Schweizer Börse rutscht ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Dienstagmittag im Minus. Die Gewinne aus dem frühen Handel konnte der Leitindex SMI nicht halten.
27.09.2016 13:05
Kräftiger Taucher der CS-Aktie an der Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Kräftiger Taucher der CS-Aktie an der Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Bild: Bloomberg

Er setzt vielmehr die schwache Entwicklung der beiden vorangegangenen Handelstage fort. Unter die Räder geraten dabei erneut Finanztitel. Die Sorgen um die Stabilität des europäischen Bankensystems hätten die Investoren wieder fest im Griff, heisst es im Handel.

Die Stimmung sei grundsätzlich wieder viel nervöser, heisst es. Nach den üblicherweise ruhigen Sommermonaten mit geringen Kursschwankungen sei wieder Bewegung im Markt. Dies sei allerdings auch auf zunehmende politische Risiken wie der näher rückenden US-Präsidentschaftswahl oder dem im Dezember anstehenden Verfassungsreferendum in Italien zurückzuführen. "Es steht ein volatiler Herbst bevor", so das Fazit des Händlers. Der VSMI, das Mass für die Volatilität im SMI, steht so hoch wie Anfang Juli nicht mehr.

Der SMI verliert um 12 Uhr 0,3% auf 8138 Punkte und steht damit praktisch auf Tagestief. In der Startphase war der SMI auf über 8200 Zähler gestiegen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,7% auf 1232 und der breite SPI 0,4% auf 8869 Punkte ein. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 22 im Minus, 6 im Plus und 2 unverändert.

Bankaktien tauchen ab

Unter Druck stehen erneut Finanztitel, wobei CS mit -3,5% mit Abstand die deutlichsten Verluste erleiden. UBS büssen 1,9% ein und Julius Bär 1,7%. Damit sind sie die Top-3-Verlierer unter den Bluechips. Bereits am Vortag hatten Sorgen um die finanzielle Lage der Konkurrentin Deutsche Bank den Finanzsektor europaweit stark belastet und die "Lehmann-Gespenster" wieder aufsteigen lassen, wie es hiess. Grundsätzlich sei das Umfeld für den Sektor weltweit alles andere als rosig. Bis auf weiteres dürfte das Tiefzinsumfeld das Kapitalmarktgeschäft belasten, womit die Erträge der Banken unter Druck bleiben.

Darüber hinaus hatte CS-Chef Tidjane Thiam an einer Investorenkonferenz die Anleger auf Geldabflüsse im Schweizer Geschäft im dritten Quartal eingestimmt, was für zusätzlichem Abgabedruck sorgte. Zwischenzeitlich fielen die Papiere um über 4% zurück.

Auch Versicherungspapiere wie Zurich (-1,5%), Swiss Re (-1,4%), Swiss Life (-1,0%) und Bâloise (-0,9%) geben klar überdurchschnittlich nach.

Gewinnmitnahmen drücken Lafarge-Holcim-Aktie

Bei den Industriewerten fallen Lafarge-Holcim (-1,0%) wie bereits Vortag am stärksten zurück. Im Handel ist von anhaltenden Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem die Aktie des Zementherstellers die vorangegangene Handelswoche mit einem Kursplus von mehr als 7% beendet hatte.

Deutlichere Einbussen verzeichnen auch Sika, Swatch (je -0,8%), Clariant und Richemont (je -0,6%).

Bei den Gewinnern notieren weiterhin die Schwergewichte Nestlé (+0,5%) und Roche (+0,2%), die somit ein tieferes abgleiten des Gesamtmarktes unterbinden. Bester Bluechip ist nachrichtenlos Kühne+Nagel mit Aufschlägen von 0,7%.

AMS im Verkauf

Im breiten Markt fallen AMS nachrichtenlos um 3,5% zurück. Bereits am Vortag hatte der Titel klar überdurchschnittlich nachgegeben. Daneben verlieren auch Air Tech (-4,4%), Kuros (-2,7%), GAM (-2,7%) oder U-Blox (-2,6%).

Etwas besser schneiden Cembra Money Bank (-0,3%) ab. Für den Titel der auf Konsumkredite spezialisierten Bank haben die Analysten von Kepler Cheuvreux ein Kaufempfehlung ausgesprochen.

Nennenswerte Gewinne verzeichnen auf der Gegenseite u.a. die als defensive Anlage geltenden Immobilienwerte Hiag (+2,7%), Züblin (+2,2%) und Warteck (+1,2%). Auch Titel aus der Nahrungsmittelindustrie wie Hochdorf (+2,7%) und Bell (+2,1%) werden nachgefragt.

(AWP)