Schweizer Börse ohne Schwung - Luxusgüterwerte gefragt

Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag leicht schwächer präsentiert. Der Markt komme nicht recht in Schwung.
11.10.2016 17:37
Die Swatch-Titel gehörten am Dienstag zu den gesuchten Aktien.
Die Swatch-Titel gehörten am Dienstag zu den gesuchten Aktien.
Bild: Bloomberg

"An Impulsen fehlt es eigentlich nicht, nur zeigen diese in unterschiedliche Richtungen", sagte ein Händler. Der SMI notierte mit 8135 Punkten um knapp 0,5 Prozent schwächer. Die Kursausschläge beliefen sich auf rund 40 Zähler. Am Montag war der Leitindex um 0,6 Prozent gestiegen.

Der stärkere Dollar, der die Absatzchancen für die Schweizer Exporteure auf dem Welktmarkt verbessere, und Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone stimmten die Anleger positiv. Dagegen stellten die US-Präsidentenwahlen, das italienische Referendum und die US-Zinsentwicklung sowie die ungewissen Folgen des Brexit-Votums Unsicherheitsfaktoren dar, sagte ein Händler.

Auch sei der Start in die US-Bilanzsaison eher missglückt. Der Aluminiumhersteller Alcoa verfehlte die Erwartungen und die Aktien fielen nach der Vorlage der Quartalszahlen um rund zehn Prozent. Das Ergebnis des Unternehmens gilt als Indikator für die gesamte US-Konjunktur.

Man sollte dies nicht überbewerten, sagte ein Händler und wies darauf hin, dass die Erwartungen an die Firmengewinne ohnehin nicht so hoch seien.

"Weltweit deuten durchwachsene gesamtwirtschaftliche Daten darauf hin, dass das Gewinnwachstum im 3. Quartal wohl verhalten ausfallen wird", kommentierte Credit Suisse in ihrem "Investment Daily".

Luxusgüterhersteller gefragt

Starke Gewinne verbuchten die Aktien der Luxusgüterhersteller. Richemont und Swatch kletterten um 3,6 und 4,1 Prozent nach oben. Händler sagten, der besser als erwartete Quartalsbericht des französischen Mitbewerbers LVMH habe massive Deckungskäufe ausgelöst. Es sei zu einem richtigen "short squeeze" gekommen. "Vor allem Swatch gilt ja als die am meisten leerverkaufte Schweizer Aktie überhaupt", sagte ein Händler. Beide Aktien haben seit Jahrsanfang rund ein Fünftel ihres Werts verloren.

Die Bankaktien tendierten meist wenig verändert. Händler sprachen von einer Konsolidierung der jüngsten Erholungsbewegung. Zudem gebe es nichts Neues zur Deutschen Bank, die den Bankaktien in Europa die Richtung weise. Man warte weiterhin auf die Einigung der Deutschen Bank mit dem US-Justizministerium über Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt, sagte ein Händler. Die Papiere der Grossbank Credit Suisse und von Rivale UBS waren praktisch stabil. Die Versicherungswerte tendierten überwiegend schwächer.

Die schwergewichtigen Aktien der Pharmariesen Novartis und Roche und des Lebensmittelkonzerns Nestle schwächten sich um rund ein halbes Prozent ab.

Adecco legt zu

Die Aktien zyklischer Firmen tendierten mehrheitlich schwächer. Die Titel von Adecco profitierten von günstigen Konjunkturzahlen und gewannen 1,3 Prozent. Dagegen verloren die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Anlagenbauers Sulzer und der Inspektionsfirma SGS um ein Prozent an Wert.

Die Anteile von Aryzta rückten um 2,4 Prozent vor. Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel für die Aktien des Backwarenherstellers und empfiehlt sie zum Kauf.

Am breiten Markt gewannen auch Aktien anderer Lebensmittelfirmen wie Hochdorf, Lindt&Sprüngli und Bell an Wert. Dagegen büssten Industrietitel, die im laufenden Jahr stark gestiegen waren, Terrain ein. Dazu zählten etwa Kardex, Schweiter und Feintool.

Gewinnmitnahmen lasteten weiter auf den Anteilen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Nach dem steilen Anstieg bis auf das Rekordhoch bei 2120 Franken am vergangenen Freitag notierten die SNB-Aktien zuletzt um 1,2 Prozent tiefer bei 2000 Franken.

(Reuters)