Schweizer Börse rutscht ab - Schwergewichte belasten

Die Schweizer Börse ist am Donnerstag nach einem festeren Stark ins Minus gerutscht. Trotz guter Konjunkturzahlen aus dem In- und Ausland hielten sich die Anleger zurück, sagte ein Händler.
06.10.2016 12:56
Am Hauptsitz von Roche in Basel: Die Aktie belastet am Donnerstag den SMI.
Am Hauptsitz von Roche in Basel: Die Aktie belastet am Donnerstag den SMI.
Bild: cash

"Die anfänglichen Käufe liefen trotz guter Nachrichten wieder aus und die Kurse bröckelten darauf ab." Der SMI sank bis Mittag um 0,5 Prozent auf 8157 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,4 Prozent nachgegeben.

Im Blick haben die Anleger weiterhin die Geldpolitik in Europa und den USA. Daher würden Konjunkturzahlen genau analysiert, hiess es am Markt. Zudem treten zahlreiche hochrangige Vertreter der US-Notenbank vor die Mikrofone. Bei der Fed dreht sich alles um die Frage, wann und wie schnell die Zentralbank die Zinsen anhebt. Am Nachmittag werden die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht. Am Freitag steht dann der stark beachtete monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung auf dem Programm.

Roche belastet den SMI

Merklich Druck auf den SMI ging von Index-Schwergewicht Roche aus. Der Pharmawert gab 0,8 Prozent nach. Händler sagten, der von Rivale Novartis erwogene Verkauf seiner Roche-Beteiligung verunsichere die Anleger. "Bis diese milliardenschwere Transaktion über die Bühne ist, wird sich der 'Bon' nicht nachhaltig erholen können", sagte ein Händler. Novartis besitzt knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Inhaberaktien, die an der Börse aktuell 13 Milliarden Franken wert sind. Die Anteile von Novartis sanken um 0,5 Prozent.

Mit den Nestle-Aktien rutschte auch das dritte SMI-Schwergewicht 0,2 Prozent ins Minus. Alle drei Werte gelten an sich als vergleichsweise krisensichere Analgen.

Händler zeigten sich enttäuscht, dass sich Aktien der beiden Grossbanken dem Aufwärtstrend der europäischen Mitbewerber nicht anschlossen. Die Aktien der Deutschen Bank, die in jüngster Zeit die Richtung im Sektor vorgegeben, setzten ihre Erholung fort. Am Vorabend hatte Aktionär Union Investment dem krisengeschüttelten Institut den Rücken gestärkt. Die Anteile der Credit Suisse verloren ein Prozent. Die Bank muss in den USA wegen irreführender Angaben zu Kundengeldern 90 Millionen Dollar Strafe bezahlen. Die Titel der UBS sanken um 0,4 Prozent und die des Vermögensverwalters Julius Bär gaben 0,1 Prozent nach.

Bei den zyklischen Firmen zogen die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB 0,4 Prozent an. Goldman Sachs und Credit Suisse haben die Kursziele erhöht. Beide Institute stufen ABB mit "Neutral" ein.

Die Anteile des Chemikalienherstellers Clariant und des Uhrenkonzerns Swatch legten ebenfalls zu. Die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont dagegen büssten 1,3 Prozent ein. Der anziehende Ölpreis sorgte für Kursfantasie beim Pumpenhersteller Sulzer und der Kompressorenfirma Burckhardt.

Swisscom tiefer

Die Aktien von Swisscom büssten 1,1 Prozent ein. Das Werbevermarktungs-Gemeinschaftsunternehmen von Swisscom, Ringier und SRG hat einen Rückschlag erlitten. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass sich die Schweizer Behörden erneut mit dem Fall befassen müssen. Der Medienverband fordert, dass das Kommunikationsdepartement der SRG die Teilnahme an dem Joint Venture verbietet oder ihr zumindest Auflagen macht.

Am breiten Markt gab es für die Titel von Meyer Burger einen volatilen Kursverlauf. Der Solarzulieferer hat von bestehenden Kunden Aufträge für seine Diamantdrahtsägen im Wert von 15 Millionen Franken erhalten.

(Reuters)