Schweizer Börse rettet sich ins Plus

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im späten Handel noch ins Plus gedreht. Hauptverantwortlich für den Umschwung waren die schergewichteten Pharmatitel, die anfängliche Verluste wettmachten.
15.09.2016 17:50
«Tagessiegerin» im SMI am Donnerstag: die Credit-Suisse-Aktie.
«Tagessiegerin» im SMI am Donnerstag: die Credit-Suisse-Aktie.
Bild: Bloomberg

Der Markt hatte sich über weite Strecken kaum bewegt, bevor die US-Konjunkturzahlen doch noch etwas Schwung in den Handel brachten . "Die Anleger sind lethargisch", sagt ein Händler. Auch der gosse Quartalsverfall an der Terminbörse Eurex am Freitag sorgte kaum für Bewegung. Am Hexensabbat werden Index-Optionen und -Futures sowie Optionen auf einzelne Aktien fällig, was üblicherweise für hohe Umsätze und zum Teil grosse Kursausschläge sorgt.

Der Leitindex SMI legt um 0,3 Prozent auf 8185 Punkte zu. Seit mehreren Wochen bewegt sich das Barometer der Standardwerte zwischen 8100 und 8300 Zählern.

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die rekordtiefen Negativzinsen beizubehalten, war erwartet worden und verlieh dem Markt entsprechend keine Impulse, sagen Händler. Neuen Schwung erhoffen sich die Anleger von ausländischen Notenbanken. Kommenden Mittwoch geben die US-Notenbank und die Bank von Japan (BoJ) ihre Zinsentscheide bekannt.

Finanzwerte wieder gefragt

Gefragt waren an der Börse in Zürich vor allem Finanzwerte. Der Sektor hatte in den vergangenen Tagen unter Druck gestanden, sagen Händler. Credit Suisse stehen unter den Bluechips mit einem Plus von 1,9 Prozent ganz oben auf dem Siegertreppchen. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär rücken 0,8 Prozent vor. Auch bei den Versicherern griffen die Anleger zu. Swiss Life steigen um 1,4 Prozent, Zurich rücken 1 Prozent vor. Bâloise verteuern sich um 0,7 Prozent. Der Basler Versicherer will sich mit einer neu geschaffenen Abteilung stärker auf die veränderten Kundenbedürfnisse im digitalen Zeitalter ausrichten. Zu den Aufgabenbereichen der neuen Abteilung gehören auch Übernahmen.

Die grössten Abschläge entfallen auf die Luxusgüterwerte. Richemont verlieren 1,7 Prozent, Swatch geben 1,4 Prozent nach. Am Vortag hatten Richemont und auch der französische Konkurrent Hermes die Anleger mit ihren Äusserungen zum Geschäftsgang verschreckt.

Die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis holten anfängliche Verluste wieder auf und legten 0,3 und0,5 Prozent zu.

Kurssprung bei Looser nach Verkaufsplänen

Bei den kleineren Werten stechen Looser mit einem Kurssprung von 30 Prozent heraus. Der Gebäudezulieferer Arbonia-Forster will die Industriefirma für rund eine halbe Milliarde Franken schlucken. Mit dem Zusammenschluss entstehe eine Firma, die in Zentraleuropa zu den Marktführern in den Bereichen Fenster und Türen sowie anderen Gebieten der Gebäudetechnik zähle. Die AFG-Aktien sinken um 5,4 Prozent. Händler stossen sich am hohen Kaufpreis und der kräftigen Kapitalerhöhung. "Zudem wird AFG damit wieder zu einem Gemischtwarenladen", heisst es.

Barry Callebaut rücken 3,5 Prozent vor. Das Schweizer Unternehmen will die Schokoladenfabrik von Mondelez im belgischen Halle kaufen. Im Gegenzug soll Barry Callebaut 30'000 Tonnen Flüssigschokolade an Mondelez liefern. Diese Vereinbarung dürfte Barry Callebaut Analysten zufolge helfen, sein Wachstumsziel zu erreichen.

Starrag liefert an den US-Luftfahrtausrüster Orizon Aerostructure mehrere Werkzeugmaschinen. Der Auftrag im zweistelligen Millionenbereich stelle einen Durchbruch in der US-Luftfahrtindustrie dar, erklärte die Firma. Die Aktien klettern 6,1 Prozent.

Sonova nach erfolgreicher Übernahme gesucht

Die Basilea-Titel gewinnen 0,8 Prozent an Wert. Die Firma hat mit Asahi Kasei Pharma eine Lizenzvereinbarung für das Pilzinfektionsmittels Isavuconazol in Japan abgeschlossen und Anspruch auf Zahlungen von bis zu 67 Millionen Franken sowie umsatzabhängige Zahlungen.

Sonova steigen um 1,6 Prozent. Der Hörgerätehersteller hat die Übernahme von Audio-Nova abgeschlossen, nachdem die Regulierungsbehörden grünes Licht für den grössten Zukauf in der Unternehmensgeschichte gaben.

(Reuters/cash)