Schweizer Börse rutscht ab

Nach den starken Gewinnen zu Wochenbeginn hat die Schweizer Börse am Dienstag nach einer freundlichen Eröffnung den Rückzug angetreten.
16.02.2016 11:20
Nach kurzer Grünphase wieder auf Rot: Die Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Nach kurzer Grünphase wieder auf Rot: Die Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Bild: cash

Anschlusskäufe seien versiegt, sagen Händler. Zudem neigten manche Marktteilnehmer dazu, kurzfristig erzielte Gewinne sicherzustellen. Vor allem Aktien der Banken gerieten wieder unter Druck. Der SMI notiert um 11.15 Uhr mit 7781 Punkten um 0,9 Prozent tiefer . Am Vortag war der Leitindex um 2,5 Prozent gestiegen.

Trotz positiver Vorgaben aus Fernost und der Erholung des Ölpreises wollten sich die Anleger noch nicht engagieren. "Das Eis ist dünn", sagt ein Händler.

Impulse dürften auch vom deutschen ZEW-Konjunkturindex ausgehen, der am späten Vormittag Einblicke in die Stimmungslage der deutschen Börsenprofis gibt. Am Nachmittag wird der Empire-Manufacturing-Index veröffentlicht, der Aufschluss über die Industrie im Grossraum New York gibt. Daneben werden einige Reden von US-Notenbankern erwartet. Von ihnen erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise darauf, ob die Fed in diesem Jahr noch einmal an der Zinsschraube drehen wird oder nicht.

Spekulationen auf mögliche Förderkürzungen des Ölförderkartells Opec hatten die Preise für das Schwarze Gold um rund 4 Prozent steigen lassen. Der russische Energieminister Alexander Nowak wird nach Informationen von Insidern am Dienstag mit dem Ölminister Saudi-Arabiens zusammenkommen. An dem Treffen in Doha würden auch die Minister Venezuelas und Katars teilnehmen, heisst es.

Zykliker geben nach

Nach positivem Start kommen die Aktien zyklischer Firmen unter Druck. Die Anteile des Bohrplattformbetreibers Transocean, die im Sog des Ölpreises zuerst stiegen, liegen mittlerweile 0,3 Prozent im Minus.

Die Papiere des Luxusgüterherstellers Swatch liegen noch 0,4 Prozent im Plus, während diejenigen von Rivalin Richemont 0,5 Prozent ins Minus rutschen. Die Aktie des Elektrotechnikkonzerns ABB verliert 0,1 Prozent.

Stärker unter Druck sind der Banken. Die Titel der Grossbank Credit Suisse sinken um 3,9 Prozent auf 12,92 Franken. UBS verlieren 2,4 und Julius Bär 1,6 Prozent.

J.P. Morgan veröffentlichte eine Studie, wonach Investmentbanken in den Jahren 2016 und 2017 weniger Geld einnehmen dürften. Die US-Bank senkte das Kursziel für UBS auf 18 von 20 Franken und stufte Credit Suisse auf "Neutral" von "Overweight" herab.

Nestlé nach Rückstufung unter Druck

1,2 Prozent schwächer sind die Anteile von Nestlé. Der Nahrungsmittelriese hat in Indien im Zusammenhang mit dem Nudelskandal im vierten Quartal einen Umsatzrückgang um mehr als einen Fünftel verzeichnet. Jefferies reduzierte das Rating für Nestlé auf "Hold" von "Buy".

Die beiden Pharmatitel Novartis und Roche ermässigen sich um 0,3 und 0,6 Prozent.

Die Aktien von Syngenta notieren um 0,2 Prozent leichter mit 399,70 Franken. Der Markt sei noch immer skeptisch, was die geplante Übernahme durch Chemchina betreffe, sagt ein Händler. "Dabei bieten sich interessante Gewinnchancen bei einem Kauf der Aktie." Ein tiefer Kurs angesichts des Übernahmepreises von 480 Franken müssten die Anleger eigentlich überzeugen, sagt der Händler.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Charles Vögele auf, die zeitweise um über 10 Prozent auf ein Rekordtief absackten. Auslöser für den vorübergehenden Kurssturz war der Ausstieg des Investors Teleios. Dieser habe seine Beteiligung verkauft und die entsprechende Aktionärsgruppe aufgelöst, erklärt ein Sprecher. "Damit hat der Titel schon etwas an Fantasie eingebüsst", sagt ein Händler.

(Reuters)