Schweizer Börse rutscht wieder ins Minus

Am Schweizer Aktienmarkt haben die Leitindizes am Donnerstagvormittag keine klare Richtung gefunden und notieren nach einem volatilen Verlauf mittlerweile wieder im Minus.
28.07.2016 13:10
Ausgebremst: Die Schweizer Börse fällt am Donnerstagmorgen in den roten Bereich zurück.
Ausgebremst: Die Schweizer Börse fällt am Donnerstagmorgen in den roten Bereich zurück.
Bild: cash

Im Fokus der Märkte steht weiterhin die Sitzung der US-Notenbank vom Vorabend. Das Fed hatte den Leitzins wie erwartet nicht verändert, aber auch keine klaren Hinweise auf den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Die Türe für eine US-Zinserhöhung im September bleibe offen, meinen Beobachter.

Nach der US-Notenbanksitzung richtet sich zudem der Blick der Investoren bereits auf den Zinsentscheid der Bank of Japan am Freitag. Eine überraschend aufgehellte Wirtschaftsstimmung in Europa hatte dagegen wenig Einfluss auf das Marktgeschehen. Derweil läuft die Unternehmens-Berichtssaison europaweit auf vollen Touren. Hierzulande stehen vor allem die Ergebnisse der Grossbank Credit ​Suisse im Mittelpunkt.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,3% im Minus auf 8200 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,4% auf 1218 Punkte ab und der breite SPI verliert 0,2% auf 8896 Zähler. Von den 30 Bluechips notieren 23 im Minus und 7 im Plus.

CS-Aktie rutscht weiter ab

Die Credit Suisse-Titel (-2,7%) sind nach einem positiven Start deutlich ins Minus gesunken. Die Grossbank hat im zweiten Quartal die Konsenserwartungen mit einem Gewinn deutlich übertroffen, die Beobachter waren im Vorfeld von einem negativen Ergebnis ausgegangen. Der Gewinnausweis wurde allerdings in den Analystenkommentaren verschiedentlich relativiert: Grösstenteils sei er auf die Auflösung von Kreditrückstellungen und auf tiefer als erwartet ausgefallene Restrukturierungskosten zurückzuführen. Auch hatten verschiedene Marktteilnehmer schon im Vorfeld auf eine "positive Überraschung" spekuliert.

Die Titel der Konkurrentin UBS (-0,7%) notieren mittlerweile ebenfalls im Minus. Die grösste Schweizer Bank wird ihr Ergebnis am (morgigen) Freitag vorlegen, wobei Analysten für das zweite Quartal im Vorjahresvergleich einen deutlichen Gewinnrückgang erwarten. Klar im Minus notieren zudem die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,4%), womit die Kursgewinne in der Folge der Zahlenvorlage am Montag weiter abbröckeln.

Deutlich im Minus notieren auch Clariant (-2,8%). Der Baselbieter Chemiekonzern hat mit seinen vorbörslich vorgelegten Zahlen zum ersten Semester die Konsenserwartungen nicht ganz erfüllt. Der Ausblick für 2016 wurde bestätigt, allerdings mit einem Verweis auf das schwieriger werdende wirtschaftliche Umfeld. Die Kursrückgänge werden am Markt vor allem mit Gewinnmitnahmen erklärt. Die Clariant-Titel hatten in den letzten Tagen klar angezogen.

Schwach zeigen sich ausserdem Swiss Re (-1,1%) vor der Zahlenvorlage vom Freitag. Die Analysten der Commerzbank haben ihre Abdeckung für die Titel des Rückversicherers wieder aufgenommen und stufen diese mit "Reduce" ein. Dagegen versehen sie die Zurich-Aktien (-0,6%) mit dem Rating "Hold".

Logitech nach Zalenvorlage stark gesucht

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,2%) und Roche (+0,2%) entwickeln sich derweil unterschiedlich. Die japanische Roche-Tochter Chugai hat in der Nacht auf Donnerstag positive Studiendaten für ein Hämophilie-Medikament vorgelegt. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,2%) belasten die Indizes ebenfalls mit Abgaben. Die französische Konkurrentin Danone hat im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang, aber einen verbesserten operativen Gewinn erzielt.

Am breiten Markt springen Logitech (+8,4%) nach Zahlenvorlage für das erste Quartal 2016/17 nach oben. Der Hersteller von Computer-Peripheriegeräten hat die Erwartungen der Analysten auf allen Stufen übertroffen. Zahlen vorgelegt haben auch der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (Titel +2,7) wie auch die Basler Kantonalbank (+0,8%).

Das Industrieunternehmen Dätwyler (-1,6%) stösst derweilen auf Hindernisse bei der geplanten Übernahme der britischen Premier Farnell: Das US-Unternehmen Avnet hat nun eine höhere Gegenofferte vorgelegt.

(AWP)