Schweizer Börse rutscht deutlich ab

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nachgegeben. Kursverluste der Index-Schwergewichtige drückten den Markt ins Minus.
01.09.2016 17:50
Kräftiger Kurstaucher für die Novartis-Aktie am Donnerstag.
Kräftiger Kurstaucher für die Novartis-Aktie am Donnerstag.
Bild: Bloomberg

Ausserdem dämpften Gewinnmitnahmen im Spätgeschäft den Höhenflug der Bankaktien. Der SMI ermässigt sich bis Börsenschluss um 0,7 Prozent auf 8143 Zähler.

"Die US-Geldpolitik bleibt das alles bestimmende Thema", sagt ein Händler. Deshalb werden die amerikanischen Konjunkturdaten, von denen sich die Anleger Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft versprechen, momentan stark beachtet. Als besonders bedeutsam gilt der monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Die am Nachmittag veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen im Rahmen der Erwartungen. Dagegen wurde der überraschend starke Rückgang des Einkaufsmanagerindex negativ aufgenommen. Mit einem Wert von 49,4 Punkte rutschte das Stimmungsbarometers unter die Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum von Schrumpfung trennt.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS büssten ihre zum Teil kräftigten Anfangsgewinne wieder ein. CS schliessen um 0,3 Prozent höher und UBS rutschen sogar 0,7 Prozent ins Minus. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär sind um 1,8 Prozent fester. Am Mittwoch hatten die Chefs der Deutschen Bank und der Commerzbank die Fusionsfantasie in der Branche anheizt und die als kursmässig zurückgeblieben geltenden Finanzwerte angeschoben. "Auch bei uns dürfte die Konsolidierung fortschreiten", sagt ein Händler. "Es geht nicht anders. Der Kuchen, von dem wir alle ein Stück abhaben wollen, wird immer kleiner."

Die Anteile der Versicherungen rücken meist vor. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re steigen um 0,2 Prozent und die des Lebensversicherers Swiss Life verbuchen ein Plus von 0,3 Prozent. Helvetia steigen um 1,5 Prozent. Der fünftgrösste Schweizer Versicherer legt kommende Woche sein Halbjahresergebnis vor.

Schwergewichte fallen deutlich

Die Titel der Index-Schwergewichte fielen zum Teil kräftig. Nestlé büssen 0,7 Prozent ein. Der Lebensmittelkonzern baut sein Gesundheitsgeschäft mit einem schrittweisen Zukauf der britischen Medizingerätefirma Phagenesis aus. Die Pharmawerte Novartis und Roche sind um 1,7 und 1 Prozent schwächer. Eine Krebs-Immuntherapie von Roche hat in einer Phase-III-Studie das Hauptziel erreicht. Tecentriq wirkte bei Patienten mit einer Form von Lungenkrebs lebensverlängernd. Roche will die Studienergebnisse nun mit Gesundheitsbehörden wie der amerikanischen FDA besprechen.

Die Syngenta-Aktien steigen um 0,2 Prozent. Die Aktien des Agrarchemiekonzerns werden per 19. September in den Euro-Stoxx-50-Index aufgenommen. Die Aktien von Richemont dagegen kippen aus dem Index. Trotzdem rücken die Titel des Luxusgüterkonzerns 0,8 Prozent vor, nachdem sie in den vergangenen Tagen wegen entsprechender Spekulationen bereits Federn gelassen hatten. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch steigen um 1,2 Prozent.

Insgesamt sind zyklische Werten wie ABB, Adecco Geberit und Lafarge-Holcim aber eher auf der Verliererseite zu finden. Die Oerlikon-Aktien ziehen 1 Prozent an. Der Anlagebauer hat den Verkauf der Vacuum-Sparte an Atlas Copco abgeschlossen. Die Nettomittel von 350 Millionen Franken will Oerlikon ins Kerngeschäft Oberflächentechnologie investieren.

VAT fallen nach einer Aktienplatzierung um 4,8 Prozent auf 71,10 Franken. Capvis hat 2,5 Millionen Aktien zu je 70,50 Franken an institutionelle Investoren verkauft und damit die Beteiligung am Vakuumventile-Hersteller mehr als halbiert.

(Reuters)