Schweizer Börse: Ölpreis verunsichert Anleger

Gewinnmitnahmen und der wieder nachgebende Ölpreis haben am Dienstag die Anleger an der Schweizer Börse verunsichert. Sie strichen nach den Kursanstieg der letzten beiden Handelstage ihre Gewinne ein.
16.02.2016 17:35
Das Auf und AB des Ölpreises macht den Märkten zu schaffen, so auch der Schweizer Börse am Dienstag.
Das Auf und AB des Ölpreises macht den Märkten zu schaffen, so auch der Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: Pixabay

Für weitere Käufe fehle den meisten das Vertrauen. Vor allem Aktien von Banken gerieten unter Abgabedruck. Der SMI sinkt bis Börsenschluss um 0,4 Prozent auf 7814 Punkte. Am Vortag war der Leitindex um 2,5 Prozent gestiegen.

Der Ölpreisanstieg, der anfangs die Notierungen unterstützt hatte, erwies sich als vorübergehend. Die Ölminister wichtiger Förderländer haben sich zwar auf eine Begrenzung der Fördermenge geeinigt - die Produktion solle auf dem Niveau von Januar eingefroren werden. Doch das war zu wenig. "Der Markt spekulierte auf eine Produktionskürzung und nicht nur auf ein Einfrieren der Produktion", sagt ein Händler. Auch die US-Konjunkturzahlen brachten nicht die erhofften Impulse. "Die Marktteilnehmer warten wohl auf die Veröffentlichung der Protokolle der US-Notenbank am Mittwochabend", sagt ein Händler. Davon erhofften sie sich Aufschluss, ob die Fed dieses Jahr weiter an der Zinsschraube drehen wird oder nicht.

Grossbankaktien rutschen wieder ab

Bankaktien büssten anfängliche Gewinne rasch wieder ein und rutschten ins Minus. Credit Suisse und UBS sinken um 1,4 und 0,9 Prozent, Julius Bär können sich knapp im Plus halten. Einer Studie von J.P. Morgan zufolge könnte Investmentbanken in den Jahren 2016 und 2017 rund ein Fünftel des Gewinns wegbrechen. Die US-Bank senkte zudem das Kursziel für die UBS und nahm die Empfehlung für Credit Suisse auf "Neutral" von "Overweight" zurück.

Zu den wenigen Gewinnern unter den Standardwerten zählen Anteile zyklischer Firmen. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch steigen um 1,5 Prozent. Die Titel des Aromenhersteller Givaudan gewinnen 0,7 Prozent, diejenigen des Inspektionskonzern SGS und des Elektrotechnikkonzerns ABB wurden um 0,5 Prozent höher gehandelt.

Die Anteile von Lafarge-Holcim sinken um 2 Prozent. Händler verwiesen auf die Titel des deutschen Konkurrenten Heidelberg-Cement, die nach dem Jahresbericht knapp 3 Prozent verloren.

Nestlé zurückgestuft

0,8 Prozent schwächer stehen die Nestlé-Aktien. in Indien sank der Umsatz des Nahrungsmittelkonzerns im Zusammenhang mit dem Nudelskandal im vierten Quartal um mehr als ein Fünftel. Jefferies stufte Nestlé auf "Hold" von "Buy" zurück. Am Donnerstag will der Weltmarktführer seinen Jahresbericht vorlegen.

Von den beiden Pharma-Schwergewichten steigen Novartis um 0,1 Prozent und Roche fallen um 0,7 Prozent. Actelion geben um 0,2 Prozent nach.

Die Aktien von Syngenta notieren um 0,5 Prozent leichter bei 398,50 Franken. Der Markt sei im Hinblick auf die geplante Übernahme durch Chemchina noch immer skeptisch, sagt ein Händler. Der offerierte Kaufpreis von 480 Franken müssten die Anleger eigentlich zu Käufen veranlassen.

Leonteq wieder im Verkauf

Am breiten Markt fallen die Aktien von Leonteq mit einem Minus von 3,3 Prozent auf. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen durch kurzfristig orientierte Marktteilnehmer.

Comet steigen nach der Bilanzveröffentlichung um 2,8 Prozent.

Charles Vögele fielen vorübergehend um 14 Prozent auf ein Rekordtief. Zuletzt notierten die Titel des Bekleidungshauses unverändert. Auslöser für den Kurssturz war der Ausstieg des Investors Teleios. Dieser habe seine Beteiligung verkauft und eine Aktionärsgruppe aufgelöst, sagte ein Firmensprecher. "Damit hat der Titel etwas an Fantasie eingebüsst", sagt ein Händler.

(Reuters)