Schweizer Börse rast Richtung Süden

Der Schweizer Aktienmarkt findet auch zum Auftakt der neuen Woche keinen Ausweg aus seinem Abwärtstrudel. Nach einem freundlichen Start rutschten die Kurse rasch markant in die Verlustzone zurück.
08.02.2016 10:55
Nichts geht: Die Schweizer Börse steht am Montagmorgen tief in den roten Zahlen.
Nichts geht: Die Schweizer Börse steht am Montagmorgen tief in den roten Zahlen.
Bild: cash

Der SMI unterschritt dabei die Marke von 7800 Punkten. Mit diesem neuen Jahrestief befindet sich der hiesige Leitindex auf seinem tiefsten Niveau seit über zwei Jahren bzw. seit Ende 2013. Um 10.50 Uhr steht der SMI 2% tiefer bei 7804 Punkten (neues Jahrestief bei 7798).

Es fehle an Handelsvolumina insgesamt, vor allem aber an Kaufaufträgen, sagt ein Händler in Zürich. Der Markt kenne derzeit nur die Richtung nach unten. Der Volatilitätsindex VSMI verzeichnet derweil ein Plus von gut 7% und steht wieder bei über 27 Punkten.

Aus Fernost kamen zuerst zwar positive Vorgaben. In Japan legte der Nikkei-Index am Montag 1,1 Prozent zu. Der Handel in Asien fiel feiertagsbedingt allerdings dünn aus. Viele Märkte - darunter die Börsen in China - bleiben wegen des Neujahrsfestes für den Rest der Woche geschlossen.

Trotz des schlechten Starts in die neue Woche gehen die Experten der Zürcher Kantonalbank für die kommenden Tage tendenziell von steigenden Kursen aus. "Wir erachten die happigen Preiseinbrüche an den internationalen Börsen seit Beginn des Jahres als übertrieben. An eine rasche und kräftige Erholung glauben wir im Moment allerdings auch nicht", schreiben sie in ihrem Kommentar. Die schlechtere Wirtschaftsentwicklung in China sorge weiterhin für Verunsicherung. In den USA präsentiere sich die Konjunktur hingegen stabiler. Investoren müssten angesichts dieser unterschiedlichen Vorzeichen viel Geduld mitbringen.

Bankaktien weiter auf Talfahrt

Fast alle Schweizer Titel geben nach - allen voran die Aktien des Ölausrüsters Transocean, die 5,3 Prozent verlieren. Murphy Exploration & Production Company hat einen eigentlich bis November laufenden Vertrag zur Nutzung eines Bohrschiffs des Schweizer Konzerns vorzeitig beendet. Transocean erhält dafür nach eigenen Angaben jedoch eine Entschädigung.

Auf der Verliererseite stehen auch die Bankentitel: UBS und Julius Bär verlieren 3 und 3,4 Prozent. Bei Rivalin Credit Suisse fällt der Abschlag mit 2,7 Prozent nur wenig geringer aus. Bankchef Tidjane Thiam hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, es werde keine weitere Kapitalerhöhung bei der zweitgrössten Schweizer Bank geben. Zudem hat er einem Bericht der "Financial Times" zufolge nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr eine Kürzung seines Bonus um 25 bis 50 Prozent beantragt.

Die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche geben rund 2 Prozent nach. Die Nestlé-Aktien verlieren 1,6 Prozent. Auch zyklische Werte wie der Personaldienstleister Adecco, der Elektrokonzern ABB, der Sanitärtechnikkonzern Geberit sowie die Zementfirma Lafarge-Holcim stehen nicht in der Gunst der Anleger. Die Abschläge bewegen sich zwichen 2 und 3 Prozent.

Auch Syngenta geben nach

Weniger verlieren die Versicherungswerte. Auch der Titel des Agrarchemiekonzerns Syngenta verliert nach Tagen im Plus wieder 0,3 Prozent auf 397,40 Franken. Der chinesischen Staatskonzerns ChemChina will das Unternehmen für 43 Milliarden Dollar in bar übernehmen.

Am breiten Markt gewinnen die Aktien der Logistikfirma DKSH 1 Prozent. Das Unternehmen hatte seinen Gewinn im Vorjahr um 2,1 Prozent gesteigert und erwartet mit einem Aufschwung in den Kernmärkten für 2016 und die Folgejahre ein Umsatz- und Gewinnwachstum.

(AWP/Reuters)