overweight") erhöht haben, senkte Kepler Cheuvreux die Bewertung auf "Hold" von "Buy" und das Ziel bleibt bei 1900 Franken.

Im breiten Markt hat Emmi (+1,1%) den Bereich Ziegenkäse mit dem Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an der niederländischen Bettinehoeve verstärkt. AMS (-3,3%) liegen im Nachgang der Zahlen und dem gestrigen Kursplus im Angebot. Vontobel hat das AMS-Kursziel um 5 auf 40 Franken zurückgenommen, das "Buy"-Rating aber bestätigt.

(AWP)